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Veröffentlicht am 17.05.2019 | von Anne Beier

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BARRIE – Happy To Be Here


Foto-© Stereo Sanctity

Take it slow with a pocket full of quarters
With a hand like that, he’s gonna win it all
In the approach, locking eyes with the dealer
Showing his teeth, he plays the old rules

Oh, and in the end, there’s not really an end
Oh, and when it falls, it isn’t worth it all

(Barrie – Casino Run)

Barrie – Schmelztiegel und – gegründet in Brooklyn, haben das Chillwave-Indie-Pop-Album des Frühjahrs vorgelegt, das am 03. Mai via Winspear erschienen ist. Die Bandmitglieder haben unter anderem Wurzeln in London, Baltimore und São Paulo. Auch wenn das Projekt vor allem durch die Stimme und das Songwriting der Frontfrau Barrie Lindsay geprägt ist, sind auf dem Album Happy To Be Here Dominic Apa (Drums), Noah Prebish (Synthesizer), Spurge Carter (Keyboard) und Sabine Holler (Vocals) zu hören. Größtenteils in Lindseys New Yorker Wohnung bis spät in die Nacht geschrieben, klingt die Platte träumerisch und vor allem leicht. Produziert wurde sie von Jake Aron, Lindsey mischte außerdem als Co-Produzentin mit. Die zehn Songs der ca. 33-minütigen Platte beweisen, dass auch Debüts lässig unangestrengt klingen können.

Schon der Opening-Track Darjeeling zeigt, wo die Reise hingeht – das Klatschen am Anfang fängt die HörerInnen ein, dann übernehmen die süßlichen Vocals und die dominanten Beats, interessante Tempoänderungen sorgen dafür, dass die Melodie spannend bleibt. So setzt der Song gleich den Ton des Albums: relaxt, aber keineswegs träge, entspannt, aber alles andere als langweilig. Und so geht es weiter: Keiner der Tracks enttäuscht, die Band versteht es, auch auf einem Erstlingswerk einen eigenen Sound zu erfinden, der Lust auf mehr macht, konsistent ist und trotzdem immer wieder überrascht. Wie schon bei Darjeeling, sorgen rhythmische Besonderheiten beim ansonsten sehr klassischen Indie-Popsong Chinatown für das gewisse Etwas, das hängen bleibt und positive Energie verbreitet. Eher synthie-lastig und dank den elektrostatischen Sounds etwas kantiger als die anderen Songs des Albums, klingt Teenager gleichzeitig retro und moderner als die anderen Songs. Neben dem sehr rhythmischen Clover, das vor allem durch die coolen Vocals besticht, ist es das Highlight der Platte: „I know when to go / I know when to go / Take my time down the hall / With my eyes on the wall / I hear my shoes and I hear my sigh / I watch myself walk out from the light / Clovers in my eyes.“ Casino Run klingt wie eine Reise in die 80er, das Album endet mit dem wellenartigen Sound von Hutch und dem Versprechen: „Loving, we could keep loving some more.“

Barrie legen ein erstaunliches Erstlingswerk vor. Vor allem die Synthesizer und die Vocals gehen eine träumerische Verbindung ein. Dabei schafft es die Band, mit jedem Song Geschichten zu erzählen, die von scharfsinniger Beobachtung, gepaart mit Lässigkeit geprägt sind. Trotz des grazilen Retro-Popsounds klingt das Album frisch und authentisch. Den New Yorkern gelingt es, ihren eigenen Sound zu kreieren, von dem wir gern schon bald mehr hören würden.

Barrie – Happy To Be Here
VÖ: 03. Mai 2019, Winspear
https://barrie.bandcamp.com
www.facebook.com/barrietheband

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