Musik

Veröffentlicht am 28.10.2011 | von Dominik

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WE INVENTED PARIS – We Invented Paris

Now let’s all sing along
All those tiny little words, we start to built
All those simple lovely words, we long to say
About nothing at all.

(We Invented Paris – Tiny)

Ein Debütalbum einer Band geschickt zu bekommen, ruft häufig gemischte Gefühle in einem hervor: Was könnte wohl hinter diesem komischen Namen, dem abstrusen Cover-Design oder den mal mehr, mal weniger aussagekräftigen Song-Titeln stecken. Schon vor dem Debütalbum für uns kein unbeschriebenes Blatt mehr und somit fein raus aus diesem Fragen-Wirrwarr ist das europäische Künstlerkollektiv We Invented Paris um den Singer-Songwriter Flavian Graber. Mehr noch ließen unsere bisherigen Begegnungen mit der Band, die uns sowohl live, als auch auf ihrer ersten EP bzw. während unserer Akustik-Session mehr als zu überzeugen wusste, unsere Erwartungen an das selbstbetitelte Debütalbum in die Höhe schnellen. Und enttäuscht wurden diese nicht, so viel kann man schon mal sagen!

Eröffnet wird das Ganze dann gewohnt spielerisch mit Handclaps, Streichern und Geklimper – passend heißt der Alben-Opener dann auch ‚Ouvertüre‚. Das darauf folgende ‚The Busker‚ bleibt ähnlich verspielt, kann aber mit deutlich mehr Tiefe aufwarten und das obwohl Schenkelklopfer hier komplett den Takt geben, umspielt von Grabers Gesang, der um Gehör bittet: „Hear me sing for you!“ ‚A View That Almost Kills‚ funktioniert dann wieder mehr als mitreißende Gitarren-Ballade, die zum Mitsingen, Klatschen und Schunkeln einlädt. Das Intro zu ‚Iceberg‚, das wie eine Mischung der Sounds von Pantha Du PrincesThe Splendour‚ und MenomenasTithe‚ klingt, bremst diese Euphorie erstmal aus, baut sich dann jedoch kontinuierlich zum Mittelpunkt des Albums auf. Schon auf der ‚Tour d’Europe EP‚ stach ‚Iceberg‘ heraus, weshalb es auf jeden Fall gerechtfertigt ist, dass der Song auch hier wieder zusammen mit dem anderen Übersong der Band, ‚Public Places‚, und dem zumindest sehr guten ‚Nothing To Say‚ den Weg auf das Debüt der Band gefunden hat.

Doch auch ‚Kyrie‚, mit seiner düsteren Orgel-Atmosphäre und der bis zur Mitte des Songs ansonsten sehr reduzierten Instrumentierung, die Grabers Gesangsorgan voll in den Mittelpunkt stellt, und ‚Lonely Ego‚, das sich zum Ende hin von einem zuvor relativ eintönigen Song, zum absoluten Ohrwurm, mitsamt Mann-Frau-Gesang macht, zeigen die Klasse der Band. ‚Bubbletrees‚ fällt dagegen etwas ab, zu glatt und zu Radio-täuglich wirkt der Pop-Song. Doch bei 13 Songs, fällt ein durchschnittlicher Song nicht so stark ins Gewicht, entschuldigt ‚Bohème‚ doch schon kurz darauf wieder als liebliche Ballade, die dann gar mit Lalala-Gegröle noch einen Glanzpunkt setzt, der schon live ein Highlight war.

Gegröle wäre in ‚Tiny‚ fehl am Platz, dafür geizt der einfühlsame Liebessong zum Ende hin nicht mit Dramatik, sodass ‚Nothing To Say‘ mit seinen zu Beginn monotonen elektrischen Samples Zeit zum Durchatmen bietet und trotzdem klar macht, dass sich diese Band nicht auf einen Sound runter brechen lässt. Zum Ende hin zeigt dann auch ‚Nothing To Say‘ noch mal Zähne und lässt ein Sample- und Drum-Gewitter auf den Hörer einbrechen, stark! ‚More‚ verfährt nach ähnlichem Muster, frickelt sich dann ab der Mitte zu einem Elektro-Rock-Brecher, der in seiner Progressivität und klanglichen Ähnlichkeit auch auf Platten von Autokratz und Co. seinen Platz hätte finden können und dann im dritten Abschnitt dank eingängiger E-Gitarre, die dritte Wendung nimmt. ‚Silence‚ zeigt zum Abschluss wieder die ruhige Seite der Band, reduziert auf Akustik-Gitarre und Gesang, das dann auch inhaltlich konsequent durch Stille etwas Raum zum Nachdenken bietet, bevor dann wirklich Stille einkehrt.

We Invented Paris machen beim Debütalbum eigentlich alles richtig, zeigen Ecken, Kanten, musikalische Vielfalt und schaffen es die grandiosen Live-Qualitäten, die in der Band stecken, auch auf CD zu transportieren. Eine Platte für alle, die gerne mitsingen und die gute und ehrliche Musik mögen!

We Invented Paris – We Invented Paris
VÖ: 4. November 2011, Spectacular Spectacular
www.weinventedparis.com

httpvh://www.youtube.com/watch?v=4GHCICWXx6Q

Jetzt schon kann man sich hier via Simfy selbst ein Bild der kompletten CD machen, bzw. am Sonntag Abend tritt die Band zusammen mit Polo bei der fünften Ausgabe der Bedroomdisco Sessions in der Oetinger Villa in Darmstadt auf. Hier gibt es alle Infos dazu! Psssst: Man munkelt, dass die Band ihr Debütalbum am Sonntag auch schon am Merch-Stand verkaufen wird…

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