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Veröffentlicht am 24.01.2019 | von Anne Beier

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JOSIN – In The Blank Space

We’re ashes just beholding the past, falling apart
But we wanted this bitter taste
All eyes on what lies upon
Slow motion, I escape your eye
In a next life, I will listen to what you say

(Josin – Burning (For a New Start))

Die Sängerin und autodidaktische Produzentin Josin veröffentlicht ihr Debütalbum In The Blank Space – nach zwei eigenen Tourneen und Auftritten im Vorprogramm von Sóley, Roosevelt, Dear Reader und Ry X wird das auch langsam Zeit. Hinter dem Projekt Josin verbirgt sich die Kölnerin Arabella Rauch, die zwar mit Musik aufgewachsen ist, aber doch erst auf einem Umweg zu ihr fand. Beide Eltern sind an der Oper zuhause, sie studierte jedoch zunächst Medizin. Doch die innere Stimme gab keine Ruhe und Josin entschied sich für die Kunst: 2017 erschien ihre EP Epilogue, am 25. Januar kommt nun endlich ihr Album in die Läden.

Das Warten hat sich gelohnt: Die gesamte Platte besticht durch ihren einzigartigen, mystischen Soundmix, mit dem sie schon in den Vorabveröffentlichungen Burning (For a New Start), Company, Once Apart und dem Opening Track In the Blank Space verzaubert hat. Die Tracks leben von der Spannung zwischen klassischen und elektronischen Tönen, zusammengehalten von Josins gefühlvoller und doch kräftiger Stimme. Die tiefgründigen Texte drehen sich um das Ende der Welt, das Sich-Verlieren und Abschiede.

Das Album beginnt mit dem namengebenden Titel In the Blank Space eher klassisch mit einer Klavierkomposition, die sich fast schon hypnotisch um Josins Stimme legt, die hintergründigen tiefen Töne im zweiten Teil des Songs sind erst einmal nur eine Verheißung auf die späteren dominanten elektronischen Teile. Das Highlight des Albums folgt direkt im Anschluss, der zweite Titel Healing startet elektronisch, die Bässe, Josins Stimme und die Streicher scheinen sich gegenseitig zu pushen, es entsteht eine Klangfläche voller treibender Energie. Wie gut sie das Spiel zwischen Klassik und elektronischer Musik beherrscht, beweist Josin vor allem in der Ballade Company. Das Stück beginnt pur und zerbrechlich mit Josins Stimme und einem Klavier und geht nach zwei Minuten in einen schnelleren elektronischen Mix über, bei dem nur verzerrte Textfetzen im Raum schweben. Die Melancholie des Stücks bleibt jedoch. Und wenn Josin – wieder begleitet vom Klavier – den Song mit „I don’t wanna last / Pulling away / Pulling away / Pulling away /Pulling away” beendet, kann man genau dieses Streben nach Weite spüren.

Vom Dancefloor zum selbstgeschrieben Streicher-Arrangement: Josin schafft es auf bemerkenswerte Weise, sich schon mit ihrer ersten Platte durch einen unverwechselbaren Klang zu verewigen, der schön, tanzbar, geheimnisvoll und vor allem Kunst ist. Das wirkt manchmal allerdings auch etwas zu überladen, zu ausgeklügelt und damit anstrengend. Trotzdem ist das Album eine wunderbare Weltflucht, ein atmosphärischer Spagat zwischen zwei Welten und damit der perfekte Soundtrack für den Jahresanfang.

Josin – In the Blank Space
VÖ: 25.01.2019, Dumont Dumont
www.josinmusic.com
www.facebook.com/josinmusic

Josin Tour:
19.02. UT Connewitz, Leipzig
20.02. Musik & Frieden, Berlin
24.02. Turmzimmer, Hamburg
25.02. Studio 672, Köln
10.03. Zehner, München


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