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Veröffentlicht am 11.03.2020 | von Susan

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JORDAN MACKAMPA – Foreigner


Foto-© Sebastian Madej

You’re making me sick to my stomach
Testing my faith to its peak
But it took me a while to believe it
It was down in a space I can’t reach
But I can’t excuse this anymore
This feeling inside of me
Your peripheral focus keeps failing to notice
I’m tearing apart at the seams

I’ve never been up so high
These parachutes, the missing proof
I’ve made a mistake this time
That I’ve made a mistake this time

(Jordan Mackampa – Parachutes)

Verlassen von den Liebsten, getrennt von der eigenen Familie, ganz allein auf der Welt. Jordan Mackampa musste dies am eigenen Leib erfahren. Mit seinem Debüt Foreigner, das am 13. März erscheint, will er andere an diesem Gefühl teilhaben lassen, ihnen Mut machen und einen Weg aufzeigen, wie man die schwere Zeit der Einsamkeit überstehen kann. Ein Thema, das zu Zeiten, in denen so viele Familien entzweit und so viele Menschen fernab von ihrer Heimat, von ihren Liebsten getrennt werden, nicht aktueller sein könnte.

Mackampa wuchs selbst als Sohn kongolesischer Einwanderer in Edmonton, einem Vorort in Nord-London auf, täglich umzingelt von den Gefühl nicht dazuzugehören. Als Außenseiter abgestempelt fand er als Kind vor allem Zuflucht in der Musik und musikalische Einflüsse, von Michael Jackson bis Busta Rhymes spendeten ihm Trost. Doch auch wenn sein Talent früh erkannt wurde, verfügte er erst in seinen Teenager-Jahren über das nötige Selbstbewusstsein seine selbst geschriebenen Songs, die sich früh in der Folk und Soul Richtung ansiedelten, der breiten Masse zu präsentieren.

2016 veröffentlichte er seine erste EP Physics, in der er sich vor allem dem klassischen Folk-Sound verschrieb. In den Folgejahren mischte er immer weitere musikalische Einflüsse, die von Funk, über Indie zu Soul reichten. Und während er in seinen Anfängen noch weitestgehend alles selbst arrangierte, sorgte Produzent Dani Castelar, der auch schon mit Paolo Nutini zusammenarbeitete, auf seiner Debüt-LP für den gewissen Feinschliff. Er untermalte mit Hilfe von Gospel, Streicher Arrangements und Grime-Einflüsse den kontemporären Soul Jordans kongolesischen Wurzeln. So startet die Platte mit dem Bossa-Nova gefärbten Opener Magic, ein imaginäres Liebeslied für ein Paar, das im Gedränge der Massen nur Augen für das Gegenüber hat. Die Single What Am I ruft dann schon, untermalt mit dringlichem Gospel, nach gesellschaftlicher und politischer Veränderung – in solch brisanten Zeiten beschreibt er die aktuellen, gesellschaftlichen Probleme und die ständige Wiederholungen dieser.

Der Song Parachutes handelt davon, ehrlich mit sich selbst zu sein, seine selbst gebauten Mauern einzureißen und sich nicht vor der Realität zu fürchten. Auch der Titelsong Foreigner zeigt Mauern auf, Mauern denen sich Mackampe, nachdem er im Alter von einem Jahr aus dem vom Krieg zerrütteten Kongo nach Großbritannien kam, durch den Rassismus dem seiner Familie entgegengebracht wurde, gegenübersah. Ein herzzerreißendes Stück, dass den Schmerz, auf gefühlvolle Weise behandelt und den Hass, den Menschen in einer solch prekären Situation zu spüren bekommen, greifbar macht.

Gefolgt von Care For Your Mother, einer Liebeserklärung an seine Mutter, die er sich für sie von seinem Vater gewünscht hätte. Damit möchte er sich in erster Linie dankbar für die kleinen Dinge zeigen, denen man sonst keine Beachtung schenken würde, aber durch die das Leben ein Stück lebenswerter wird.

Es bleibt allerdings nicht nur gesellschaftskritisch, es darf auch um Liebe gehen. Die Single Under schafft es durch verschiedenste Einflüsse, zu einem eingängigen Soul-Pop-Song und beschreibt das Gefühl, das man verspürt, wenn man denkt seine große Liebe getroffen zu haben.

Dabei bleibt der Musiker in allen elf Songs stets unerschrocken. Das Album folgt keinen Regeln, sondern ist die Sammlung eigener Erfahrungen und Eindrücke der letzten Jahre. Er zeigt mit seinen Songs, wie wichtig es ist, seinem Inneren zu folgen, sich nicht unterkriegen und sich nicht in eine Kiste stecken zu lassen. Man ist gut, so wie man ist und Mackampa beweist damit wieder einmal das Musik verbindet.

Jordan Mackampa – Foreigner
VÖ: 13. März 2020, AWAL
www.jordanmackampa.com
www.facebook.com/JordanMackampa

Jordan Mackampa Tour:
17.05. Club Bahnhof Ehrenfeld, Köln
19.05. Silent Green, Berlin
20.05. Zoom, Frankfurt
21.05. Feierwerk, München

YouTube video

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Über den Autor

Susan wohnt in Hamburg und wollte früher hauptberuflich Groupie werden, bis ihr ein Exfreund einen Song auf Myspace widmete. Der hat bis heute 200 Klicks. Von ihr.



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