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Veröffentlicht am 20.01.2021 | von Lea Kleisinger

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BICEP – Isles


Foto-© Dan Medhurst

Fast kein Act ist so wenig aus der elektronischen Musikszene wegzudenken wie das nordirische Duo Bicep. Ihre gefühlvoll arrangierten Tracks schmiegen sich an wie feine Seide, schlagen ästhetische Wellen und verführen zum verträumten Tanzen. Umso überraschender ist es, dass ihr neuestes Album Isles erst ihr zweites Studioalbum ist. Zu ihrer Herkunft und Fragen zu Konflikten sagen die beiden Künstler am liebsten nichts. Immerhin haben sie mit elektronischer Musik bewusst einen Ausdruck ohne Worte gesucht und gefunden. Mit vorsichtigen Percussions, organisch pumpendem Bass und flüsternden Synths wenden sie dem harten Techno ihre Rücken zu. Sie spielen mit Klängen ferner Länder und vereinen alles mit ihrem einzigartigen musikalischen Charme.

Mit Atlas starten Bicep das Album augenzwinkernd, eindeutig wissend, dass dieser Track ihre Fans lächelnd vom Hocker reißen wird. Ein grandioser Track, schmerzlich und schön zugleich ertönt aus den Lautsprechern und erfüllt den Zuhörer mit Nostalgie und Sehnsucht nach einem nächtlichen Rave. Am besten unter einer Brücke mit Blick auf irgendeine nahe, aber doch ferne Großstadt der Wahl. Auf dem Track Apricots führen Bicep zu den gezielten Percussions grandios gesampelte malawische Vocals ein und umweben die Gesänge eines bulgarischen Frauenchors mit dünnen Bass-Schichten. Für Saku haben sich Bicep vom 90er Jahre R´n´B inspirieren lassen. Die feinen Vocals von Clara La San gehen in träumerische Drums über und klingen letztendlich aus. Der Track X spielt mit den futuristischen industrial-Klängen und sanften Vocals, die wie ein Traum wirken. Mit Rever folgt ein treibender Song mit organisch pumpendem Bass und verzaubernden Chorklängen. Sundial führt den treibenden Charakter fort und schwebende Hindi-Gesänge vereinen sich mit dem schleppenden Bass. Mit Hawk geht Isles zu Ende. Der Track fasst die eigene Albumbeschreibung der Künstler zusammen. Zwischen ruhiger Isolation und aufgeregter Euphorie tanzt Hawk sich müde und höchstwahrscheinlich startet man das Album nochmal von vorne, weil man selbst gerade erst wach geworden ist.

Nachdem Bicep 2008 den legendären FeelMyBicep-Blog gestartet hatten, haben sie mittlerweile eine Marke geschaffen. Mit dem Start ihrer eigenen Serie auf Apple Music unter dem Namen FeelMyBicep Radio werden sie weitere Einblicke in die Entstehung ihrer Musik geben und ihre Marke wohl auch weiter ausbauen. Isles ist auf jeden Fall ein weiteres grandioses Album in ihrer Sammlung und wird auch in Zukunft dafür sorgen, dass der Raum vor ihrer Bühne bis auf den letzten Platz ausgefüllt sein wird.

Bicep – Isles
VÖ: 22. Januar 2021, Ninja Tune
www.bicepmusic.com
www.facebook.com/feelmybicep

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