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Veröffentlicht am 25.04.2022 | von Anne Beier

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PATRICK WATSON – Better in the Shade


Foto-© Nicola D’Orta

Is there a loneliness leaking
Inside of all of your thinking?
As your breath hits the ceiling
The words lose all of their meaning
While your heart’s on fire
You got your eyes closed, you stay cold
You’re a little scared of the height of the feeling

(Patrick Watson – Height of the Feelings)

Am Freitag veröffentlichte die nach dem Frontmann benannte Band Patrick Watson ein neues Studioalbum. Better in the Shade ist eine kompakte Platte, die auf nur sieben Tracks einmal mehr die außergewöhnlichen Songwritingqualitäten des Kanadiers unter Beweis stellt. Melancholisch und cineastisch ist das Album geworden, auf dem sich die Band vermehrt elektronischen Klängen zuwendet, diese aber in Wärme umzuwandeln weiß. Laut Watson ist das Album “about negotiating a world where you don’t know what’s real anymore.”

Der Realität entfliehen kann man mit Better in the Shade in jedem Fall. Songs wie Height of the Feeling sind so ambivalent und gleichzeitig stimmig, dass man beim wiederholten Hören immer neue Details entdecken kann. Die Basslinie ist gleichzeitig tröstlich und aufrührerisch, sanfte Keyboards und die Stimmen von Watson und Co-Writerin Ariel Engle von La Force legen sich über und unter die musikalischen Dissonanzen. Auch der letzte Titel Stay ist in Kooperation entstanden. Die industriellen Klänge sind inspiriert von einer Idee, die Mishka Stein über die Bewahrung der Menschlichkeit in einer digitalen Welt hatte. Über das Klackern und Klicken legt sich Sea Oleenas weiche Stimme wie ein Teppich. Ausgeglichener kommt das Klavierstück Ode to Vivian daher, das an Agnes Obel erinnert, und sich erst am Ende mit scheinbar alltäglichen, wuseligen Klängen öffnet und direkt in Little Moments übergeht, das dunkler, phantasievoll und durch die vielen Lagen an einigen Stellen fast unwirklich klingt. Der Bass zieht sich wie ein Herzschlag durch den Track, der durch die Klavierparts vorsichtig wieder an Ode to Vivian anknüpft. Beide Lieder sind inspiriert von der Fotografin Vivian Maier und ihrer Gabe, kleine Momente einzufangen, die oft schwerer wiegen als die ganz großen.

Und so ist auch Better in the Shade ein Album, das Schönheit in den kleinen Momenten beschert, die sich auf fast magische Weise zusammengießen. Der elektronische Anstrich steht Watsons Songwriting ausgesprochen gut.

Robert Watson – Better in the Shade
VÖ: 22. April 2022, Secret City Records
www.patrickwatson.net
www.facebook.com/patrickwatsonofficial

YouTube video

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