Film

Veröffentlicht am 2.03.2012 | von Dominik

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CRAZY, STUPID, LOVE. – Filmkritik

Ist das dein Ernst? Du siehst aus wie gephotoshopped!

(Hannah – Crazy, Stupid, Love.)

2011 war ein gutes Jahr für Ryan Gosling, scheint der talentierte Schauspieler doch mit ‚Drive‚, ‚The Ides of March – Tage des Verrats‚ und ‚Crazy, Stupid, Love.‚ in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit und dabei gerade auch der weiblichen Zuschauerschar verstärkt angekommen zu sein. Umso schöner also, dass der Charakterdarsteller mit dem letztgenannten Titel nach ‚Lars und die Frauen‚ mal wieder in einer romantischen Komödie zu sehen ist.

Als sich Cal Weaver (Steve Carell) und Jacob Palmer (Ryan Gosling) in einer Bar kennenlernen, könnten sie sich nicht mehr unterscheiden als in diesem Moment: Der eine wurde gerade von seiner Frau (Julianne Moore) verlassen, vertreibt die gute Stimmung mit seinen weinerlichen Monologen und ist auch äußerlich nicht in der besten Verfassung. Jacob hingegen hüllt sich in edle Gewänder und nimmt jeden Abend eine andere Frau mit nach Hause. Trotz der offensichtlichen Unterschiede nimmt sich Jacob dem trauernden Cal an und bringt ihm seine Womanizer-Tricks bei – was sich schon kurze Zeit später in Kerben in dessen neuen Single-Bettpfosten niederschlägt. Mehr jedoch entwickelt sich auch zwischen den beiden Einzelgängern eine Freundschaft, die noch auf eine harte Probe gestellt werden soll. Denn während sich Cal irgendwann wieder nach seiner Frau und seiner Familie sehnt, lernt Jacob zum ersten Mal wie es ist, verliebt zu sein. Dass es jedoch gerade Cals Tochter Hannah (Emma Stone) sein muss, passt dem Familienvater so gar nicht in den Plan…

Das Genre der romantischen Komödie an sich glänzt ja zumeist nicht gerade aufgrund von revolutionär-erfrischender Innovationen, sondern wiederkäut häufig bekannte Stoffe mit neuen oder gern gesehenen Gesichtern – gerade, wenn der Film in Hollywood entsteht. Ab und zu gibt es sie dann aber doch, diese Filme, die sympathische Sonderlinge in den Mittelpunkt stellen oder aber auch einen gewissen Kniff ansetzten, sodass sie sich vom sonstigen Einheitsbrei abheben. Der Ryan Gosling-Film ‚Lars und die Frauen‘ war solch ein Film, ‚500 Days of Summer‚, ‚Juno‚ oder ‚Adam‚ genauso. ‚Crazy, Stupid, Love.‘ bleibt in dieser Hinsicht leider hinter den Erwartungen zurück bzw. den Regeln des Geschäfts etwas zu treu, schafft es aber trotzdem die häufigen Genre-bedingten Fehler zu vermeiden und letztlich Menschen aus dem wahren Leben zu zeigen. Ganz ohne die ansonsten gerne verwendete rosa-rote Brille. Da dürfen dann auch eins-zwei Handlungsstränge, in die sich der Film verstrickt, zu viel sein – oder wirkt der Film gerade dadurch schon wieder authentisch? Denn irgendwie ist das Leben und die Liebe doch auch häufiger ein wirres Chaos, oder etwa nicht?

Crazy, Stupid, Love. (USA 2011)
Regie: Glenn Ficarra, John Requa
Darsteller: Steve Carell, Ryan Gosling, Julianne Moore, Emma Stone, Analeigh Tipton, Jonah Bobo, Marisa Tomei, Kevin Bacon
DVD-VÖ: 10. Februar 2012, Warner Home Video

httpvh://www.youtube.com/watch?v=2is92_0KWQE

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Über den Autor

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