Reviews

Veröffentlicht am 5.10.2016 | von Sophia Sailer

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WARPAINT – Heads Up

Warpaint - Heads Up Review

You’re too much, I can’t take it
You always seem to make my heart stop and
I can tell that there’s something in your eyes
Calling me

(Warpaint – So Good)

Lange habe ich einem Album nicht mehr so neugierig entgegengesehen, wie der dritten Platte von Warpaint. Vielleicht lag meine Neugierde darin begründet, was erzählt und mit der Single ‚New Song‚ dann letztlich auch mehr als bestätigt wurde: Warpaint sind tanzbarer geworden, beschwingter, getriebener und ja: versierter. Dass ihre Musik dadurch einheitlicher, einfacher oder beliebiger würde, ist ein Trugschluss, den mit Sicherheit nicht wenige im Voraus zogen. Denen sei gesagt, dass sich ein Anhören des Albums allenfalls lohnt und Befürchtungen beseitigt. Wer die Band kennt und liebt, weiß auch, dass ihre Alben schon immer mit langer Halbwertszeit gesegnet sind – so auch ‚Heads Up‚, das selbst nach unzähligen Durchläufen noch gerne von mir gehört werden wird.

Mitunter liegt das daran, dass mir Songs von Warpaint noch nie beim ersten Mal ins Ohr gingen. Da kommen einem die vier Damen Emily Kokal, Theresa Wayman, Jenny Lee Lindberg und Stella Mozgawa mit starken Rhythmen und ausgeprägten Beats diesmal ein Stück weit entgegen. Dass das aber zwangsläufig mit Tanzbarkeit einhergeht ist vielleicht nicht ganz richtig. Natürlich: ‚So Good‚, ‚New Song‘ und ‚Whiteout‚ kann man dieses Attribut zweifelsohne zuschreiben und auch an anderen Stellen erhellen Songs wie ‚Don’t Let Go‚ und ‚The Stall‚ die Stimmung. Aber dann sind da pochende, pulsierende Teile des Albums, die so angespannt wirken, wie die Katze vor dem Sprung. Nicht falsch verstehen: ‚Don’t Wanna‚ und ‚By Your Side‚ machen hier den perfekten Gegenpol.

Warpaint haben sich mit ‚Heads Up‘ weiterentwickelt, das steht außer Frage. Grundsätzlich ist das nie so ganz einfach für eine Band: Ist der Sprung zu groß, werden Fans enttäuscht, aber immer das Gleiche zu machen ist eben öde. Aber auf ihrem dritten Album wirkt die Veränderung mehr als richtig und kohärent, im Gegensatz zu vielen anderen KünstlerInnen, denen man im letzten Jahr eine Entwicklung zum Pop, Beats und Synthesizern zugeschrieben hat. Überraschend ist, dass bei ‚Heads Up‘ nichts von der gewohnten Stimmung verloren ging. Eher gewinnt sie durch die Höhepunkte des Albums nur an Spannbreite. So tun sich auf der Platte zwar immer noch die dunkelsten Tiefen auf, die einen beinahe verschlingen, aber im nächsten Moment reißen einen Warpaint ans Tageslicht. Dafür nimmt man ein kurzes Blinzeln und Taumeln gerne in Kauf.

4von5

Warpaint – Heads Up
VÖ: 23. September 2016, Rough Trade Records
www.warpaintwarpaint.com
www.facebook.com/warpaintwarpaint

Warpaint Tour:
30.10. Live Music Hall, Köln
01.11. Astra, Berlin – ausverkauft!

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