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Veröffentlicht am 5.07.2021 | von Christian Weining

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ISLAND – Yesterday Park


Foto-© Christian Cargill

And sometimes I’m stuck in the white and black
Memories bring colour back
I remember Avondale Park
In yellow evenings after class

I’d hold my hands up to the sky
And tell you we could fly
And you’d said, first, I should lеarn to fall
Then one day I would soar

(ISLAND – When I Gave You My Heart)

Nach ihrem 2018 erschienen Debütalbum fanden sich ISLAND eine Zeit lang auf den Bildflächen des Indie-Rock Kosmos wieder und doch haben sie sich bis heute noch nicht so ganz aus dem Geheimtipp-Untergrund herausspielen können. Einen neuen Versuch wagen sie nun mit ihrem zweiten Album Yesterday Park, einem Album über die Vergangenheit, das Zurückblicken auf Jugend und Kindheit aus einem mittlerweile doch schon erwachsenen Blick.

Ihre sowieso schon eher melancholische Grundstimmung verstärkt sich mit diesem nostalgischen Gefühlsspektrum so schon ganz von alleine. Grade auf der zweiten Hälfte des Albums sind die Songs hörbar ruhiger und etwas düsterer als auf ihrem Vorgängeralbum. Zur Stimme des Frontmanns Rollo Doherty passt das ganz wunderbar, die besonders auf Balladen wie By Your Side, When I Gave You My Heart oder The Way We Love inbrünstig das im Schatten liegende Gestern beschwört.

Etwas grooviger geht es auf Songs wie dem Opener Octopus oder dem Beat-betonten Do You Remember The Times zu. Ihr eigener spannender UK-Indie-Sound kommt dabei viel besser durch als auf den schwermütigen Hymnen, die zwar Momente versüßen können aber nicht im Kopf bleiben und sich kaum von Songs ihrer Kollegen abheben. Passend zur lyrischen Dimension stammt auch die musikalische Inspiration aus der Vergangenheit. 90s Hip-Hop mit seinen fundamentalen Beats hat immer schon über die Genregrenzen hinaus begeistert und so auch die vier Londoner, hörbar auf der ersten Hälfte des Albums (z.B. Young Days).

Die Produktion von Mikko Gordon (Thom Yorke, Arcade Fire) gibt dem Album einen mächtigen, drückenden und definierten Anstrich, was vor allem den Gitarren zu Gute kommt, die in diversen Formen immer wieder reinplätschern und grätschen und manchmal mit Dohertys krächzender Stimme verschmelzen. Viele alte Indieseelen werden sich über den Sound von ISLANDs neuem Album freuen können. Da steckt viel drin, was man heute doch häufiger vermisst, als man sich eingesteht. Gleichzeitig wird das experimentierfreudige Ohr sehr wenig gefordert und viele Melodien und Gitarrenparts scheinen die ewig Gestrigen zu sein.

ISLAND verharrt damit wohl weiter an der Schwelle zwischen Geheimtipp und zukünftiger Stadion-Band. Beides ist auch nach dem zweiten Album denkbar. Letztlich liegt es aber auch daran, wie nostalgisch wir Hörer*innen diesen und die nächsten Sommer sein wollen.

ISLAND – Yesterday Park
VÖ: 25. Juni 2021, Frenchkiss Records
www.islandislandisland.com
www.facebook.com/islandislandisland

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