Kritik no image

Veröffentlicht am 6.12.2019 | von Julius Tamm

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ANGEL OF MINE – Filmkritik

I’m a Mother! I know what I know!

(Lizzie – Angel Of Mine)

Die Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem Kind ist außergewöhnlich. So können Mütter spüren, wenn ihr Nachwuchs in Gefahr ist, wenn es ihnen nicht gut geht und sie können fast übernatürliche Kräfte entwickeln, wenn es um den Schutz der eigenen Kinder geht. Regisseurin Kim Farrant zeigt in ihrem neuen Film was passiert, wenn diese Mutter/Kind-Beziehung zerstört wird. Zum Heimkino-Release haben wir uns Angel of Mine noch einmal angesehen.

Vor sieben Jahren hat Lizzie (Noomi Rapace) bei einem Krankenhausbrand ihre neugeborene Tochter verloren. Das Trauma lässt sie seither nicht mehr los und beeinflusst ihr ganzes Leben – die Scheidung von ihrem Mann (Luke Evans), eine kaputte Beziehung zu ihrem Sohn und Panikattacken dominieren ihren Alltag. Trotz Therapie und Medikation scheint ihre Situation immer schlimmer zu werden bis zu dem Tag, an dem sie Lola (Annika Whiteley) kennenlernt. Sie ist die kleine Schwester eines Freundes von Lizzies Sohn Thomas (Finn Little) und ist sieben Jahre alt. An ihre eigene Tochter erinnert verbeißt sich Lizzie immer härter in die Idee, dass Lola ihre wirkliche Tochter sein könnte, die während des Brandes vertauscht wurde. Sie beginnt damit, dem kleinen Mädchen und ihrer Familie nachzustellen, sucht immer wieder Kontakt und bricht sogar in das Wohnhaus von Lolas Familie ein. Das Ganze passiert jedoch nicht ohne das Claire (Yvonne Strahovski), Lolas Mutter, etwas mitbekommt. Aus dem Wunsch und der Sehnsucht einer Mutter, werden Angst und Verzweiflung einer anderen und es entwickelt sich ein Wechselspiel beider Frauen, das ein dramatisches Ende zu nehmen scheint.

Ein Thriller sollte seinem Namen gerecht werden und wirklich thrilling sein, sonst passiert es, dass er sich selbst unbedeutend macht. Angel of Mine ist nah dran, diesen Fehler zu begehen. Gut 2/3 der Spielzeit braucht die Handlung, um sich wirklich zu entfalten und Spannung aufzubauen. Langatmigkeit ist nicht immer schlecht, aber dann sollte das Narrativ es auch hergeben – was in diesem Film leider nicht der Fall ist. Trotz einer ausgezeichneten Darbietung von Noomi Rapace als traumatisierte und leidende Mutter scheitert der Film am Spannungsmoment und kriegt erst zu spät die Kurve.

Angel Of Mine (USA / AUS 2019)
Regie: Kim Farrant
Darsteller: Noomi Rapace, Luke Evans, Yvonne Strahovski, Richard Roxburgh
Heimkino-VÖ: 5. Dezember 2019, EuroVideo Medien GmbH

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Über den Autor

Hat irgendwas mit Medien studiert, schaut gerne Filme und trinkt zu viel Tee. Schreibt für bedroomdisco, FRIZZ Darmstadt und bei hr-iNFO Online



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