Heute dürfen wir mal wieder raus in die Nacht: Das Bedroomdisco DJ-Set kehrt zurück ins Silbergold nach Frankfurt, dorthin wo wir Anfang April einen heiden Spaß mit einer gut gelaunten Horde Menschen hatten! Geschont wird sich auch heute nicht, denn wie immer zeigen wir auch heute, dass ein DJ nicht nur still hinter seinen Plattenspielern stehen muss, sondern genauso abfeiern kann – alles immer unter dem selbstauferlegten Motto, dass wir uns alle über die linke Brust tätowieren sollten: Spread Love For Great Music! Wie immer mit im Boot unsere beiden VJ-Kollegen aka Visual Compliments, die das musikalisch dargebotene mit Visuals bebildern. Tanzexzess und Bilderflut – was will man mehr?

Die harten Fakten:
BEDROOMDISCO @ SILBERGOLD
Heiligkreuzgasse 22
Frankfurt, Germany

Beginn: 23:59 Uhr, Kosten: 5 Euro

Sie sind wieder da! Wie, ihr wisst nicht von wem wir reden? Na, von DER Musiksensation des Jahres! Arcade Fire mit ihrem neuen Album “Suburbs”.
Aber auch für die Nicht-Arcade Fire-Fans (völlig unverständlich meiner Meinung nach) gibt es einige Überraschungen im CD-Regal.

Baths - Cerulean

Customs - Enter The Characters

Double U - Pinneapple Dream

Feindrehstar - Vulgarian Knights

Holy Ghost! - Static On The Wire

Jaill - That’s How We Burn

Jimmy Edgar - XXX

La Roux - Sidetracked

Norma - Book Of Norma

Shit Browne - Every Single Penny Will Be Reinvested In The Party

Sky Larkin - Kaleide

The Coral - Butterfly House

Underworld - Barking

Wavves - King Of The Beach

Unser Tipp:

arcade-fire-the-suburbs Arcade Fire - Suburbs

Es klingt wie es soll: nach Arcade Fire. Aber wer will auch, dass die jetzt auch so Elektronik Kram machen, wie jeder andere auch? Niemand! Der Erfolg von Arcade Fire wird mit Suburbs mit Sicherheit fortgesetzt.

Da es immer noch nichts ganz offizielles der Band gibt, hören wir jetzt zur Einstimmung nochmal Rebellion (Lies) aus dem Album Funeral:


Rebellion (Lies)

Arcade FireMySpace Musikvideos

Kurz E-Mail-Adresse eintragen und direkt über einen neuen Land Of Talk-Song vom Ende August erscheinenden Album “Cloak and Cipher” freuen!

Staring out, I always skip the words
Cause all the pictures are so bright and loud
Better off than now
Cause I’m still amazed you made it out alive
After what you did
Born on your feet, running
forest fires underneath your bed

(Tokyo Police Club - Breackneck Speed)

Huch, Indie-Gitarren-Mucke nicht aus England, sondern aus Kanada? Da war doch was - richtig Tokyo Police Club, vier Jungs, die sich 2005 in einem Vorort von Toronto zusammengerafft haben um uns etwas später mit “A Lesson in Crime” zu bespaßen. 2008 folgte dann mit “Elephant Shell“, eine Platte, der man zwar grundsätzlich die Qualität nicht absprechen konnte, der man aber gleichzeitig auch den selbstauferlegten Druck anmerkte. Und nun? Zwei Jahre später halten wir das dritte Album in den Händen. “Champ” heißt es und das völlig zurecht!

It’s good to back” könnte es genauso heißen - nicht umsonst findet diese Strophe in zwei Songs (”Frankenstein” & “Breakneck Speed“) des Albums statt. Und wirklich, man hat das Gefühl die Band habe allen Ballast von Board geworfen, um wieder richtig befreit aufzuspielen. Endlich spürt man wieder die Unbekümmertheit, die den Charme der ersten Singles ausmachte, endlich kann man sich wieder von der Direktheit der Songs überrumpeln lassen um ein paar Minuten später mit klopfendem Herzen zu wissen: Die Champs sind zurück!

Direktheit heißt dabei nicht, dass die Band ihren Hang zu verspielten Kompositionen aufgegeben musste, sondern, dass man mittlerweile ein besseres Gespür für die Richtung der Songs gefunden hat. So funktionieren die beiden Singles “Breakneck Speed” und “Wait Up (Boots of Danger)” sogar zusammen. “Hands Reversed” lässt einen dann durchatmen und schafft wieder etwas Luft, um sich dann mit “Gone” an den Strand der guten Laune zurücktreiben zu lassen und sich und die Sonne dort zu feiern…und ja auch diese Band! “Big Difference” erinnert mit den Gitarren-Läufen fast schon an die Editors, wäre da nicht die etwas nölige Stimme von Dave Monks. Zu nölen gibt es trotzdem nichts - ohne Frage - “Champ” ist das Bedroomdisco-Album des Monats Juli!

Tokyo Police Club - Champ
VÖ: 16. Juli 2010, Memphis Industries/Pias UK
http://tokyopoliceclub.com
http://www.myspace.com/tokyopoliceclub

Tokyo Police Club - Breakneck Speed

TOKYO POLICE CLUB | MySpace Music Videos

Diese Woche gibt es gleich zwei Sommer-Blockbuster aufeinmal. Buzz oder Leo? Ellen Page oder Barbie? Falls die Entscheidung schwer fällt, kann man ja einfach mal ein Doublefeature einlegen. Und wer danach noch ein Konzert im Sitzen hinterher legen möchte, auf den wartet Mélanie Laurent mit ihrer Geige.

- Toy Story 3: Nach über 10 Jahren Leinwandabstinenz kehren Woody und co. für ein drittes Abenteuer zurück in unsere Kinos. Mindestens so gut wie damals und diesmal sogar in 3D!

- Inception: Ob Chris Nolan (The Dark Knight, The Prestige) mit diesem rafinierten Mysterythriller tatsächlich der Film des Jahres gelungen ist? Überzeugt euch selbst. Denn ab heute wandelt Traumräuber Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) auch durch die deutschen Kinosäle.

- Das Konzert: Dirigent Andrei Filipov wird in der Sowjetunion zur Reinigungskraft degradiert, weil er jüdische Musiker einstellt. Mit dabei die fabelhafte Mélanie Laurent, bekannt aus Inglorious Basterds.

Außerdem neu im Kino:
- Renn, wenn du kannst
- Space Tourists
- Rocksteady: The Roots of Reggae

Unser Tipp der Woche: Inception

M.I.A. - Maya im Stream

28. Juli 2010

Wie schön, wenn Künstler einem die Möglichkeit geben vorab ins Album zu hören. M.I.A. macht solche Sachen. Na dann mal schnell reingehört…

/\/\/\Y/\ by M.I.A. MAYA

BLOOD CREEK - Filmkritik

28. Juli 2010

“Ich bin der Grund!”

(Victor Marshall - Blood Creek)

Tja - da sind sie wieder die okkulten Nazis, die zur Lösung ihres Kriegsproblems versuchen die dunklen Mächte auf ihre Seite zu ziehen: Evan opfert sein ganzes Leben um anderen Menschen zu helfen, weil er sich wegen des Verschwindens seines Bruders Vorwürfe macht. Als dieser dann aber nach Jahren wieder auftaucht und ihn auffordert mit ihm seine Peiniger zu jagen, zweifelt sein Bruder zwar an dessen Verstand, doch sein mit Narben übersäter Körper überzeugt ihn letztlich doch. Was sie dann auf der abgelegenen Farm vorfinden, übersteigt allerdings seine Vorstellungskraft: Dort lebt eine Familie, die seit Jahren von einem übernatürlichen Nazi-Offizier gefangen gehalten wird, der sich vom Blut geopferter Fremder ernährt - wie eben zuvor auch von Evans Bruder. Einmal auf der Farm bleibt ihnen nur noch ein Ausweg: Sie müssen das Wesen, das mal der Nazi-Offizier war, töten.

Was sich Joel Schumacher, seineszeichens Regisseur von Filmen wie “Batman Forever“, “Nicht auflegen!” und “Nummer 23“, gedacht hat als er das Drehbuch von David Kajganich in den Händen hielt…man weiß es nicht! Zumindest fällt es schwer zu erkennen, welchen Schatz er darin gesehen hat, nachdem man sich durch die 86 Minuten dieses okkulten Schmuhs gequält hat. Das Grundgerüst der Story kennt man ja schon aus “Hellboy“, deren Macher jedoch sehr viel mehr mit der Thematik anzufangen wussten, als die Macher von “Blood Creek” - denen fiel wohl nicht mehr ein als schlechte Spezialeffekte, massenweise Blut und diverse eklige Szenen zu einem schwachen Film zusammen zu schustern. Schade - beim Namen Joel Schumacher, dachte man zuvor an storygetriebene Spannung und nicht an wirres Gemetzel.

Blood Creek (USA 2009)
Regie: Joel Schumacher
Darsteller: Henry Cavill, Dominic Purcell, Emma Booth, Michael Fassbender
DVD-VÖ: 23. April 2010, Universum Film GmbH
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren

TOY STORY 3 - Filmkritik

27. Juli 2010

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“Was kapiert ihr nicht? Wir sind geliefert! Ausgemistet! Am Ende!”

(Herr Kartoffelkopf - Toy Story 3)

Irgendwo steht sie hinten im Regal. Zwar schon etwas eingestaubt und abgenudelt, aber sicher noch lauffähig. Hätte sich mein letzter Videorecorder nur nicht schon vor ein paar Jahren von dieser Welt verabschiedet. Die Rede ist von der alten Toy Story VHS-Kasette. Damals dutzende Male geschaut und wie ich mich kenne, bestimmt gerade auch nicht zurückgespult. Klingt wie aus dem letzten Jahrtausend und ist tatsächlich schon ganze 15 Jahre her,  als uns Woody und Buzz das erste Mal in ihre computergenerierte Spielzeugwelt entführt haben.

Doch ebenso wie wir, ist auch deren Besitzer Andy mittlerweile ein paar Jährchen älter geworden und steht kurz davor, aufs College zu gehen. Seine alten Spielsachen sollen deshalb auf den Dachboden verdammt werden. Glücklicherweise gelangen sie jedoch auf Umwegen in eine Kindertagesstätte. Doch das vermeintliche Paradies für jedes Spielzeug entpuppt sich schnell als alles andere als paradiesisch.

Nur wenige Momente, nachdem die hüpfende Pixar Lampe (natürlich diesmal zeitgemäß in „echtem“ 3D) den Vorhang für „Toy Story 3“ öffnet, bekommt man das komische Gefühl, als hätte man da gerade selbst wieder ein altes Spielzeug vom Dachboden gekramt, welches man zwar irgendwie vertraut, aber doch etwas entfremdet in den Händen hält. Allerdings kommt nach und nach alles wieder zurück und ehe man sich versieht, ist’s, als ob es nie weg gewesen wäre.

Wie von Pixar nicht anders zu erwarten, ist auch „Toy Story 3“ kein flacher Kinderklamauk. Vielmehr eröffnet sich einem bei genauerem Hinsehen eine vielschichtige Fabel mit düsterem Unterton. Es geht um die Suche nach dem Sinn der Existenz, Unsterblichkeit, Aufopferung und Verlust, nicht erwiderte Liebe und Diktatur. Natürlich kommt der Spaß dabei nicht zu kurz, aber er ist sicher nicht die pure Essenz dieses Films. Denn trotz traditioneller Strickmuster stellt sich bald heraus, dass „Toy Story 3“ vielleicht doch nicht ganz so vorhersehbar ist, wie man es zunächst annehmen könnte. Und wenn ich, selbst mit 24 Jahren, am Ende noch ein bisschen kämpfen muss,  nicht doch noch eine kleine Träne zu vergießen, hat mich die emotionale Achterbahnfahrt von „Toy Story 3“ wohl auch nicht kalt gelassen. Also rauf auf den Dachboden und dann rein in die Kinos! „It‘s not flying. It‘s falling with style.“

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Toy Story 3 (USA 2010)
Regie: Lee Unkrich
Sprecher (im Original): Tom Hanks, Tim Allen, Joan Cusack, Ned Beatty, Don Rickles, Michael Keaton
VÖ: Im Kino ab 29. Juli 2010, Pixar Animation Studios

PEER - wer ist Peer?

27. Juli 2010

Die Tiere gehen in den Zoo, nur um sich dann zu fragen, was daraus geworden ist - oder um es mit dem Text des Peer-Songs “Schutzraum” zu sagen: “Auf welcher Seite von den Gittern stehen wir in diesem Zoo? Früher war das hier ein Schutzraum, heute ist es ein Büro! Die Grenze ist längst eingerissen, das war doch nicht schon immer so. Wollten wir nicht mehr als das hier, mehr als ein schöneres Büro?

Dazu, wer oder was Peer ist, können wir ein paar Hinweise geben, auch wenn es wohl letztlich erst im September geklärt werden kann, wenn dann mit “Wir sind Peer“, das Debüt der Berliner Band bzw. Indie-Supergroup erscheint. So heißt es nämlich im Promo-Schreiben, setzt sich die Band doch immerhin aus Mitgliedern von Hund am Strand, Le Mobilé, Ampl:tude, Sumo und The Grand Coulee zusammen. Um noch ein paar mehr Namen in die Runde zu werfen: Produziert wurde das Debütalbum von Björn Sonnenberg und Jan Niklas Jansen, den Menschen hinter Locas In Love und Karpatenhund! So jetzt aber genug der Namen und mehr Taten: Schaut euch bei uns das schon erwähnte Video zur ersten Single “Schutzraum” an bzw. hinterlasst eure E-Mail Adresse und bekommt die Single und einen weiteren Song hier als kostenlosen Download!

Letztes Jahr öffnete Ferropolis noch unter dem Motto “Dirty Dozen” seine Tore, dieses Jahr gaben die MELT!-Veranstalter den Schlachtruf “It’s Nummer 13, Baby” vor! Doch wie war die 13. Ausgabe des Trendfestivals auf dem Baggerfriedhof? Wir haben unsere Gedanken nach einer Woche runterkommen in ein paar Worte gefasst:


Foto: MELT!, Fotograf: Tobias Vollmer

- Das Line-Up:

Während man letztes Jahr die richtig großen Namen (Oasis, Digitalism, The Whitest Boy Alive, Bloc Party, Phoenix) auffuhr, ging man dieses Jahr beim Booking der Acts eher in die Breite, sodass man neben Massive Attack vergeblich nach großen internationalen Namen suchte, die dem Head-Liner-Status für ein Festival dieser Größenordnung gewachsen wären. Dafür hat man es wieder mal geschafft den Spagat zwischen Elektro, Indie, Rock und Techno zu bewältigen und die interessantesten Acts der jeweiligen Bereiche zusammen zu trommeln und hat damit mal wieder bewiesen, dass das Booking den richtigen Riecher hat und sich auskennt. Somit versammelten sich im Line-Up Get Well Soon, Goldfrapp, Hurts, die Broken Bells, Shout Out Louds, The xx, Tocotronic, Foals, Fake Blood, A-Trak und Ewan Pearson, um nur ein paar zu nennen. Hinzu kamen diverse alte Bekannte, wie Ellen Allien, Miike Snow, die Audiolith-Crew, die ihren gesonderten Auftritt am Donnerstag bekam, Tiga und ein DJ-Set von Simian Mobile Disco. Und auch Erlend Øye durfte auch dieses Jahr nicht fehlen und kam dieses Mal mit seiner Band Kings of Convenience nach Ferropolis, während Kele ohne seine Bloc Party Kollegen dieses Jahr solo die Reise antrat.

- Die Highlights:

Bei parallel 4-5 Acts fiel es wie jedes Jahr schwer sich alle seine geplanten Konzerte und DJ-Auftritte anzuschauen, doch trotzdem haben wir es probiert und sind von Bühne zu Bühne gehetzt. Ein paar Highlights stellen wir euch hier vor:

Gleich zu Beginn wusste Hendrik Weber alias Pantha du Prince zu überzeugen, gerade weil er sich nicht verbiegen ließ, sondern seine düsteren und atmosphärischen Songs trotz unpassendem strahlenden Sonnenschein in einem qualitativ-großen Mix der gespannten Menge vor der Big Wheel Stage präsentierte.

Als es dann langsam dunkler wurde, betrat Jónsi, ansonsten Frontmann von Sigur Rós, die Bühne und präsentierte die Songs seiner ersten Solo-CD, verbunden mit wunderschönen Visuals in einer mitreisende Live-Show, die einen aufgrund der Märchenhaftigkeit der Songs zum Träumen einlud.

Bevor dann Booka Shade hauptsächlich durch ihre peinlichen Ansagen auffallen konnten, sorgten die Foals im Zusammenspiel mit der tollen Kulisse und dem Lichterspektakel am Himmel für Gänsehaut - so sollte “Spanish Sahara” immer aufgeführt werden! Das entschädigte dann auch für den Ausfall des letzten Jahres, als die Foals krankheitsbedingt absagen mussten.

Tag zwei begann dann mit Philipp Poisel relativ entspannt, was aber viele Besucher dankbar annahmen, hatte doch so manch einer noch das exzessive Tanzen der letzten Nacht in den Beinen oder um es mit Philipp Poisel zu sagen - sie hatten getanzt als gäb’s kein Morgen mehr! Apropos Tanzen: Darwin Deez verzauberte die zahlreichen Besucher im Intro Zelt abwechselnd mit seinen Songs und genial choreographierten Tänzen, bei denen kein Auge trocken blieb - was auch völlig zurecht nach tobendem Applaus mit einer Zugabe belohnt wurde.

Nachdem es aufgrund von Verspätungen auf der Converse Main Stage zu diversen Verschiebungen kam, durften dann auch endlich Moderat ihren Met!-Auftritt hinlegen, nachdem dieser letztes Jahr sprichwörtlich ins Wasser gefallen war. Zum Glück auch nicht ins Wasser gefallen ist der Auftritt von A-Trak, der seinem Ruf gerecht wurde, was sich auch im Kanon der Besucher zeigte: Einfach einer der geilsten DJs der Welt!

Auch der Sonntag fing wieder entspannt an: Erlend Øye bespaßte das wohl größte Publikum, das die Bench Gemini Stage je gesehen hat - genauso wie ein solch früher Slot wahrscheinlich selten solch einen Jubelsturm nach sich gezogen hat.

Nachdem dann Johnossi relativ belanglos ihr Programm auf der Hauptbühne abgespult hatten, konnte man mit den sichtlich betrunkenen Slagsmalsklubben noch mal richtig feiern bevor es zu Get Well Soon ging.

Der Geheimtipp des Tages waren dann wohl die Post War Years, die im Intro Zelt spielten. Danach gab es beim Danger Mouse/The Shins-Sänger Projekt Broken Bells zwar eine bestechende musikalische Darbietung zu sehen, doch richtig mitzureisen vermochten sie die Menge vor der Bühne nicht wirklich (außer einer kleinen Gruppe, die durch ihre lustige Tanzchoreographie auffiel). Das gelang dann schon eher Goldfrapp, die trotz Pop-Sternchen-Show plus cheesy Musik gefühlt mehr Menschen vor die Hauptbühne locken konnten als vor einem Jahr Oasis.

Danach gab es dann endlich Massive Attack und somit Head-Liner-Qualitäten verbunden mit einer aufwendigen Lichter- und Bühnenshow auf der Hauptbühne zu sehen. Der Höhepunkt eines eher schwachen Festival-Tages (aus Live-Band-Fan-Sicht), der dann mit den spielfreudigen WhoMadeWho im Intro Zelt endgültig ausklang.


Foto: MELT!, Fotograf: begeorge@ tranZland.com

- Die Enttäuschungen:

Neben der krankheitsbedingten Absage der Dirty Projectors, gab es nicht viele Enttäuschungen, höchstens vielleicht der etwas lahme Auftritt von Miike Snow, der nur während des letzten Songs “Animal” wirklich zündete. Ach und warum durften eigentlich WhoMadeWho nicht weiterspielen - bei der letzten Band hätte man da doch etwas lockerer sein können?

- Das Festival:

Allein die Örtlichkeiten des Festivalgeländes mit See, Baggern und dem was die Veranstalter jedes Jahr daraus machen, lässt das MELT!-Festival zu einem einmaligen Erlebnis werden. Da nimmt man auch gerne den weiten Weg zwischen Festival-Gelände und Camping-Platz in Kauf, kann man doch dabei noch etwas die Atmosphäre genießen. Dass die Duschen und die richtigen Toiletten (Dixies kosten natürlich nichts) im Gegensatz zu anderen Festival nicht kostenlos sind, ist da schon etwas ärgerlicher, aber immer noch zu verkraften. Letztlich bekommt man für den Preis des Festival-Tickets eines der besten internationalen Festivals, dass nicht viel besser organisiert sein könnte als dieses Jahr! Außerdem spielte dieses Jahr auch wieder das Wetter mit, das sich abgesehen von zwei kurzen Regenschauern nur von der besten Seite zeigte.

- Unser Fazit:

MELT! 2010 = ein Spektakel, ohne die ganz großen Namen. Aber was soll’s - manchmal ist eben das Festival selbst der Star und mal ehrlich - etwas besseres als das MELT!-Festival gibt es einfach nicht in der deutschen Festival-Landschaft!