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Veröffentlicht am 26.04.2021 | von Liv

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MINE – Hinüber


Foto-© Simon Hegenberg

Worein bist du gebor’n?
Was blieb dir verborgen?
Ich glaube nur an Glück
Du hast es, oder nicht
Und was du damit tust
Entscheidest alleine du

(Mine – Unfall)

Nach ihrem letzten Album Klebstoff veröffentlicht die Sängerin Mine nun am 30. April ihr neues Werk Hinüber. Ich durfte schon mal reinhören und bin komplett begeistert. Aber wenn ich mal ganz ehrlich bin, habe ich auch nichts anderes erwartet. Mit ihrer Musik hebt sich die Künstlerin vom Rest der Deutschsprachigen Popmusiker:innen und dem Mainstream definitiv ab. Statt 08-15-Radio-Gedudel gibt es bei ihr reflektierte, tiefgründige Texte und Arrangements, bei denen dir der Atem stockt. Die Frau ist einfach talentiert. Bereits beim ersten Durchhören des Albums wird einem klar, welch wichtige und dringliche Thematiken hier angesprochen werden. Mine greift beispielsweise im Track Unfall das Jahr 2020 auf und was dieses mit ihr gemacht hat: “2020 war natürlich wie gemacht dafür, ein wenig mehr nachzudenken, weil man viel Zeit mit sich selbst verbringen musste. Unfall fasst sehr gut zusammen, wie ich mich gefühlt habe. Der Dezember ist genau die richtige Zeit, um Revue passieren zu lassen, was in diesem Jahr los war und wie privilegiert wir trotz allem leben können, während anderswo – zum Beispiel an den EU-Grenzen – die Situation verheerend ist. Sich diese Dinge bewusst zu machen, ist für mich jetzt die wichtigere Message als ein Weihnachts- oder ein Liebeslied.“

Trotz politischen, gesellschaftskritischen und auch durchaus schwermütigen Songs, wie Unfall, Hinüber oder auch Tier schafft Mine ebenfalls den Spagat zum sorgenfreien Gegenteil, wie dem Track Eiscreme. Ein luftig, leichter Song über das, was sie einfach gerne mag – nämlich Eis. Das klingt jetzt vielleicht nach einem relativ großen Bruch in der Thematik, aber keine Panik: Mine schafft es zu zeigen, dass man sehr wohl Ernsthaftigkeit mit Leichtigkeit mischen kann und das ohne, dass es auf irgendeine Art und Weise unpassend erscheint oder die gesellschaftskritischen Tracks an Aussagekraft verlieren.

Textlich scheint Mine auf Hinüber sich ebenfalls auszuprobieren. Ihre Lyrics sind zu Teilen zugänglicher geworden. Nein, sie schlägt nicht den „Liebe, lebe, lache“-Pfad ein, sie bleibt sich schon treu. Allerdings versucht sie zielgerichtet und direkt auf den Punkt zu kommen. Ihre Statements sind so eindeutig, dass man diese gar nicht missverstehen kann. Das ist auch das, was das Album ausmacht, es sind klare Ansagen und viel Gefühl.

Mine – Hinüber
VÖ: 30. April 2021, Virgin Records
www.minemusik.de
www.facebook.com/MineMusik

YouTube video

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Über den Autor

Für die Bühne hat es leider nicht gereicht, deshalb schreibt Liv jetzt einfach über Musik.



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