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Veröffentlicht am 22.01.2018 | von Christian Weining

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LIONLION – The Atlas Idea

I can’t get a grip on my irrationality
I’m lost for words, lost for words
I’ve never made it clear to you
In actuality I’m not speaking up
I’m diffident

When I see your brown eyes
I notice, I notice my heart is still alive
When I see your doe eyes
I notice, I notice my love is
Unnoticed, my love is unnoticed

(LIONLION – Brown Eyes)

Blut, Schweiß und Tränen sind in der Ekstase von Musik bekanntermaßen schon einige verloren gegangen. Bei LIONLION war es gleich die ganze Stimme von Sänger und Keyboarder Michael Rückert, so dass die Band aus Süddeutschland tatsächlich nach langer Zeit gemeinsamen Musizierens ein Jahr pausieren musste. Umso schöner, dass eine anschließende Operation und genug Zeit der Genesung nun zur Veröffentlichung ihres Debutalbums The Atlas Idea führen konnte. Grade auch weil bis zuletzt nur eine EP geplant war.

LIONLION hießen früher Listen To Polo und waren auf vielen kleinen deutschen Bühnen unterwegs. Auf der Platte von LIONLION hört man sofort, dass seitdem ein hohes Maß an Professionalisierung stattgefunden hat. Das Songwriting ist aufwändiger und ausgefeilter und im Stil bleiben sie sich durch das Album hinweg treu. So reiht sich eine solide Indie-Rock Nummer, allen voran What Do I Know, an die Andere. Verziert wird das Ganze von teils schönen Melodien im Gesang und ab und zu leicht ausgefallenen Breaks oder Intros mit experimentellen Anklängen wie beim Titelsong des Albums The Atlas Idea.

Angenehm unterscheiden von anderen deutschen Indie-Rock Bands, tut sich die Dynamik zwischen den Instrumenten. Keys, E-Gitarre, Drums und Bass ergänzen sich an vielen Stellen auf intelligente Art und Weise und gehen Mal mehr in die Vollen und mal ganz zart in die Tiefe. Ihre Lieblingsband Mutemath ist da unverkennbar der Einfluss. Was Mutemath jedoch anders macht, ist das was LIONLION fehlt. Da ist keine Rauheit, keine Ecken und Kanten, nicht der nötige Schritt weiter. Der Sound und Gesamtklang des Albums ist glatt und klingt zu sehr nach Pop-Akademie und zu wenig nach Indie mit Eigendynamik und Willensstärke. Himalaya und Overcloud sind da ganz besonders prägende Beispiele.

Eines ist offensichtlich. Die Zwillingsbrüder Michael und Matthias Rückert, André Bayer und David Laplant wollten alles richtigmachen. Das fängt an bei ihrer Story zum Album, die von der weiten Arktis, selbstkritischer Melancholie und einem neuen Anfang erzählt, und spiegelt sich schließlich in den leider zu oft glatten und berechnenden Stücken wieder. Dennoch klingt bei LIONLION an, dass ein eigener Stil in ihnen schlummert, der Freude bereitet. Guter Anfang! Um tief im Gedächtnis zu bleiben, muss dann vielleicht beim nächsten Mal noch mehr von diesem eigenen Stil herausgekitzelt werden. Dann könnte das was werden!

LIONLION – The Atlas Idea
VÖ: 19. Januar 2018, LIONLION Records
www.lionlionmusic.com
www.facebook.com/lionlionmusic

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