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Veröffentlicht am 20.10.2016 | von Sophia Sailer

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TWO DOOR CINEMA CLUB – Gameshow

Two Door Cinema Club - Gameshow CD-Kritik

We are the sacred cow
Stand up, take a bow, you’re wonderful
You should be comfortable, don’t think at all
Just don’t think at all, think at all

Now, now you’re digging a wreck
What will you write about?
How did you find that out?
You get paid, don’t need any respect
Senses fading, she’s no lady

(Two Door Cinema Club – Are We Ready)

Früher haben wir zum Vortrinken gerne Two Door Cinema Club gehört. Jeder mochte es irgendwie, alle konnten mitsingen. Aber diese Zeiten sind vorbei, keiner von uns wohnt noch in dem Ort, in dem wir alle zur Schule gegangen sind. Ob das irische Trio genauso der Vergangenheit angehört wie eklige Mischbiere mit Aromazusatz? Mit ‚Gameshow‚ veröffentlichte es nach nunmehr fast einer Dekade Bandgeschichte das dritte Album. Ihr Debüt ‚Tourist History‚ wurde geliebt, gelobt und gefeiert. Mit ‚Beacon‚ legten sie zum ersten Mal auf Albumlänge nach und begeisterten nicht minder. So leicht und tanzbar ihre Musik der ersten beiden Alben ist, so nachdenklich und manchmal sogar bedrückt wirken die Lyrics aus Alex Trimbles Feder seit jeher.

Viel geändert hat sich seitdem nicht. ‚Gameshow‘ wirkt, als hätte man die ersten beiden Alben mit ein paar Disco-Elementen, ein bisschen funkigeren Passagen durch den Fleischwolf gedreht – fertig ist die neue Platte! So weit, so langweilig. Dabei hat die Single ‚Are We Ready‚ tatsächlich Lust auf mehr gemacht; selbst, wenn sie auch damit das Rad nicht neu erfunden haben. Müssen sie auch nicht, das, was sie können, machten sie in Vergangenheit auch eigentlich ganz hervorragend. Aber sich nur darauf zu verlassen reicht eben nicht und die Entwicklung hin zu Retroelementen ist 2016 nicht unbedingt die Krönung der Innovation. ‚Je Viens De La‚ macht schon Spaß – aber ein bitterer Beigeschmack bleibt. Und dann ist da auch noch ‚Invincible‚, das gaaaaaanz schön doll am Kitsch kratzt und sich mit ausgiebigen Gitarrensolo nicht so recht in den Rest des Albums fügen will. Aber Two Door Cinema Club wären nicht sie selbst, wenn sie es nicht immer noch beherrschen würden, Ohrwürmer geradezu aus dem Ärmel zu schütteln. ‚Lavender‚ und ‚Bad Decisions‚ hängen einem noch gefühlte Ewigkeiten nach – ohne dass man ihnen das übel nimmt.

Leider fühlt sich die Platte so an wie befürchtet. Die Dorfdisco musste anderem weichen, TDCC tut es ihr leider gleich. Falls ich also mal bei einer Flasche Becks Lemon ganz schrecklich sentimental werden sollte, dann zu ‚Tourist History‘, aber sicher nicht zu ‚Gameshow‘.

2von5

Two Door Cinema Club – Gameshow
VÖ: 14. Oktober 2016, Warner Music
www.twodoorcinemaclub.com
www.facebook.com/twodoorcinemaclub

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