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Veröffentlicht am 12.06.2017 | von Sophia Sailer

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ALL WE ARE – Sunny Hills

We ware the animals,
Who have lost our hair
Retained some of our teeth,
And gained a choice
We’ll chase food, money and sex,
Until satisfied.
And when it’s time to rest,
Ask what’s next?

(All We Are – Animals)

Alles oder nichts. Das trifft das neue Album des Trios All We Are im Kern. Es ist der Nachfolger des gefeierten Debüts, welches 2015 erschien. Glass Animals und The xx waren die Vergleiche der ersten Stunde – dementsprechend auch der Sound der Band, deren Mitglieder aus Irland, Brasilien und Norwegen kommen. Ähnlich bunt und nahezu komplett vom Sound des Debüts abgewendet geht es jetzt auf dem zweiten Langspieler Sunny Hills zu.

Ganze zwei Minuten braucht der Opener Burn It All Out bis die erste Stimme einsetzt. Noch ist alles offen, sie machen es spannend. Aber danach wird relativ schnell klar, dass das Trio deutlich das Tempo angezogen hat, weniger auf cooles Desinteresse und stattdessen mehr auf Krawall setzt. Alles wird gegeben, jegliches Mittel wird aufgefahren. All We Are sind wütend. „Are you a mess? Are you alive?“ fragt Guro Gikling sprechend, manchmal schon fast schreiend in Human. Einen verwirrten Blick warf ich auf die Playlist, als Down beginnt. Hört man da noch die selbe Band? Tatsächlich, dagegen ist alles Vorige nur unschuldiges Vorgeplänkel. So schnell die Wolken den Himmel verdunkelten, verzieht sich der Sturm aber scheinbar auch wieder. Weit gefehlt: Dreamer glättet die Wogen zunächst, bäumt sich aber zum Ende hin voller Gänze auf, als die männlichen Stimmen am Mikro die der Bassistin ablösen und die Hörerin mit viel Wums entlassen. Verspielter geht es lediglich zum Ende hin zu. Youth, Waiting und das anfängliche Animal schaffen durch eingängige Melodien einen Gegensatz zu der Wucht, die anderen Songs leider immer wieder fehlt. All We Are beenden dieses Album, das nur das Extrem kennt mit einer Ballade, die sich erneut zum Ende hin aufschaukelt (Punch).

Wer dachte, der musikalische Weg von All We Are wäre nach dem Debüt in Stein gemeißelt gewesen, irrt. Fans der ersten Stunde werden hier wahrscheinlich enttäuscht werden. Schön, dass All We Are machen, wozu sie Bock haben, sich ausprobieren und Neues wagen. Schade, dass Sunny Hills zwar mit Animal, Human und Punch ein paar spannende Tracks beherbergt, aber ansonsten immer wieder einfach anstrengend ist.

All We Are – Sunny Hills
VÖ: 9. Juni 2017, Double Six
www.thisisallweare.co.uk
www.facebook.com/thisisallweare

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