Film

Veröffentlicht am 23.07.2013 | von Julia

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THE PAPERBOY – Filmkritik

Wenn ihn hier irgendeine anpinkelt, dann bin ich das. Verpisst euch ihr Schlampen.
(Charlotte Bless – The Paperboy)

Von den Geschehnissen des heißen Sommers 1969 berichtet dieses erotisch aufgeladene Südstaaten-Drama. Gemeinsam mit Lee Daniels versucht Pete Dexter, der bereits die Romanvorlage für ’The Paperboy‘ lieferte, an den aktuellen Hype der Sixties-Nostalgie (Mad Men) anzuschließen – leider mit bedingtem Erfolg.

Für den Zeitungsjungen Jack (Zac Efron, stets verschwitzt im Feinripp und Verführ-mich-Blick) kommt es nach dem Rausschmiss aus der High School endlich wieder zu Turbulenzen als dessen großer Bruder Ward (Matthew McConaughey, ungewöhnlich vernarbt doch wie immer schelmisch) in das Südstaatenkaff zurückkehrt, in dem der unsympathische Vater der beiden Herausgeber einer Zeitung ist.

Der Mord an einem Sheriff soll neu aufgerollt werden, worauf die verruchte Blondine Charlotte (Nicole Kidman) die Bühne betritt, um in Schlampen-Manier für Furore zu sorgen. Noch aus dem Gefängnis heraus verlobt sie sich mit dem Hauptverdächtigen Hillary Van Wetter (herrlich psychopathisch gespielt von John Cusack), der sie daraufhin vor allen Beteiligten erniedrigt und für das Tragen einer Hose abstraft.

Die erste Stunde der Erzählung nimmt sich zu viel Zeit für die Charakterzeichnung und changiert bisweilen zwischen klischeehaften Figuren und Political Correctness, verzichtet dabei aber leider auf Spannung. Nach einem brutalen Überfall auf Ward und dessen Partner nimmt der Film Fahrt auf und birgt in den undurchsichtigen Sümpfen Floridas Gefahren für jene, die die Hoffnung auf Hillarys Unschuld gesetzt hatten.

Dieser Film wird das Publikum spalten und möglicherweise nur aufgrund der Starbesetzung erinnert werden: schließlich pinkelt Nicole Kidman nicht alle Tage in Zac Efrons Gesicht. Vielleicht kann das über die allzu bemühte Problematisierung der Rassenkonflikte (Macy Gray als bemitleidenswertes Hausmädchen der Familie) und den öden Plot hinwegtrösten.

Schade, mit diesem Staraufgebot kann die Inszenierung leider nicht mithalten. Für Fans von seichtem Sommernachtskino, Teeny- und Coming-of-Age-Filmen oder einfach vulgärem Trash: “This isn’t to say it’s a great movie, or even a good one, but it does rip along with the sort of energy and strangeness that could make it a trash classic.” (The Independent)

2von5

Regie: Lee Daniels
Darsteller: Zac Efron, Matthew McConaughey. Nicole Kidman
DVD-VÖ: 18. Juli 2013, STUDIOCANAL

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