Reviews

Veröffentlicht am 23.04.2021 | von Elias Ott

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FIELD MUSIC – Flat White Moon


Foto-© Christopher Owens

There’s no pressure
Suck it up
Any mistakes
Minor or great
They’ll be brushed off

(Field Music – No Pressure)

Es gibt Leute, die froh sind, wenn sie nicht jede Woche ihre Deadline für eine neue Review reißen. Und es gibt Peter und David Brewis aka Field Music, die nach einem guten Jahr schon wieder ein neues Album herausbringen. Neben zahlreichen Compilations und Nebenprojekten ist Flat White Moon bereits das achte Studioalbum des hyperproduktiven Geschwisterpaars aus dem englischen Sunderland. War beim Vorgänger das Konzept noch König – heraus kam ein Album über die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs – wollte das Duo seiner Spielfreude dieses Mal freien Lauf lassen.

Und die ist den Songs von Beginn an anzuhören: Mit Orion From The Street startet das Album luftig und leicht in formvollendeten 70er-Jahre-Pop – Falsettgesang und Synthesizer-Arpeggio à la Baba O’Riley inklusive. Field Music wären schließlich nicht Field Music, wenn sie das Ganze nicht so schnörkellos wie detailverliebt produziert hätten. Der Haken: Stand die glänzende Verpackung den schweren Themen des Vorgängers noch überraschend gut zu Gesicht, steht sie ohne die Brüche zwischen Texten und Musik jetzt für wohlklingende Beliebigkeit.

Spätestens bei Not When You’re in Love beschleicht einen so über dem Arcade-artigen Klavierriff und „Curving up the Regent’s Street / Kings Cross to Queen’s“-Lyrics das Gefühl, einem Stück fröhlicher England-Folklore ausgesetzt zu sein. Von Anarchy in the UK ist da wenig zu spüren. Verspielte Songs wie Invisible Days oder When You Last Heard From Linda könnten zwar (nicht nur wegen des Titels) direkt aus dem Repertoire eines Paul McCartney stammen: hier noch ein Cello, dort eine Gesangsstimme mehr. Bei all der guten Laune fehlt jedoch ein bisschen Rotzigkeit, ein Lennon. Schon klar, dass sich niemand für einen Working Class Hero ausgeben muss – aber auch vom Klassenthema gewidmeten No Pressure bleibt nichts hängen.

Das ist schade, denn vom drögen Dad-Rock in Do Me A Favour abgesehen, zeigen Field Music in jedem Song ihr Können. Am Ende steht das fieseste Urteil – Flat White Moon ist ganz nett – und die Hoffnung, dass spätestens in einem Jahr wieder ein spannenderes Album kommt.

Field Music – Flat White Moon
VÖ: 23. April 2021, Memphis Industries
www.field-music.co.uk
www.facebook.com/fieldmusic

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