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Veröffentlicht am 6.06.2018 | von Susan

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TRISTAN BRUSCH – Das Paradies

Und ich sage dir:
Ich bin diese eine verbotene Tür
Es duftet nach Zuckerwatte, Rauch, verschüttetem Bier
Wenn du dich traust, verschütt‘ ich mich dir

(Tristan Brusch – Zuckerwatte)

Wie ein bunter Blumenstrauß an Glücksmomenten und Endorphinen schmiegt sich auch Tristan Brusch mit seinem Debütalbum Das Paradies in die deutschsprachige Musiklandschaft ein. Denn mit einer Liebeserklärung an den Chanson-Pop, durchkreuzt mit gut gewählten Ohrwürmern, schafft der Wahl-Berliner, der schon seit vielen Jahren Musik macht, den Zahn der Zeit zu treffen.

Der Sohn einer Violinistin, mit sympathischen Sprachfehler, bewegt sich gekonnt zwischen angesagten New Wave, Breakbeats und Disco. Und so legt Brusch, zwischen Extravaganz und Extrovertiertheit, schon mit der ersten der 12 Songs Zuckerwatte einen sehr hohen Maßstab, der sich fest ins Hirn brennt. Thematisch bleibt er aber bei den nachfolgenden Songs breiter aufgestellt. Der Tod, die Liebe, der Sex, die Depression, der Feminismus – alles  bekommt, teilweise mit einem Schmunzeln, teilweise mit sehr viel Ernsthaftigkeit, seine Daseinsberechtigung. So findet man zwischen gefühlvollen Balladen wie Loch und Ich lass dich nie los, auch Dauerbrennern wie Hier kommt euer bester Freund und Dispoqueen. Eines ist sicher: Jeder findet das was er gerade sucht und braucht, auch wenn er noch nicht wusste dass man es braucht.

Sicherlich wird am Ende nicht jeder von den eigenwilligen Charakter des Musikers in den Bann gezogen. Ein bisschen erinnert er doch an Wanda, wirkt oft so verrückt wie Voodoo Jürgens und versprüht dabei den Charme von Hildegard Knef mit einem Hauch von Kirmes – auf jeden Fall polarisiert er mit seiner Art! Doch hat man Lust auf dieses bunte Potpourri an Wandelbarkeit wird man ab dem 8. Juni seine pure Freude daran haben.


Tristan Brusch – Das Paradies
VÖ: 08. Juni 2018 / Warner Music Group
www.tristanbrusch.de
www.facebook.com/tristanbrusch

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Über den Autor

Susan wohnt in Hamburg und wollte früher hauptberuflich Groupie werden, bis ihr ein Exfreund einen Song auf Myspace widmete. Der hat bis heute 200 Klicks. Von ihr.



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