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Veröffentlicht am 26.07.2019 | von Dominik

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SPOON – Everything Hits At Once


Foto-© Oliver Halfin

I turn my camera on
I cut my fingers on the way
The way I’m slippin‘ away
I turn my feelings off
Why‘ made me untouchable for life
And you wasn’t polite
It hit me like a tom
You hit me like a tom
On on and on

(Spoon – I Turn My Camera On)

Ob es in Zeiten von immer weiter rückgängigen physischen Verkaufszahlen von Tonträgern, allgegenwärtigen Streaming-Diensten, redaktionell betreuten wie selbst zusammengestellten Playlisten und ähnlichem wirklich einer Album-gewordenen Zusammenstellung von zum größten Teil schon veröffentlichten Songs unter dem Stempel Best Of braucht, sei mal dahingestellt. Doch wie der Spoon-Frontmann und Kopf Britt Daniel selbst zu den Beweggründen von Everything Hits At Once zum Besten gibt: “The idea of doing a best-of came to us a couple times…First I wasn’t sure how I felt about it but at some point I remembered that when I got my first Cure record it was Standing on a Beach. When I got my first New Order record, it was Substance. That was how I met those bands, and I moved backwards from there but I still listen to those comps. I love a greatest hits LP when it’s done well. It can be a thing unto itself.” Also ein Art Einstieg und Momentaufnahme ins langjährige Schaffen der in ihrer Heimat als Kult-Band verehrten Indie-Hit-Lieferanten, für Fans, wie Neueinsteiger. Und eine Steilvorlage für eine Reise quer durch die Discografie der US-Amerikaner.

Wenn man bei Spoon an ein Greatest Hits-Album denkt, fallen den meisten Fans gleich eine Vielzahl an Songs ein, die darauf ihre Berechtigung hätten, was wohl mit diesem der Band ganz eigenen treibenden Sound-Kosmus zu tun hat. Neun Studioalben haben die Texaner mittlerweile veröffentlicht, wobei jedes Album gleichzeitig eine Weiterentwicklung, wie die Weiterführung des Trademark-Sounds mit sich brachte, den die vier wechselnden Mitglieder um die beiden Gründungsmitglieder Jim Eno und Britt Daniel entwarfen. Immer rhythmisch, eingängig, irgendwie betörend, sexy und direkt.

Spoon haben für ihr Greatest Hits-Album probiert ihr bisheriges Schaffen nachzuzeichnen, die Entwicklung und wichtigen Wendungen in ihrer Karriere zu dokumentieren und es sich dabei keinesfalls bei der Auswahl der Songs leicht gemacht: “Honestly, it was a struggle,” sagt Frontmann Britt Daniel dazu, “I was listening to the old records and jotting down the songs—if you wanna turn the volume up, that’s a good sign. The list really got whittled down, so these are the best. I Summon You was never a huge song, wasn’t for the radio, but it had to be on there. It’s one of the best things we’ve done. I wanted to represent Transference, even though it’s not really a ‘hit’ type of album—Got Nuffin was the closest thing. It did get to a point where I started feeling like, ‘We gotta represent this album in some way, we’ve gotta represent this change in some way.’ Everything Hits at Once was a turning point for us—a minimal new wave soul type of rock song.’”

“It’s a small collection trying to cover a lot of years, but I hope it does what The Singles record by the Pretenders or Hot Rocks did for me—cover a lot of ground and then if you want to find out more, you can find out more.” Und wirklich fügt sich mit den 13 Songs von Everything Hits At Once plötzlich vieles zusammen und wirkt so stringent, wie auch schon die einzelnen Alben von Spoon. Während man im Geiste den Hut zieht, wenn neben gefühlten Übersongs wie I Turn My Camera On, Do You oder auch The Way We Get By – alles nebenbei Lieblingssongs auf lang verlegten selbstaufgenommen Tapes – mal eben noch 10 andere Songs aus den mittlerweile über 25 Jahren Schaffensphase von Spoon versammelt sind, die jenen kaum an Qualität und Eingängigkeit nachstehen. Sie gehören halt eben doch zu den ganz großen Rockbands unserer Zeit…und dann darf man das auch in 2019 mit dem Best Of, als Reminder eines manchmal so lang vergessen zu scheinenden Rock-Sounds… und als Ausblick, befindet sich doch mit No Bullets Spent ein neuer, wenn vielleicht auch etwas schwächerer Song der Band mit auf dem Best Of. Doch letztlich sind Spoon und ihre Songs gekommen, um zu bleiben, haben eine zeitlose Rock’n’Roll-Größe, ohne Ablaufdatum und sind noch lange nicht am Ende. Das kann man dann auch nicht besser beschreiben, das muss man dann vielleicht einfach selbst hören und fühlen, egal ob als langjähriger Fan, der zu seinen alten Lieblingssongs zurückkehrt oder als neuer interessierter Genre-Fan. Aber genau dafür gibt es ja nun Everything Hits At Once!

Spoon – Everything Hits At Once
VÖ: 26. Juli 2019, Matador Records
www.spoontheband.com
www.facebook.com/spoontheband

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