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Veröffentlicht am 25.05.2017 | von Sophia Sailer

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LOW ROAR – Once In A Long, Long While

Once in a while
You end up being in town
Ist doors open up for you
Step outside to look up and see
The sky’s looking back at you
The lights rain down

(Low Roar – Once in a Long, Long While)

Low Roar, alias das Soloprojekt von Ryan Karazija, veröffentlicht mit Once In A Long, Long While… ihr drittes Album. Es überrascht nicht, dass sich der Sänger und Gitarrist zu dem Projekt in Island einfand, was nicht nur an verräterischen Songtiteln, sondern vor allem am Klang des Albums liegt. Es ist keines, das sich so einfach durchhört. Es gibt keine Ohrwürme oder sich aufdrängende Melodien. Dafür aber wohldosierte Stille, zurückhaltende Spielereien und ein wohltuendes Falsett – sie tun sich zu einem Sound zusammen, der am ehesten als träumerisch, atmosphärisch und häufig großflächig beschrieben werden kann. Man denke dabei an Spuren von Ásgeir oder Sigur Rós, obwohl sich Karazija in dem Album die Wogen glättet und einen Klang ohne Ecken und Kanten schafft, der manchmal fast poppig wird.

Viele der sich auf dem Album befindenden Titel, ziehen beim ersten mal Hören an einem vorbei. Aber wenn Karazija eindringlich, schon fast mantraartig nach einer Antwort verlangt (Give Me an Answer), dann verdient das mehr, als nur einen Durchlauf. Auch sein zierlich, zartes Duett mit Jófríður Ákadóttir von Pascal Pinon verdient es – Bones ist einfach schön. In St. Eriksplan sind es die Bläser, andere Male ein Beat oder besagte, vorsichtige Melodien (Don’t Be So Serious und Waiting (10 Years)), die den ruhigen Sound auflockern und hier und da einen Akzent setzen, der aber nie mehr als ein Ansatz ist, aber dennoch ein kleines Gegengewicht zum ansonsten dahintreibenden Album, das in zwei Songs gänzlich instrumental bleibt (13 und Crawl Back).

Die Gefahr, dass Once In A Long, Long While einfach so an einem vorbeiplätschert, ist dennoch groß. Selbst wenn die warmen Stunden des endlich nahenden Sommers eine denkbar unpassende Kulisse für Low Roars Dritte darstellt, lohnt es sich doch, sich die Zeit an regnerischen Tagen zu nehmen, alles beiseite zu legen und sich ganz auf seine Musik einzulassen. Dann versteckt Once In a Long, Long While nämlich die ein oder andere Überraschung, die andernfalls gerne untergeht.

Low Roar – Once In A Long, Long While
VÖ: 26. Mai 2017, Nevado Records
www.lowroarmusic.com
www.facebook.com/lowroar.music

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