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Veröffentlicht am 24.11.2016 | von Robert Heitmann

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SLØTFACE – Empire Records

Sløtface - Empire Records CD-Kritik

Sticky eyes and a terrible breakfast
I wipe the crumbs from my plate
And ask what’s next for us?
There are about five people I can sit this close to
Still I dream of hands reaching out
They choke you

(Sløtface – Bright Lights)

Welcher Künstler ist zurzeit angesagt? Welcher Song bekommt von Musikblogs gerade besonders viel Aufmerksamkeit und wird mehrfach geteilt, kommentiert und weiterempfohlen? Fragen, auf die Hype Machine eine Antwort weiß: Aus einer Menge von etwa 800 Musikblogs weltweit werden diejenigen Songs, über die am meisten geschrieben wird, gefiltert und in einem Chart-System aufgelistet. Anfang November freute sich das norwegische Indie Rock Quartett mit dem einprägsamen Namen Sløtface über die Pole Position – mit ihrem Stück Empire Records wurden sie Artist #1 in der Hype Machine-Rangliste.

Sängerin Haley Shea verbindet mit dem Titelstück Empire Records ganz besondere Erinnerungen und beschreibt darin Plattenläden als die idealen Rückzugsorte, wenn einem alles andere da draußen zu viel wird: “It’s pretty much a silly song about running away to dusty record stores when you’re sick of normal life”…“I’ve always dreamed about working in a place like Empire Records or Championship Vinyl from High Fidelity. I just think record stores are magical places for people who love music and they make me very happy.
Musikalisch zeigen sich Sløtface auf ihrer EP von einer sehr kraftvollen Seite – treibende, verspielte Gitarren geben zusammen mit einem zielgerichteten Schlagzeug die Richtung an. Eine gewisse Pop Punk–Ästhetik vermengt sich hier mit einem scharfsinnigen Songwriting und Sheas Gesang gibt der Band einen unverkennbaren Charme, der durch ihren Fokus charakterisiert wird: “I write from a female perspective because I feel like women’s voices are underrepresented in general. Especially women angry about things.

Die Energie in den Songs ist spürbar – Sløtface verstehen es eingängige Pop-Arrangements mit Lo-Fi- und Garage Rock-Elementen zu paaren, wie Gitarrist Tor-Arne Vikingstad erläutert: “We love good pop songs, so we always try to write them”. Das Rezept geht auf – Sløtface hüllen gekonnt poppige Song-Arrangements in treibende Indie Garage-Sounds ein.

So auch im süchtig machenden Opener Bright Lights der vier Songs umfassenden EP: Die Gitarren haben hier eine gewisse Schwere, beschwingen das Stück jedoch durch einprägsame direkte Melodien und werden von einem 90s-E-Bass à la The Pixies angeschoben, wobei Sheas Gesang dem Stück eine bedächtige Tiefe gibt.

Sløtface sind mit Abstand Norwegens heißestes Exportgut und legen die Messlatte für ihre 2017 zu erwartende LP hoch. Nicht nur das Schreiben guter Pop-Songs sind das Ziel – der ständige Drang sich als Musiker weiter zu entwickeln und neue Inspirationsquellen zu finden, spornen die Band an: “We want to show people a little bit more. We want to be a band that reinvents itself.” Man darf sehr gespannt sein auf das „little bit more“ dieser norwegischen Newcomer – wahrscheinlich erwartet uns alle mit dem Debüt etwas ganz Großes.

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Sløtface – Empire Records
VÖ: 18. November 2016, Propeller Recordings
www.facebook.com/slotfaceofficial

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