Kritik

Veröffentlicht am 24.07.2018 | von Julius Tamm

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ANT-MAN AND THE WASP – Filmkritik

Dieses Jahr ist ein weiteres Jahr der Superhelden und Superheldinnen. Wie schon 2017 bringen Disney und Marvel auch 2018 drei weitere Filme für ihr MCU (Marvel Cinematic Universe) raus. Angefangen mit Black Panther ging es mit Avangers – Infinity War weiter und wird nun um einen weiteren Teil über den schrumpfenden Superhelden Ant-Man wachsen. Ant-Man And The Wasp springt, ähnlich wie Black Panther, noch einmal zurück in die Zeit vor den Infinity War und Regisseur Peyton Reed schafft es in dem ganzen Helden-/Heldinnen-Chaos für frischen Wind zu sorgen.

Der Civil War ist vorbei, die Superhelden und Superheldinnen des MCU sind zerstritten und Captain America und seine Freunde befinden sich im Exil in Wakanda – genau hier knüpft Ant-Man And The Wasp an. Scott Lang alias Ant-Man (Paul Rudd), der sich auf die Seite von Captain America gestellt hat und nicht mit ins Exil geflüchtet war, steht nun unter Hausarrest. Kurz bevor er seine Strafe abgesessen hat, halluziniert er über seinen Quantensprung und sieht die Frau von Hank Pym (Michael Douglas), die vor 30 Jahren bei so einem Sprung verschollen ist. Sofort ruft Scott seinen alten Mentor und dessen Tochter Hope (Evangeline Lilly) an, um ihnen von dem Traum zu erzählen. Was Scott nicht weiß ist, dass Hank und seine Tochter kurz davor sind, einen Quantentunnel fertigzustellen. Dieser soll ihnen dabei helfen, Hanks Frau und Hopes Mutter Janet Van Dyne (Michelle Pfeiffer) wieder aus dem Subatomaren Raum zu retten. In Scotts Traum sehen sie eine versteckte Botschaft der verschollenen Janet und holen den verstoßenen Helden zurück ins Team.

Doch während die drei ein letztes Teil für die Maschine besorgen, taucht eine mysteriöse, weiße Gestalt auf, die durch Wände gehen kann und besagtes Teil plus das ganze, geschrumpfte Labor von Hank Pym klaut. Die Rettungsmission ist damit in Gefahr geraten, weshalb Wasp und Ant-Man nun ihre Kräfte bündeln müssen. Gemeinsam suchen sie in der Vergangenheit von Hank Pym und geraten dabei sowohl mit den Behörden als auch mit einem Schwarzmarkt-Hehler aneinander.

Das MCU wächst immer weiter und seine Helden und Heldinnen müssen immer größere Taten vollbringen, bis sie endlich die ganze Galaxie gerettet haben. Ant-Man And The Wasp ist anders. Ähnlich wie im ersten Teil, ist die Gefahr in diesem Film kleiner, persönlicher, fast schon mikrokosmisch. Kein Bösewicht bedroht die Welt oder das Universum, es gibt nicht mal einen richtigen Bösewicht (außer das kleine Schwarzmarkt-Wiesel am Rande der Geschichte wird mitgezählt). Peyton Reed hat es geschafft, ein unglaublich facettenreiches Figuren-Set aufzustellen. Da sind Ghost alias Ava (Hannah John-Kamen), die endlich wieder ein normales Leben führen und sich heilen will, oder das FBI, das nur die Gesetze wahren möchte, oder eben Hank Pym und seine Tochter Hope, die nach Jahrzehnten ihre Frau/Mutter wiedersehen wollen.

Das Einzige, was an diesem abwechslungsreichen Film stört, ist der Namensgeber – Ant-Man. Die Figur selbst ist witzig, wie in den Filmen davor und Paul Rudd spielt Scott Lang ausgesprochen passend, doch könnte dieser Film auch ohne ihn auskommen. Das Screenplay macht ihn zu einer Nebenfigur, die nicht wirklich hilfreich ist und mehr wie ein tollpatschiger Sidekick wirkt. Eigentlich sollte es nur The Wasp heißen, denn Evangeline Lilly porträtiert die Superheldin als starken, unabhängigen Charakter, der den Job auch alleine hinbekommt. Nicht mal auf ihren Vater scheint sie angewiesen zu sein, wenn sie sich auf ihre Gegner und Gegnerinnen stürzt.

Im Großen und Ganzen ist Ant-Man and the Wasp jedoch ein sehr spannender Film mit vielen neuen und guten Ideen und auch einer Menge Humor. Wer das MCU liebt, aber mal eine Pause vom großen Getöse braucht, ist hier genau richtig.

Ant-Man And The Wasp (USA 2018)
Regie: Peyton Reed
Darsteller: Paul Rudd, Evangeline Lilly, Michael Douglas, Michelle Pfeiffer, Michael Peña, Randall Park, Laurence Fishburne
Kino-Start: 26. Juli 2018, Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

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Über den Autor

Seit 2017 Masterstudent für Medienentwicklung in Darmstadt. Schreibt für bedroomdisco, FRIZZ Darmstadt und im Moment für die Frankfurter Rundschau.



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