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Veröffentlicht am 4.10.2019 | von Lea Kleisinger

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BRITTANY HOWARD – Jaime


Foto-© Danny Clinch

There are miles between us
Time between us
There is something between us
I may be a fool to dream of you
But, God, it feels so good to dream at all
Something short and sweet
There’s always a light over my head for you
I am waiting, I am waiting
Time will always try to kill me.
There are mountains between us
There is time between us
Oh, ain’t there something between us?
Something short and sweet.

(Brittany Howard – Short and Sweet)

Die unverwechselbare Frontfrau der fantastischen Blues-Rock Band Alabama Shakes ist zurück, und zwar mit einem Soloalbum, das alle Genregrenzen sprengt. Mit ihrer einzigartigen Stimme erzählt sie uns auf Jaime von Erlebnissen, Gefühlen und Überzeugungen, die sie zu der Person gemacht haben, die sie heute ist. Von sehr persönlichen Momenten zu ergreifenden Appellen an die Gesellschaft bietet Brittany Howards Debütalbum eine künstlerische Bandbreite der Superlative. Wer die Künstlerin also noch nicht erlebt hat, dem wird an dieser Stelle ganz deutlich eine Empfehlung ausgesprochen. Im Vergleich zu vorherigen Werken ist ihr Debütalbum verspielter, holpriger und noch ein kleines bisschen mutiger. Die bluesigen und rockigen Grundpfeiler bleiben bestehen, jedoch spielt sie mit Hip-Hop, Free-Jazz und experimentellen Klängen, die dem Album einen ganz eigenen Charakter geben.

Nate Smith leitet mit seinen dumpfen Drums das Album bei History Repeats ein, bis die funkigen Gitarrenklänge von Howard erklingen und sich mit ihrer unverwechselbaren Stimme vereinen. Der experimentelle Start ins Album wird mit Stay High wieder in Richtung Radiopotential geleitet. Ein locker leichter Beat und ihre tänzelnde Stimme, die ernste Themen bespricht. In den amerikanischen Südstaaten als queere Tochter eines gemischtrassigen Ehepaares aufgewachsen fängt Brittany Howard sowohl lyrisch als auch musikalisch perfekt die US-Amerikanische Tragödie ein. Der Name des Albums ist von ihrer Schwester inspiriert, die sehr jung an einer seltenen Krebserkrankung gestorben ist. Diese verletzliche und nostalgische Gefühlswelt prägt das gesamte Werk und der Zuhörer bekommt sehr private Einblicke in Howards Vergangenheit und Gegenwart. Neben ihrem Bandkollegen Zac Cockrell am Bass bekommt sie noch musikalische Unterstützung von dem Jazzpianisten Robert Glasper und dem Keyboarder Dan Horton. Aber auch ihr akustisches Spiel auf der Gitarre mit ihrer Stimme im Vordergrund wie bei Short and Sweet ist eine der wunderschönen Abwechslungen, die das Album zu bieten hat. Hier singt sie davon, dass man den Moment mit einem Menschen genießen soll, auch wenn man das Gefühl hat, dass es nicht lange halten wird.

Jaime wird nicht allen Alabama Shakes Fans gefallen. Dafür ist es hier und da zu stürmisch und an anderen Stellen plötzlich sehr minimalistisch. Wer sich jedoch nach Brittany Howards kehliger, fast schon androgyn klingender Stimme gesehnt hat und offen gegenüber etwas experimentelleren Klängen ist, sollte unbedingt diese einzigartige Mischung aus Rock, Blues, Funk, Hip-Hop und Elektro genießen und auch etwas genauer ihren poetischen Worten lauschen.

Brittany Howard – Jaime
VÖ: 20. September 2019, Columbia
www.brittanyhoward.com
www.facebook.com/brittanyhowardofficial

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