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Veröffentlicht am 30.01.2019 | von Lea Kleisinger

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BEIRUT – Gallipoli

We tell tales to be known
Or be spared the sorrow
You´re so fair to behold
What will be left when you´re gone?
And it changed everything you know
How we were and the wonders we love
Southern land, scattered clouds from the cold
And, oh, oh, oh, oh, spare me the glow.

(Beirut – Gallipoli)

Die amerikanische Band Beirut ist das Resultat eines Solo-Projekts von Zach Condon, einem Multiinstrumentalisten aus Santa Fe. Ihre Musik ist eine Mischung aus Indie-Rock und Weltmusik und man wundert sich erst einmal darüber, dass der Herkunftsort des Bandleaders in den USA liegt. Die Alben sind musikalisch vor allem von Reisen quer durch die Welt inspiriert. In The Flying Club Cup ist jeder Song einer anderen französischem Stadt gewidmet. March of the Zapotec bringt den Klang Mexikos zu uns nach Hause. Die neueste Platte Gallipoli versammelt nun die Stimmung des verträumt, sommerlichen Italiens auf einem Album.

Seit nicht allzu langer Zeit lebt Zach Condon jetzt in Berlin und so entstand Gallipoli sowohl dort als auch in Italien und seiner alten Heimatstadt New York. Um neue Inspirationen zu sammeln hat der Weltenbummler kurzerhand mit seinen Bandkollegen Paul Collins und Nick Petree für einen Monat Süditalien unsicher gemacht und Unmengen an Pizza und Pasta verzehrt. Hört man das denn auch, wenn man das neue Album startet? Der sanfte Einstieg mit When I Die gibt einem auf jeden Fall schonmal das wohlige Gefühl, das Pasta einem genauso auch gibt. Eine gedämpfte Trompete bahnt sich ihren Weg durch Nebelschleier, die Ukulele setzt sanft ein und das Schlagzeug vervollständigt das angenehme musikalische Erlebnis. Nun folgt der Titeltrack Gallipoli, dessen Trompetenpart unbestreitbar nach einem italienischen Volkslied klingt. Bei Varieties of Exile glaubt man gar das kuriose Klappern von Kastagnetten im Hintergrund herauszuhören. Zach Condons Stimme klingt faszinierend unperfekt und tut den komplexen Liedern meistens gut. Wie er es angekündigt hat, hört man hier und dort das Knarren und Ächzen der Instrumente heraus und den Verstärker leise knistern. Beirut hat sich, im Gegensatz zu dem eher popigen Sound des letzten Albums, wieder stärker in Richtung Indie-Folk orientiert und das steht der Band einfach besser.

In allen Liedern schwingt eine mystische Stimmung mit. Man kann die drei durch die Straßen Süditaliens über glänzende Pflastersteine wandeln sehen. Fasziniert von der Kultur und Atmosphäre der jahrhundertealten Städte. Oder man schließt die Augen, um den musikgewordenen Schwarzweißszenen zuhören zu können und eine kleine Zeitreise zu unternehmen. Beiruts Musik hat einen epischen Charakter, den Weltmusik nicht selten ausstrahlt. Auch wenn man dem Genre etwas skeptisch gegenübersteht und ein paar Lieder des Albums in experimentelle Gefilde abrutschen, die ihnen nicht so gut stehen, überzeugt der einzigartige Klang Beiruts auf diesem Album endlich wieder besonders und es ist zu empfehlen, sich einfach selbst ein Bild davon zu machen.

Beirut – Gallipoli
VÖ: 1. Februar 2019, 4AD
www.beirutband.com
www.facebook.com/beirutmusic

Beirut Tour:
30.03. Funkhaus, Berlin – ausverkauft
31.03. Funkhaus, Berlin – ausverkauft
06.04. Palladium, Köln
15.04. Zenith, München
09.07. Stadtpark, Hamburg
11.07. Zitadelle Spandau, Berlin
12.07. Stimmen Festival, Lörrach
13.07. Volkspark, Mainz


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