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Veröffentlicht am 23.08.2019 | von Andreas Peters

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L’AUPAIRE – Reframing


Foto-© Sebastian Berthold

I’ve known pain
I’ve known sorrow
and I know what it’s like to fail
out of the blue – there came you
and something changed

(L’aupaire – Whole Wide World)

Leicht nachdenklich, dabei doch hoffnungsvoll und auch etwas verschmitzt blickt der Folk-Pop-Sänger Robert Laupert, der seit 2013 unter seinem bekannteren Künstlernamen L’aupaire auftritt, mit seinen rehbraunen Augen hier Richtung Kamera. In den vergangenen knapp drei Jahren ist es etwas stiller um den sympathischen Singer-Songwriter geworden, der mit seinem 2016 veröffentlichten Debüt Flowers international gefeiert wurde und dessen leicht brüchige, sehnsuchtsvolle Stimme einige Kritiker gar mit der von Giganten wie Bob Dylan oder Tom Waits in Verbindung brachten. Mit seinem zweiten Werk Reframing bricht der gebürtige Frankfurter nun sein Schweigen: In den zehn neuen Stücken sowie fünf zusätzlichen Cover-Songs offenbart L’aupaire einen sehr persönlichen Blick auf seine Gefühlswelt und erschafft komplexe Klangwelten zwischen lässigem, melodischem Folk-Pop und verträumten Klavierballaden, in die man umgehend versinken möchte.

Die bluesige, etwas kratzige Stimme, die sehnsuchtsvoll durch die Liedzeilen flirrt, gepaart mit einer schlichten, bedächtigen, aber sehr wirkungsvollen Instrumentierung – meist bestehend aus Gitarren- und Klavierelementen – dafür ist L’aupaire bekannt und auch auf seinem neuen Werk ist es dieser charakteristische Sound, der sich in das Ohr eingräbt. Zu Beginn steht das bedächtige, fast schon zaghafte Renegades, das schnell eine harmonische Sogwirkung entfaltet. Mit dem etwas rhythmischeren Cinderella, einem beschwingten und hoffnungsvollen Stück, das mit seinem nostalgischen Vibe schon an Songs der Lumineers anklingt sowie dem darauf folgenden Whoever You Are, einer verträumten und hingebungsvollen Ballade, die seiner einjährigen Tochter gewidmet ist, lässt der Folk-Künstler sein großes Talent für Lieder anklingen, die gekonnt die Balance zwischen tiefsinnigen Texten und melodischen Arrangements mit Sing-Along-Potenzial halten.

Die Versenkung des Künstlers in den Tiefen der eigenen Gefühlswelt und dabei den Rahmen des eigenen Lebens immer wieder neu zu hinterfragen und aufzubrechen – so lässt sich Reframing wohl verstehen und dies wird von L’aupaire vor allem durch die sehr getragenen und charakteristischen Balladen verkörpert, die das Herzstück dieses Albums ausmachen. „Keep on pressing, pressing, till it hurts“, moniert Robert Laupert mit etwas leidvoller Stimme in Keep On Pressing und lässt durchscheinen, dass sein neues Werk auch als Spiegel seines eigenen Reifeprozesses der letzten Jahre verstanden werden kann. Davon zeugen auch die elegant-verträumten Klavierballaden Whole Wide World und Rainfall, die in ihrer melancholischen Grundstimmung von der Zerbrechlichkeit des Einzelnen berichten, zugleich aber auch die Hoffnung auf Geborgenheit durchscheinen lassen. Ein besonderes Highlight der Platte sind fünf Coversongs – L’aupaires Verneigung vor verschiedenen Künstlern –, die beim Kauf der limitierten Vinyl und der Deluxe-CD Ausgabe zusätzlich erhältlich sind, darunter ist auch seine zauberhafte Interpretation von Toploaders Dancing in the Moonlight.

Reframing, das steht für Neugestaltung, Dinge in einen neuen Zusammenhang zu setzen und Rahmenbedingungen für einen neuen Blickwinkel verändern zu lassen – der Musiker und Sänger hinter L’aupaire hat auf seinem zweiten Album eben diesen Versuch unternommen und präsentiert dabei ein authentisches Werk, das von hingebungsvollen Balladen bis hin zu stimmungsvollen, eingehenden Folk-Stücken eine vielfältige Welt mit einem starken persönlichen Bezug zu der Lebenswelt des Sängers erschafft. Hier sieht man, wie ein Künstler zu sich kommt, die Grenzen des eigenen Schaffens neu definiert und sich auf das besinnen kann, was ihm Kraft gibt.

L’aupaire – Reframing
VÖ: 23. August 2019, Vertigo Berlin
www.laupaire.com
www.facebook.com/laupaire

L’aupaire Tour:
31.08. Golden Leaves Festival, Darmstadt
08.10. Naumann’s, Leipzig
09.10. Gleis 22, Münster
11.10. Kalif Storch, Erfurt
12.10. Luxor, Köln
22.10. Im Wizemann, Stuttgart
25.10. Zeche Carl, Essen

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