Kritik

Veröffentlicht am 12.07.2019 | von Dominik

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WHITE BOY RICK – Filmkritik


Foto-© 2018 Studio 8, LLC. All Rights Reserved

Wann ist hier zum letzten Mal etwas gutes passiert?

(Richard Wershe, Jr. – White Boy Rick)

Nach einigen Rollen in hochkarätigen Werken wie Die Jury, Contact oder Amistad schaffte der texanische Schauspieler Matthew McConaughey Anfang der 2000er Jahre mit eher flachen romantischen Komödien wie Zum Ausziehen verführt, Ein Schatz zum Verlieben oder Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen? den Durchbruch, woraufhin er 2005 vom People Magazine zum Sexiest Man Alive gewählt wurde. 2014 erhielt er dann auf der Spitze seiner Karriere den Oscar für seine Darstellung in Dallas Buyers Club, jedoch für eine etwas anders geartete Rolle, die er mittlerweile schon mehrfach wiedergegeben hat: als white trash. Eben jene Rolle füllt er dann auch mit Vokuhila und Schnorres im gerade erst im Heimkino erschienen Film White Boy Rick des britischen Regisseurs Yann Demange aus, wenn auch eher in einer Nebenrolle.

Richard Wershe Jr. (Richie Merritt) hat das Leben satt, das er und sein Vater als kleine Waffenhändler in einem ärmlichen Viertel in Detroit fristen. Während sein Vater von der Eröffnung einer Videothekenkette träumt, hofft der 14-Jährige auf das große Geld, um seine ins Drogenmilieu abgedriftete Schwester zu retten und wieder nach Hause zu bringen. Also fängt er auch selbst an Drogen zu verkaufen…und gerät damit direkt ins Visier des FBIs, das ihn kurzerhand als Undercover-Informant anheuern. Trotzdem oder gerade auch deshalb steigt er bald selbst zum berüchtigten Drogen-Mogul auf…doch wann geht solch eine Geschichte schon mal gut aus?

Es ist ein kleiner Charakter-Krimifilm, den der britische Regisseur Yann Demange um die wahre Geschichte des jungen Drogenbarons und FBI-Informanten Rick Wershe bastelt. Dieser sieht die schönen Dinge, die seine Freunde anhäufen…und was alles in seiner Familie schief läuft. Während sich die Geschichte geradezu fließend entwickelt und man schnell Sympathien zu den Charakteren aufbaut, wird schnell klar, dass das nicht gut ausgehen kann. Großartig besetzt und gespielt ist White Boy Rick dabei ein Film voller Hingucker, der letztlich im abschließenden Kapitel ohne großen Knall oder lange Erklärung ins Drama abtriftet und einem noch mal das Unverhältnis der amerikanischen Rechtsprechung vor Augen führt. In diesem letzten Drittel kommt dann auch der atmosphärische Filmscore von Max Richter voll zum tragen und unterstützt die Stimmung und den letztlich guten bleibenden Eindruck.

White Boy Rick (USA 2018)
Regie: Yann Demange
Darsteller: Richie Merritt, Matthew McConaughey, Eddie Marsan, Bruce Dern, Bel Powley, Jennifer Jason Leigh
Heimkino-VÖ: 11. Juli 2019, Sony Pictures Entertainment

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