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Veröffentlicht am 26.07.2017 | von Merle

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OH WONDER – Ultralife


Foto-© Josh Shiner

There’s a space in between
Like a grey evergreen
Where the hurt never meant
Stops to linger
On the pavement below
See a crack that I know
All the corners of you
All the bones that I knew
I said I would never come back
Screaming at the walls in jet black
Hurt until my words are out flat
Can I whisper it back?

(Oh Wonder – Waste)

Das Wunder bleibt trotz des großen Namens bei diesem Album aus. Stattdessen versteckt sich hinter dem zweiten Album der Londoner Band Oh Wonder klebrig süßer Pop, der in seltenen Momenten an The xx erinnert.

Die Analogie entsteht vor allem durch die Kombination aus Klavier und elektronischen Beats und der klaren Stimme von Josephine Vander Gucht, die den Großteil des Albums im perfekten Einklang mit der ihres Bandkollegen Anthony West steht. Trotzdem klingt das Duo weit weniger spannend, denn die klassisch ausgebildeten Musiker wirken so kontrolliert, die 12 Tracks auf Ultralife so überlegt, dass es schwer fällt, die großen, besungenen Emotionen nachzuempfinden. Ob das nun das ersehnte Alleinsein ist, wie in dem Opener Solo oder die Einsicht, dass es zu zweit doch schöner ist, mit der das Album abschließt – man möchte es den zweien nicht so recht abnehmen.

Sobald man also die Ähnlichkeit zu The xx schon wieder aufgegeben hat, denkt man bei Track zwei, der ersten Single des Albums, dann auch vielmehr an Owl City und seinen Hit Fireflies. Das mag an dem euphorischen Unterton liegen, den das Piano erzeugt, aber auch in Sachen Ohrwurmpotenzial stehen sich die zwei Songs in nichts nach.

Und dann sind da noch die Titel, auf denen die zwei wohl versucht haben, ihren lieblichen Sound zu durchbrechen. Doch den dabei entstandenen Tracks hört man dieses Bemühen leider an. Perfektion klingt einfach in den seltensten Fällen cool. Da hilft auch nicht mehr die Rapeinlage von West in Lifetimes oder die Computerstimmen in High On Humans.

Eines muss man den Londonern allerdings lassen: Sie verstehen ihr Handwerk. Denn sie haben alle ihre Songs in ihrem eigenen Studio selbst geschrieben, produziert und gemischt. Und zumindest ihren persönlichen Anspruch scheinen sie erfüllt zu haben: „Was toll war an den Aufnahmen zum zweiten Album, ist, dass wir nun die ganzen Sachen, die wir da gelernt hatten, perfekt anwenden konnten.

Oh Wonder – Ultralife
VÖ: 14. Juli 2017, Island Records
www.ohwondermusic.com
www.facebook.com/ohwondermusic

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