Musik

Veröffentlicht am 25.09.2012 | von Lisa

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MUMFORD & SONS – Babel

Do not ask the price I pay for I must live with my quiet rage
Tame the ghosts in my head that run wild and wish me dead
Should you shake my ash to the wind
Lord forget all of my sins
Oh let me die where I lie beneath the curse of my lover’s eyes

(Mumford & Sons – Lover’s Eyes)

Mumford & Sons’ Debütalbum ‘Sigh No More’ war 2009 / 2010 eines der beliebtesten Alben der Indie-Szene und übertraf sämtliche Erwartungen der Band, aber auch von Fans und Kritikern. Seitdem ist viel passiert: Ausverkaufte Touren durch die ganze Welt, Awards über Awards, Marcus Mumfords Hochzeit mit Schauspielsensation Carey Mulligan und seine dadurch kurzzeitige Platzierung in den Klatschgazetten, in denen der schüchterne Bartträger seltsam deplatziert wirkte.

Nun ist es soweit – mit ‘Babel’ erscheint der lange fällige Nachfolger zum Debütalbum. Die Erwartungen sind immens und die Band sich dessen sicherlich auch bewusst. Aber: Es kann aufgeatmet werden. Auf ‘Babel’ wird genau das perfektioniert, wofür wir Mumford & Sons auf ‘Sigh No More’ so geliebt haben, was uns dazu getrieben hat, das Album immer und immer wieder abzuspielen. Ein jeder Song eine Geschichte, ein Kleinod, voller Hoffnung, Träume und Verzweiflung, voller Sehnsucht und Schmerz. Und all das ist auch auf ‘Babel’ wieder zu finden. Wenn auch die Waage in diesem Fall mehr zu den dunklen Themen des Lebens zu neigen scheint.

Zum Beispiel das herausragende ‘Holland Road’, ein herzerweichender Song auf dem Marcus Mumfords Stimme so klar und doch so rauh und verzweifelt voranprescht, angetrieben von Bläsern, rauschenden Gitarren und einer Melodie, die sich sofort ins Ohr brennt. Doch vorallem die intimen, die ruhigen Momente bleiben in Erinnerung: ‘Ghosts that we knew’ ist spärlich und akkustisch instrumentiert, aber durch Mumfords Stimme so emotional und atemberaubend, genauso wie das folgende ‘Lover of the Light’, das in einem wilden Rodeo aus Klavier, Gitarren und Bläsern endet, ohne dabei den Faden zu verlieren: “And in the middle of the night I may watch you go / There’ll be no value in the strength of walls that I have grown / There’ll be no comfort in the shade of the shadows thrown / You may not trust the promises of the change I’ll show / But I’ll be yours if you’ll be mine…” singt sich Mumford darin in Rage, nur um sich im folgenden, schwer traurigen ‘Lovers Eyes’ ganz dem Schmerz hinzugeben. Kein Song zeigt offensichtliche Schwächen – es ist sicherlich auch nicht jeder ein Hit, doch insgesamt bleibt das Niveau des Albums erstaunlich hoch.

Mumford & Sons haben sich mit ‘Babel’ nicht neu erfunden, stattdessen haben sie ihre bestehenden Qualitäten perfektioniert und das, wofür die Hörer sie lieben, in neue Songgewänder gepackt. Man kann Folk mögen oder nicht, ihn altmodisch, schrammelig und unmodern finden. Aber man kann nicht umhin, anzuerkennen, dass Mumford & Sons eine der talentiertesten Bands dieser Zeit sind – emotionale, höchst musikalische Songwriter mit Gespür für Melodien und sensible Texte. ‘Babel’ macht dies einmal mehr deutlich und wird keine Erwartungen enttäuschen.

Mumford & Sons – Babel
VÖ: 21. September 2012, Cooperative Music
www.mumfordandsons.com
www.facebook.com/mumfordandsons

Mumford & Sons – I Will Wait from Cooperative Music Germany on Vimeo.

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