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Veröffentlicht am 19.09.2018 | von Christian Weining

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WILD NOTHING – Indigo


Foto-© Cara Robbins

When I’m home
There is nothing I’m looking for
That you haven’t already found
When I’m home
In the shallow water
You can swim around me
I won’t mind

(Wild Nothing – Shallow Water)

Mit ihrem 4. Studioalbum Indigo machen die US-Amerikaner Wild Nothing um Frontmann Jack Tatum eine Zeitreise in die 80er. Während sich die vorigen Alben standesgemäß eher an der Dreampop und Indie-Beach Faszination der letzten Jahre anglichen, scheint sich Tatum diesmal beim Songs scheiben und produzieren gedacht zu haben: Back to the past, statt back to the future.

Sowohl der Sound als auch die Melodien und Arrangements erinnern an die teils seichte Musik aus den frühen 80ern wie Spandau Ballett oder Prefab Sprout vermischt mit den wilderen Nachfolgern aus der New-Wave-Punk Richtung. Es fühlt sich so an als hätte die Band sich dem damaligen Zeitgeist völlig hingegeben und die Klangästhetik in sich aufgenommen, ein wenig recycled und in eine Platte gepackt um uns heute etwas zu sagen. Nur was?

Das Album lässt sich zwar entspannt durchhören und Songs wie das tanzbare Through Windows oder Shallow Water mit dem hymnenartigen Chorus: „When everything was quiet for a while, there’s nothing left for us to reconcile”, können auch zeitweise Freude bereiten. Doch im Grunde genommen versuchen Wild Nothing irgendeine schicke Nostalgie heraufzubeschwören. Die hört sich manchmal nett an, aber kommt dann doch bei Weitem nicht an die Authentizität der damaligen Hits heran.

Mit allen Mitteln, von Streichern über temporeiche Percussion und natürlich jede Menge Synthesizern, wird Song für Song eine wenig ambitionierte Songidee von der nächsten abgelöst. Loben kann man, dass sich das gesamte Album an das Konzept hält und sie über alle elf Stücke ihr 80er Revival durchziehen. Und auch der überzeugenden dichten Produktion kann man etwas abgewinnen. Um dem Hörer jedoch etwas mitzugeben oder auch durch spannende Klangwelten oder überraschende Wendungen den Alltag aufzufrischen, dafür eignet sich Indigo nicht.

Schade, denn es scheint viel Arbeit hinter der Platte zu stehen. Beim nächsten Mal denken Wild Nothing hoffentlich wieder nach vorne statt einen Geist heraufzubeschwören und zu bearbeiten, der in seiner ursprünglichen Form wesentlich mehr Spaß brachte.

Wild Nothing – Indigo
VÖ: 31. August 2018, Captured Tracks
www.wildnothingmusic.com
www.facebook.com/wildnothing

Wild Nothing Tour:
25.02.2019 Molotow, Hamburg
26.02.2019 BiNuu, Berlin

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