Manche Bands scheinen sich gegründet zu haben, um Konzerthallen umzuschichten und mit ihren mitreisenden Auftritten das Publikum zu Höchstleistungen anzutreiben – so gesehen ein Nehmen und Geben. Eine vorzeige Live-Band ist in dieser Hinsicht die schwedische Gruppe The Sounds, die auch von sich selbst sagen: “Our shows are energy, just pure energy! We have the best fans and it really triggers us when we see our crowd go nuts. That makes us play better. They make us play better.” Und so zählen nicht nur Dave Grohl, Quentin Tarantino, die Strokes oder Britney Spears zu den Fans der Band – nein, die Konzerthallen sind auch ansonsten immer gut gefüllt, denn jeder weiß mittlerweile, was die Band hier noch mal auf den Punkt bringt: “The party always starts and ends with The Sounds!“
Demnächst kann man die Party wieder am eigenen Leib erfahren – hier die noch ausstehenden Tour-Termine der Sounds:
Für das Konzert am Sonntag in der Batschkapp Frankfurt verlosen wir 2×2 Gästelistenplätze – ihr wollt hin, dann schreibt uns bis zum 25.02. eine Mail mit eurem Namen und dem Betreff ‘The Sounds’ an gewinnen@bedroomdisco.de – wir wünschen viel Glück!
Dass sich meine Reise so entwickelt hätte ich nie gedacht…
(Juliette – Cairo Time)
In Erwartung drei schöne Wochen in Kairo mit ihrem Mann zu verbringen, trifft die Modejournalistin Juliette (Patricia Clarkson) in der ägyptischen Hauptstadt ein. Doch anstelle des unerwartet in Gaza aufgehaltenen Ehemanns Mark, wird die verblüffte Diplomatengattin von dessen ägyptischen Freund Tareq (Alexander Siddig) in Empfang genommen. Die nächsten Tage verbringt sie wartend in ihrem Luxushotel, bis sie es nicht mehr aushält und die Metropole auf eigene Faust erkundet. Doch für eine einzelne elegante und emanzipierte Frau ohne Begleitung ist es nicht leicht in den Straßen von Kairo, sodass sich Tareq anbietet, ihr bei ihren Erkundungstouren Gesellschaft zu leisten. An seiner Seite verfällt sie nicht nur dem Zauber der Stadt, sondern bald auch dem Charme ihres Begleiters.
Die kanadisch-syrische Regisseurin Ruba Nadda entfaltet in ‘Cairo Time’ eine gemächliche Romanze, die sich wahrlich nicht das pulsierende Treiben auf den Straßen der ägyptischen Metropole zum Vorbild genommen hat. Langsam und respektvoll nähern sich die beiden Protagonisten Juliette und Tareq einander an, nicht das Gesagte, vielmehr die Stille und der Subtext zwischen den Zeilen gewinnt an Bedeutung. Letztlich verkommt das Ganze dann zu einer Tour durch Kairo, die zwar schön anzuschauen ist, sich aber immer wieder zäh in langatmigen Sequenzen ergeht und jegliche Problematiken nur anzuschneiden weiß. Plötzlich und relativ unerwartet am vermeintlichen Höhepunkt angelangt, ist der Trip dann vorbei, der Film aus und der Betrachter wieder zurück im wirklichen Leben…vielleicht passiert da ja mehr?
Cairo Time (CAN 2009)
Regie: Ruba Nadda
Darsteller: Patricia Clarkson, Alexander Siddig, Elena Anaya, Tom McCamus
DVD-VÖ: 10. Februar 2012, Alamode Filmdistribution
In Zusammenarbeit mit Alamode Filmdistribution verlosen wir zum DVD-/Blu-ray-Start von ‘Cairo Time’ eine Blu-ray des Films! Ihr wollt gewinnen, dann schreibt uns bis zum 2. März eine Mail mit dem Betreff ‘Cairo Time’ und eurer Adresse an gewinnen@bedroomdisco.de und mit etwas Glück habt ihr den Film bald daheim im Briefkasten…
Es ist gerade erst ein paar Tage her, dass wir hier über die neue Phantogram EP ‘Nightlife‘ berichtet haben und sie mit voller Bedroomdisco-Kugel-Punktzahl auszeichnen konnten. Heute gibt es dann den nächsten Rundumschlag zum amerikanischen Girl-Boy-Duo, kommen Sarah Barthel und Josh Carter doch demnächst für einige Gigs nach Deutschland bzw. haben in Rekordzeit unseren Interview-Fragenkatalog beantwortet und zurückgeschickt – daher hier und jetzt: Phantogram im Bedroomdisco Interview!
Band facts
- Name: Phantogram
- Band members (names): Sarah Barthel, Josh Carter
- Founding year: 2007
- Residence: New York
- Current album: Nightlife
- How did you start making music – had you been forced to play an instrument somehow or was it in your own interest? What was your motivation?
we started really making music later in life. late teens. sarah plays piano, synth, sings. josh plays drums, guitar, synth, makes beats, production. our motivation was to create music that we wanted to hear.
- How did you meet and in which situation did you decide to form a band?
we’ve been friends since junior high. josh had been working on his solo demos and asked sarah to join him in making music in 2008
- In which situation did you come up with the name ‘Phantogram’, why did you choose it and what meaning has it for you?
we wanted our name to symbolize a telegram from another demension.
- What musical influences do you have?
too many. the beatles, wu-tang, my bloody valentine, depeche mode, prince, david bowie, bernard hermann, debussy, serge gainsbourg, sparklehorse, air, slowdive, nin…….
- How do you normally work on songs? What are the steps/processes, what are the usual problems of finishing a song?
it differs every time. sometimes josh makes a beat, and we work around it. sometimes on guitar, or piano…lyrics are written on the spot, or in a coffee shop, or at a bar late night on a napkin.
- We read that you always have pictures, colors and visual ideas in mind while writing songs – could you describe how this works and what ideas you had, illustrated by an example?
we envision random cinematic scenarios and write music that we think would complement it.
- Could you tell us something about the production process of ‘Nightlife’? How long did it take, where did it happen, what were the difficulties, how did you prepare for it? What was the best, what the worst moment? Most told anecdote?
it was written during a particularly dark and moody time, at night, on the road on tour mostly in 2011.
- ’16 Years’ is one of our favorite songs – can you tell us what it is about, how it was done and if there is a story behind it?
josh wrote 16 years. he was singing jibberish over the track. – then went back and deciphered the words, read a story online about two girls in the south sentenced to 16 years for petty theft. it all seemed to make sense. the first line had always been “16 years”
- Why did you decide to release an EP, instead of working on the next full length record?
because eyelid movies was still doing really well in the states, and we were touring on that record but hadn’t made time to make new music in way too long. nightlife was made to keep us happy as creators and songwriters, and hopefully so people who got the first album a while back could enjoy some new music from us too.
- Are there already plans for a new album?
yes, we are working on a new album now.
- In what situations do you write songs/lyrics/which themes inspire you to write songs?
existence in general. different emotions. – mostly melancholia…. our songs are about love, life, and death.
- What are your next plans?
we are working on our next record, and some collaborations with other artists.
- What are you doing if your not making music?
hanging out with friends, watching movies, listening to music, taking photos, drawing, skateboarding.
- What did you learn in 2011?
i learned that wherever you go, there you are.
- Your Top 3 records of 2011? Why?
st. vincent – strange mercy
danny brown – xxx
future islands – on the water
- Which song would fit to your actual situation?
it’s a wonderful life – sparklehorse
- Which song makes you dance independent of your situation?
closer – nin
- How would your ‘Bedroomdisco’ look like?
“satin sheets, tropical oils, turn up the heat”
- Who did fill out this questionnaire?
josh carter
Phantogram live:
16.02. Feierwerk, München
19.02. Hafen 2, Offenbach
20.02. Comet Club, Berlin
21.02. Prinzenbar, Hamburg
Da wir das Phantogram-Konzert am Sonntag im Hafen 2 in Offenbach präsentieren, verlosen wir wie gewohnt 2×2 Gästelistenplätze für die Show. Wenn ihr dabei sein wollt, schreibt uns bis zum 18.02. eine Mail mit eurem Namen und dem Betreff ‘Phantogram @ Hafen 2′ an gewinnen@bedroomdisco.de und mit etwas Glück seid ihr dabei!
Es gibt so einen Singvogel, der immer wenn die Sonne untergeht glaubt, dass er stirbt…und wenn er morgens aufwacht ist er total geschockt, weil er noch lebt und fängt an ein wundervolles Lied zu singen. Seid ich dich kenne singe ich jeden Morgen.
(Annabel – Restless)
Junge Menschen versuchen zumeist den Tod kategorische aus ihrem Leben zu halten, um der eigene Vergänglichkeit und den damit verbundenen negativen Gefühlen aus dem Weg zu gehen. Nicht so Enoch (Henry Hopper) und Annabel (Mia Wasikowska, bekannt aus ‘Alice im Wunderland‘), die jedoch auch beide schon nähere Bekanntschaft mit der Vergänglichkeit gemacht haben. Enoch streift nach dem Unfalltod seiner Eltern, bei dem er fast auch umgekommen wäre, durch Bestattungsunternehmen, besucht Beerdigungen aus morbidem Interesse und hat einen toten ehemaligen japanischen Kamikaze-Piloten als imaginären Freund, während Annabel Krebs im Endstadium hat. Trotzdem werden die beiden Sonderlinge Freunde und gehen sogar eine Beziehung ein – eine Beziehung der nicht viel Zeit bleibt.
Tabuthema Tod, Stimmungstöter Nummer 1 – nicht so in Gus Van Sants neustem Werk ‘Restless‘, aus dem der bekannte amerikanische Indie-Regisseur (‘Milk‘, ‘Good Will Hunting‘, ‘My Own Private Idaho‘) eine fast leichtfüßige, aber dennoch sehr feinfühlige Liebesgeschichte spinnt. So suchen seine beiden Hauptcharaktere Leben (Annabel) und Tod (Enoch), treffen sich bei einer Beerdigung und finden im jeweilig anderen etwas, dass sie zusammenbringt. Annabel liebt die Natur und das Leben, während Enoch, wie die Motte vom Licht, vom Tod angezogen wird. Zusammen sind sie zwei Außenseiter, die sich gefunden haben, ergänzen und sich gegenseitig Halt bieten.
Aufgelockert wird der Film unter anderen durch einige witzig-skurrile Szenen, wie zum Beispiel, als Annabel zusammen mit Enoch ihr Ableben als schnulziges Schauspiel anhand eines Drehbuch-Skripts plant und übt. Dabei orientieren sich die beiden an dem üblichen Hollywood-Schmachtfetzen-Abriss, einen Weg den Van Sant zum Glück nicht eingeschlagen hat. Sein Film ist vielmehr eine Beobachtung zweier Personen, die sich trotz dem nahenden Ende aufeinander einlassen und sich ineinander verlieben. Somit zeigt ‘Restless’ daher auch gerade die Lichtblicke und das Leben der beiden, anstatt der Depression und der Trauer. Ein berührendes Filmwerk mit zwei außergewöhnlichen Darstellern, das völlig zu Unrecht an den Kinokassen schlecht abgeschnitten hat.
Restless (USA 2011)
Regie: Gus Van Sant
Darsteller: Henry Hopper, Mia Wasikowska, Ryō Kase, Schuyler Fisk, Jane Adams, Chin Han, Lusia Strus
DVD-VÖ: 13. Februar 2012, Sony Pictures Home Entertainment
In Zusammenarbeit mit Sony Pictures Home Entertainment verlosen wir zum DVD-/Blu-ray-Start von ‘Restless’ jeweils eine DVD und eine Blu-ray des Films! Ihr wollt gewinnen, dann schreibt uns bis zum 25. Februar eine Mail mit dem Betreff ‘Restless’ und eurer Adresse an gewinnen@bedroomdisco.de und mit etwas Glück habt ihr den Film bald daheim im Briefkasten…
Valentinstag ist ja mitunter der wohl lahmste Pseudo-Feiertag den es gibt. Natürlich wollen wir damit nicht sagen, dass man nicht seiner Liebsten/seinem Liebsten ein mal im Jahr einen schönen Tag zu Ehren der gemeinschaftlichen Übereinkunft des Pärchentums gestalten sollte…aber muss es wirklich so ekelig kommerziell sein? Doch was soll’s, wir nutzen diesen Tag und bereiten euch einen ganz wundervollen Tag bzw. setzen unserer Liebe zur Musik ein Denkmal in Form eines Wohnzimmerkonzert Spezials! Maßlos wie wir sind, haben wir ein Vier-Band-Paket geschnürt, eine ganz besondere Location gesucht und das Bier schon mal kalt gestellt – man könnte sagen: Es ist angerichtet!
Band 1: Slove mischen zurzeit die französische Musikszene auf. Wo Ed Banger und Co. aktuell nur noch Stillstand und Ideenlosigkeit verbreiten, schmiss das französisch-schwedische Duo mit ‘Le Danse‘ ein Debütalbum auf den Markt, das als wilde Mischung funktioniert und sowohl Pop- als auch Dance-Hits bereithält. So trifft elektronischer Postpunk auf House, Techno, Shoegaze und Indie. Es geht um Tanz und Bewegung und in jedem Song finden sich Elemente, die auf dem Dancefloor zu Hause sind. Eine treibende Basslinie und feine Synthies animieren dazu, sich endlich aus der dunklen Ecke des Clubs zu trauen und die Tanzfläche zu stürmen. ‘Le Danse’ erreicht seine besten Momente, sobald Gastsänger die ohnehin schon stimmigen Tracks bereichern – und so wird es auch am 14. Februar sein, bringen Slove doch ihre Sängerin Sarah Krebs mit nach Darmstadt!
Band 2: Den Weg nach Darmstadt auf sich nehmen, wird auch das Kölner Trio von den Vimes. Dahinter stecken in erster Linie Azhar Syed (Vocals, Gitarre, Bass) und Julian Stetter (Samples und allerhand elektronische Spielereien) sowie neuerdings auch Till Beutling, der sich für die Visuals verantwortlich zeichnet. Die Vita der Vimes beinhaltet schon zwei Auftritte in Darmstadt, einen in der Oetinger Villa, einen im 603qm – beide Male überzeugte die Band mit einem Set, das Live-Instrumente mit digitalen Elementen vermischt, das Publikum mal zum Träumen und mal zum Tanzen animiert. Ach und haben wir schon erwähnt, dass die Herren zuletzt ausgiebig für fröhliche Gesichter auf ihrer FM Belfast-Support-Tour gesorgt haben?
Band 3: Als ungewohnter Gast im Tour-Gefährt der Vimes wird sich an diesem Tag auch noch Chris Klopfer auf die Reise nach Darmstadt machen. Ansonsten Sänger der Kölner Indie-Band Nil, veröffentlichte der junge Musiker Anfang 2012 mit ‘The Moon‘ sein Solo-Debüt, das nur so strotzt vor Geschichten des Verharrens im ewig Gestrigen, der Trennung und des Aufbruchs. Auf 10 rastlosen Songs spaziert der junge Klopfer durch ein Labyrinth verspielter Möglichkeiten. Zwischen Selbstzweifel, Schlaflosigkeit, Angst vor der Ein- und Zweisamkeit, zwischen der bedingungslosen Hin- und Aufgabe steht der gnadenlose Alltag der Trennungsbewältigung. Erinnerungen an Leonard Cohen, gar Bon Iver werden wach. ‘The Moon’ ist ein musikalischer Einstand, der majestätisch und strahlend wie der Mond selbst ist. Limitiert auf gerade ein mal 100 Exemplare, gibt es die CD nur bei seinen Konzerten zu kaufen – ein Grund mehr zu Kommen!
Band 4: OK, vielleicht nicht wirklich eine Band, musiziert Nadjana doch zumeist allein und überhaupt…warum erwähnen wir das hier und nicht schon bei Chris Klopfer? Egal. Die junge Bensheimerin hat den kürzesten Anfahrtsweg und sorgt für ein bisschen Lokalkolorit an diesem Abend. Nicht ohne jedoch auf Augenhöhe zu spielen, was zuletzt auch den Damen und Herren von Soundcloud aufgefallen ist, machten sie Nadjana doch letztens erst zum Künstler des Tages – wie viele Bensheimer das wohl von sich behaupten können? Anlass dazu waren dann völlig zurecht die wundervollen Songs der Debütplatte ‘All Dead Plates Light That Blonde Girl‘, auf dem die junge Singer-Songwriterin mit Akustik-Gitarre und ausdrucksstarker Stimme kleine Welten entwirft bzw. zwischen abstrakten Textzeilen Bilder und Träume entstehen lässt.
Um es kurz zu machen – es wird einmalig und ja, dabeisein ist alles! Die Anmeldung läuft wie gewohnt via Mail an gewinnen@bedroomdisco.de – es wird keinen Einlass am Abend geben und auch keine Ausnahmen. Also meldet euch bis zum 12. Februar mit eurem Namen und dem eurer Begleitung per Mail an, der Betreff für dafür lautet ‘Slove’. Die Gewinner werden von uns einen Tag vor der Veranstaltung informiert, wo das Ganze stattfindet – also nicht vergessen dann eure Mails (auch den Spam-Ordner) zu checken.
Wohnzimmerkonzert #6 – Valentinstag Spezial:
Slove & Vimes & Chris Klopfer & Nadjana
Dienstag 14.02.2012 19:00 Uhr
@ secret Location, Darmstadt
Einlass: Nur gegen vorherige Anmeldungs
„Das Gesetz schert sich nicht um unseren Einzelfall – am Ende bekomme ich bloß Recht oder Unrecht.”
(Nader – Nader und Simin)
In seinem neuen Film ‘Nader und Simin – Eine Trennung‘ kreist Asghar Farhadis mit seiner Kamera ganz eng um eine Familie, die innerhalb der politischen und religiösen Grenzen der iranischen Gesellschaft zu ersticken droht. Dabei stehen Probleme im Mittelpunkt, die jede andere Familie auf der Welt auch haben könnte. Präzise und facettenreich wird ein Familiendrama erzählt, das unter vielen Kleinproblemen fast nebenbei abläuft.
Fünf Minuten lang hört man die Stimme eines Scheidungsrichters, nicht laut, aber doch von beiläufig scharfer Autorität. Leicht von oben herab sieht man den Verhandlungssaal aus seiner Perspektive. Diese Einstellung ist als eine Einladung an den Zuschauer zu selbst eine Art Richter zu sein und damit auch eine Fingerzeig in Richtung aktiver Meinungsbildung. Doch dazu muss man zuerst die Handlung kennen: Simin (Leila Hatami) und Nader (Peyman Moaadi) möchten mit ihrer Tochter Termeh (Sarina Farhadi) den Iran verlassen. Alles ist vorbereitet, doch dann bekommt Nader Skrupel: Sein Vater (Ali-Asghar Shahbazi) leidet an Alzheimer. Er spricht kaum noch, es steht jeden Tag schlechter um ihn und langsam aber sicher zerstört die Krankheit sein Gehirn. Nader möchte ihn nicht allein zurücklassen, Simin die bisher die Pflege übernommen hat, rebelliert, möchte ein besseres Leben für sich und ihre Tochter. Daher reicht die enttäuschte Simin die Scheidung ein und zieht zurück zu ihrer Familie. Der nunmehr allein erziehende Nader stellt die schwangere Razieh (Sareh Bayat) zur Betreuung des kranken Alten ein. Doch auch Razieh ist mit der Situation schnell überfordert: Sie ist sehr religiös und gerät in Gewissenskonflikte, als sie den alten Mann, der sich eingenässt hat, waschen soll. Als Nader seinen Vater eines Tages allein und ans Bett gefesselt in der Wohnung vorfindet, kommt es zu einem heftigen Streit zwischen ihm, der Pflegerin und deren Gatten Hodjat (Shahab Hosseini) – mit dramatischen Konsequenzen. Nader schubst Razieh, sie stürzt – und verliert ihr Kind. Daraufhin wird die Wahrheit vor Gericht gesucht. Eine zähe Suche nach Gerechtigkeit beginnt und die Frage kommt auf, ob Nader gewusst hat, dass Razieh schwanger war? Wenn ja, würde das für ihn eine Gefängnisstrafe rechtfertigen? Oder war der Sturz vielleicht gar nicht die Ursache für die Fehlgeburt?
‘Nader und Simin’ stellt einen Drahtseilakt dar, den Regisseur Asghar Farhadi mühelos meistert. Der Film ist einerseits ein kraftvolles Familiendrama, das jegliche aufdringliche Inszenierung vermeidet und auch ohne emotionale Aufladung auskommt – auf Musikuntermalung wurde taktvoll verzichtet. Trotzdem fühlt man sich als Zuschauer zu jedem Zeitpunkt involviert und berührt. Andererseits skizziert Farhadi ohne distanziert-analytischen Gestus ein Problem, das früher oder später in jeder Zivilisation Thema wird: Wann greifen Recht und Moral ineinander, wo blockieren sie sich? Doch neben den Leitmotiven zeichnen sich auch die Protagonisten durch ihre enorme Vielschichtigkeit aus. Man versteht, warum alle Beteiligten so handeln, wie sie eben handeln und jeder einzelne von ihnen trägt so viel Verantwortung gegenüber seiner Familie, dass er darunter zusammenzubrechen droht.
‘Nader und Simin’ ist ein mühsamer, ein anstrengender Film. Ein Kriminalfilm, ein Familiendrama und natürlich auch ein politisches Statement. Bisweilen ist es frustrierend, ihm zu folgen, gerade weil man schon ahnt, dass es keine einfache Lösung geben wird. Doch exakt durch diese greifbare Ausweglosigkeit, die schauspielerisch durch die überragende Leistung von Leila Hatami und Peyman Moadi untermauert wird, bildet ‘Nader und Simin’ einen Ausschnitt des wahren Lebens ab, der mit einer schier unglaublichen Erzähldichte glänzt.
Nader und Simin – Eine Trennung (Iran 2011)
Regie: Asghar Farhadi
Darsteller: Leila Hatami, Peyman Moadi, Shahab Hosseini, Ali-Asghar Shahbazi, Sareh Bayat, Sarina Farhadi
DVD-VÖ: 27. Januar 2012, Alamode Film
In Zusammenarbeit mit Alamode Film verlosen wir zum DVD-/Blu-Ray-Start von ‘Nader und Simin – Eine Trennung’ eine Blu-Ray des Films! Ihr wollt gewinnen, dann schreibt uns eine Mail mit dem Betreff ‘Nader und Simin’ und eurer Adresse an gewinnen@bedroomdisco.de und mit etwas Glück habt ihr den Film bald daheim im Briefkasten…
Als wir Anfang 2011 anfingen an unsere eigene Konzertreihe Bedroomdisco Sessions zu arbeiten, ahnten wir nicht, dass wir schon in der dritten Ausgabe einen richtigen Headliner nach Darmstadt holen würden. Doch irgendwie ergab es sich, dass wir im Mai Dikta aus Island begrüßen durften – eine gestandene Band mit drei Alben, einer ordentlichen Fan-Base und einem sehr guten Ruf bezüglich ihrer Live-Qualitäten. Doch nicht nur für das Konzert machte sich die Band auf den Weg, nein, wir passten die Möglichkeit direkt ab, um die Band für Bedroomdisco TV zu filmen. Hier ist das Video nun – Dikta mit ‘Goodbye‘ akustisch im Bedroomdisco TV!
Alle bisherigen gefilmten Interviews, Akustik- und Live-Sets von uns gibt es übrigens auf www.youtube.com/bedroomdisco zu sehen – also hin da, es lohnt sich!
Passend dazu verlosen wir drei signierte Exemplare der Dikta-CD ‘Get It Together‘! Wer gewinnen will, schreibt uns bis zum 17. Februar eine Mail mit seiner Adresse und dem Betreff ‘Dikta’ an gewinnen@bedroomdisco.de – wir wünschen viel Glück!
Über den Sinn und Zweck von romantischen Hollywood-Komödien lässt sich ja bekanntlich streiten, trotzdem nutzen sie verschiedene Gruppierungen von Menschen aus unterschiedlichen Anlass: Pärchen versetzen sich gerne in die geschilderten Situationen, lassen gemeinsame Erlebnisse wieder aufleben oder genießen einfach aneinander gekuschelt ‘die romantische Stimmung‘. Datende Singles nutzen ‘die romantische Stimmung‘ hingegen vielleicht eher für den ersten Schritt zur Annäherung, nicht datende Singles wiederum schwelgen im Gedanken daran, wie schön es sein könnte.
Eins ist jedoch so sicher wie das Amen in der Kirche: die beiden zuckersüßen Charaktere, die so verdammt gut zusammen passen würden, wenn nur xy passieren würde, bekommen sich doch irgendwie zum Schluss. Also zumindest am Reiz der Spannung liegt es dann ja schon mal nicht. Versucht ohne Stereotypen gibt sich dann auch das Justin Timberlake/Mila Kunis-Projekt ‘Freunde mit gewissen Vorzügen‘.
Dylan und Jamie sind beide gerade verlassen worden und haben mit dem Glauben an Hollywood-Klischees bzw. die wahre Liebe abgeschlossen. Nicht jedoch mit der körperlichen Komponente einer Partnerschaft. Und somit beschließen die beiden einfach auch Sex ohne Beziehung haben zu können und ansonsten einfach gute Freunde zu bleiben. Doch ob das wirklich gut ausgeht, seht ihr wenn das Licht angeht.
‘Freunde mit gewissen Vorzügen’ greift das schon in ‘Freundschaft Plus‘ von Ashton Kutcher verwurstete Thema ‘Freunde haben Sex und nun?‘ auf, um sich dann letztlich doch (ganz unerwartet) als typische Hollywood-Romanze zu entpuppen. Doch bis dahin gefällt der Streifen von Regisseur Will Gluck durch eine lockere Story, den relativ unbekümmerten Umgang mit dem Thema Sex und die teils putzige, teils prickelnde Spannung zwischen den beiden Hauptdarstellern.
Friends with Benefits (USA 2011)
Regie: Will Gluck
Darsteller: Justin Timberlake, Mila Kunis, Patricia Clarkson, Jenna Elfman, Woody Harrelson, Emma Stone
DVD-VÖ: 26. Januar 2012, Sony Pictures Home Entertainment
In Zusammenarbeit mit Sony Pictures Home Entertainment verlosen wir zum DVD-/Blu-ray-Start von ‘Freunde mit gewissen Vorzügen’ jeweils eine DVD und eine Blu-ray des Films! Ihr wollt gewinnen, dann schreibt uns bis zum 14. Februar eine Mail mit dem Betreff ‘Freunde’ und eurer Adresse an gewinnen@bedroomdisco.de und mit etwas Glück habt ihr den Film bald daheim im Briefkasten…
Das Southamptoner Trio Band of Skulls erfreut sich seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums ‘Baby Darling Doll Face Honey‘ über gesteigertes Interesse, sowohl in der Musik- als auch in der Film- & TV-Welt. So waren Songs von Russell Marsden und Co. im Trailer von ‘Hangover II’ bzw. in Episoden von ‘Gossip Girl’, ‘True Blood’, ‘Skins’, ‘Castle’ oder gar auf dem ‘Twilight’-Soundtrack zu hören. Gleichzeitig tourte man ausgiebig, mal mit Muse, dem Black Rebell Motorcycle Club, Wolfmother, The Black Weather – oder einfach alleine als Headliner. So auch aktuell, spielt die Band doch heute in München und morgen in Frankfurt jeweils eine Show, die gerade dadurch interessant sein könnten, da das Trio kurz vor der Veröffentlichung ihrer zweiten Platte ‘Sweet Sour‘ steht. Für das morgige Konzert im Nachtleben in Frankfurt verlosen wir kurzfristig 2×2 Karten – wer gewinnen will schreibt uns bis morgen (31.01.) 15 Uhr eine Mail an gewinnen@bedroomdisco.de. Den Betreff ‘Band of Skulls‘ und euren Namen nicht vergessen! Die Gewinner werden von uns benachrichtigt – wir wünschen viel Glück!
Mal wieder die isländische Musikszene, mal wieder ein Ausrufezeichen bezüglich der Vielseitigkeit und Kreativität eben dieser. Denn das Quartett Bloodgroup macht eben nicht Folk- oder Pop-Musik – nein hier gibt es handgemachte elektronische Musik! Und auch dem Vorurteil der Anspruchslosigkeit des Elektro-Genres können Bloodgroup entgegentreten, da sie mit ‘Dry Land‘ ein von den Kritikern hochgelobtes Album produziert und darüber hinaus auch den Ruf als herausragende Live-Band weg haben. Diesen Ruf zu bestätigen gilt es in den nächsten Tagen, touren die vier Isländer doch zurzeit ausgiebig durch Deutschland! Bedroomdisco.de präsentiert die Tour und lässt jeweils 1×2 Gästelistenplätze für die Shows in Frankfurt, Heidelberg bzw. Mainz springen. Ihr wollt hin, dann schreibt uns bis spätestens jeweils einen Tag vor der Show eine Mail an gewinnen@bedroomdisco.de, Betreff ‘Bloodgroup’ und vergesst nicht euren Namen und den Ort, an dem ihr die Band sehen wollt. Die Gewinner werden von uns umgehen informiert – wir wünschen viel Glück!
Bloodgroup Tour 2012:
26.01.12 About:Blank, Berlin
27.01.12 Café Glocksee, Hannover
28.01.12 Volksbad, Flensburg
29.01.12 Übel & Gefährlich, Hamburg
31.01.12 Waschhaus @ Rubys Tuesday, Potsdam
01.02.12 Werk 2, Leipzig
02.02.12 Cairo, Würzburg
03.02.12 Das Bett, Frankfurt
06.02.12 Häll, Heidelberg
07.02.12 Club Stereo, Nürnberg
08.02.12 Apex, Göttingen
09.02.12 Schon Schön, Mainz
10.02.12 Projekt 7, Magdeburg
11.02.12 Scheune, Dresden