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Veröffentlicht am 10.09.2019 | von Lara

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DEVENDRA BANHART – Ma


Foto-© Lauren Dukoff

It’s getting too late to tell if it’s too soon
And the future’s being born right here in this room
Press the button of world peace
And wipe out everything but the moon
Ooh, kantori ongaku
Shikata ga nai
Like a flower on an east end block
Living from groupie to groupie
That’s all the love that some of us know
That’s all the love some know

(Devendra Banhart – Kantori Ongaku)

Nach drei Jahren veröffentlicht Freak Folk-Sänger Devendra Banhart sein nunmehr 10. Studioalbum Ma und liebäugelt wieder mehr mit fröhlichem Folkpop. War Vorgänger Ape in Pink Marble noch sehr ruhig und melancholisch, klingt Ma sehr viel entspannter und positiver.

Im Zentrum der Platte steht die Mutterliebe, nicht nur die menschliche, sondern auch Musik als Mutter der Kunst. Devendra Banhart ist eben ein Poet, ein eigenwilliger Künstler. In seinem fast 20jährigen Schaffen als Solomusiker hat er sich immer das Wesen des charmanten Hippies bewahrt. In seinen 20ern etablierte er sich als Vorreiter des Freak Folks, psychedelisch, wortgewandt und etwas weird. Mit seinem Wechsel zu Warner 2009 bewegte sich der heute 38jährige mehr dem Pop zu, ohne dabei natürlich Mainstream zu werden. Die Haare kamen ab, der Bart wurde getrimmt – aus Hippie wurde Hipster. Auch Ma klingt deutlich gezähmter als noch die Alben von Anfang der 2000er. Keine melancholischen Balladen wie auf Ape, sondern ein fröhlicher Mix aus Pop, Soul, Jazz und Folk. Ebenso singt Banhart wieder in seiner Muttersprache Spanisch.

Abre Los Manos ist ein träumerische, Salsa inspirierte Hommage an Venezuela, das turbulente Zeiten durchmacht. Banhart predigt hier Liebe und Verständnis für seine Heimat. Auch auf Love Song gibt sich der US-Amerikaner romantisch und positiv. Das mütterliche Grundthema betrachtet Banhart aus verschiedenen Winkeln auf dem Album und kombiniert es mit persönlichen sowie globalen Sichtweisen. „I’m in my Free Tibet shirt that’s made in China, with evolution’s last jumping off point behind ya“, heißt es auf dem bluesigen Taking a Page. „What’s the loving I’ve made to the loving I lack? I showed up at your wedding hoping you would take me back“, singt er auf Kantori Ongaku. Der Titel bedeutet auf japanisch Countrymusik und ist eine Anspielung Haruomi Hosono, ein Gründungsmitglied der elektronischen Band Yellow Magic Orchestra. Entspannt und fröhlich singt Banhart mit seiner sanften Stimme zu der folkigen Melodie.

Devendra Banhart hat seine weirde Hippie-Zeit längst hinter sich gelassen, gibt sich dennoch geistreich und vielfältig auf seinen eher poppigen Alben. Ma ist bunt, gechillt und schön anzuhören.

Devendra Banhart – Ma
VÖ: 13. September 2019, Nonesuch
www.devendrabanhart.com
www.facebook.com/DevendraBanhart

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