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Veröffentlicht am 22.06.2022 | von Anne Beier

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SPACEY JANE – Here Comes Everybody


Foto-© Michael Tartaglia

Swimming in my head aiding and abetting
Things I shouldn’t sweat but things that I care about
I don’t know if I can take another day
Of waking up and thinking “is there a better way?”
Is there a better way?

I don’t want to ask but you’ve already said it
With that look in your eyes and hands deep in your pockets
Staring at your shoes, kicking up the grass
Leading to the front door of my house
The front door of my house

(Spacey Jane – Pulling Through)

Spacey Jane haben sich 2020 mit ihrem Debüt Sunlight in die Indieherzen weltweit gespielt. Am Freitag veröffentlichen die Australier:innen ihr zweites Album Here Comes Everybody. Vorschusslorbeeren und Singles gab es bereits zur Genüge: Sechs der zwölf frischen Songs wurden bereits vorab veröffentlicht, einige landeten schon auf Triple Js berühmter Liste der Hottest 100. Auf große Veränderungen oder Überraschungen müssen sich Fans also nicht einstellen. Here Comes Everybody nimmt den Faden da auf, wo das Erstlingswerk erfolgreich aufgehört hatte. Sanfter Indierock mit eingängigen Hooks und hellen Melodiebewegungen, auch wenn die Band aus Perth auf ihrem Zweitlingswerk etwas straffer unterwegs ist. Thematisch war die erste Platte sehr persönlich. Here Comes Everybody merkt man die Entstehungszeit in einer pandemischen Weltlage durchaus an. Leadsänger Caleb Harper beschreibt die Intention als Soundtrack für eine Generation, der die Verantwortung für die Zukunft in die Wiege gelegt wurde: „I want this record to be for youth persevering and thriving emotionally under the weight of our generational burden made up of climate change, COVID etc. Feeling like you have the responsibility of your entire future on your shoulders without any say in what happens creates anxiety and uncertainty.“

Das klingt jedoch weniger dramatisch als diese Worte vermuten lassen. Lunchtime – ein Song über Ängste, Isolation und Katerstimmung – lebt als einer der Ohrwürmer des Albums beispielsweise von Ashton Hardman-LeCornus eingängigen elektrischen Gitarrenriffs und einem treibenden Schlagzeug ohne schwer zu werden. Der perfekte Song für ein Sommerfestival. Der Rest der Platte hat zwar weniger Tempo, den neuen Gitarrenfokus hört man jedoch auch auf Hardlight. Der leichte Sound vor schweren Themen findet sich auf Sitting Up wieder. Die Vorabsingle handelt von beklemmenden und einsamen Episoden, in denen einem alles egal zu sein scheint. Mit Yet und It’s Been A Long Day hat die Band echte Balladen zu bieten, die vor den sehr eingängigen schnelleren Tracks jedoch leider ein wenig verblassen. Die Erzählstruktur ihrer Vorbilder wie Wilco oder Courtney Barnett hört man vor allem auf Clean My Car oder dem letzten Song Pulling Through, mit dem das Album nochmal einen Höhepunkt zum Ende liefert.

Fans von Spacey Jane können sich eine feinjustierte Version des Erfolgsalbums Sunlight freuen. Spacey Jane erfinden auf Here Comes Everybody das Rad des gefühlvollen Indierocks nicht neu, fahren aber erfolgreich in erprobten Gefilden. Sie klingen härter, direkter, aber auch kleinteiliger als früher. Eine Platte, die man sich schon jetzt live hervorragend vorstellen kann. Spacey Jane liefern die Aufarbeitung der politischen und emotionalen Lage einer Generation gepaart mit geschmackvollen Indietunes, zu denen man wohl feiern und weinen kann.

Spacey Jane – Here Comes Everybody
VÖ: 24. Juni 2022, AWAL Recordings
www.spaceyjane.com.au
www.facebook.com/JaneySpace

YouTube video

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