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Veröffentlicht am 30.11.2018 | von Lara

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THE 1975 – A Brief Inquiry into Online Relationships


Foto-© Magdalena Wosinska

We’re fucking in a car, shooting heroin
Saying controversial things just for the hell of it
Selling melanin and then suffocate the black men
Start with misdemeanours and we’ll make a business out of them
And we can find out the information
Access all the applications
That are hardening positions based on miscommunication
Oh fuck your feelings
Truth is only hearsay
We’re just left to decay
Modernity has failed us

(The 1975 – Love It If We Made It)

Und zack, Album Nummer Drei ist da: 2 Jahre nach dem Riesenerfolg von I Like It When You Sleep, for You Are So Beautiful Yet So Unaware of It liefern The 1975 nun ihr Drittwerk A Brief Inquiry into Online Relationships ab. Damit treten die Briten endgültig in die Sphären des Mainstream Pop/Rocks ein.

„There are no big bands who are doing anything as interesting as us right now“, so Frontman Matt Healy dieses Jahr – Starke Aussage, starkes Ego. Ja, The 1975 sind recht big zurzeit, ihre 80er inspirierte Mischung aus Synthiepop und Rock scheint viele Fans zu erreichen. Keine Frage, dass Songs wie Somebody Else schon jetzt als Pop-Klassiker der 2010er gelten. Und auch auf dem neuen Album mit einem wieder umständlichen Titel legen die Jungs eine Schippe drauf. A Brief Inquiry into Online Relationships experimentiert dabei dieses Mal mit mehr verschiedenen Genres. Hier treffen Pop, Funk, Glam, Jazz und Folk aufeinander.

Love It If We Made It ist ein gewaltiges Synthie-Stück, auf dem es sogar etwas politisch wird. „I moved on her like a bitch, excited to be indicted, unrequited house with seven pools“, heißt es in den Lyrics als Anlehnung an Trump und das Chaos in der Welt. Auf Give Yourself a Try wird Healy etwas persönlicher: „You learn a couple things when you get to my age, like friends don’t lie and it all tastes the same in the dark.“ Die E-Gitarre röhrt dazu zum schnellen Beat. TOOTIMETOOTIMETOOTIME ist ein Dancefloor-Ohrwurm, der schon fast Richtung House geht. Sincerity is Scary spielt mit Chor-Gesang und Soul, während Mine sich überraschenderweise ganz dem Jazz hingibt. Die Band musste wohl viel musikalisch ausprobieren. Ein schöner Abschluss der Platte ist I Always Wanna Die (Sometimes), das eine Hommage an den Britpop der 90er ist. Oasis und Radiohead lassen grüßen. The 1975 kann man wohl schlecht als Rockband bezeichnen, dafür ist der Pop-Anteil schon viel zu hoch. Trotzdem ist die neue Platte die abwechslungsreichste der Britboys bisher und brilliert mit echt guten Songs, die Stadionpotenzial haben. Und schon nächstes Jahr soll mit Notes on a Conditional Form der zweiter Albumteil folgen. Ob man sie mag oder nicht, an The 1975 kommt man wohl nicht mehr vorbei.

The 1975 – A Brief Inquiry into Online Relationships
VÖ: 30. November 2018, Polydor
www.the1975.com
www.facebook.com/the1975

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