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Veröffentlicht am 5.10.2021 | von Robert Heitmann

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PORCHES – All Day Gentle Hold !


Foto-© Jason Nocito

I bury my face in the neck of my friend
I got it in my head just thinking
I like that I like that I like that
I miss that I miss that I miss that

(Porches – I Miss That)

Für sein fünftes Studioalbum All Day Gentle Hold ! stellt der New Yorker Künstler Aaron Maine – besser bekannt unter seinem Alias Porches – Natürlichkeit und sein ungeschminktes kreatives Bauchgefühl in den Mittelpunkt. Geschrieben und aufgenommen inmitten der Pandemie und einem dadurch auf den Kopf gestellten Alltag ohne Struktur sollten die neuen Songs so direkt wie möglich aus seiner Feder fließen. Gefüllt mit so viel Liebe, Eindringlichkeit und Leidenschaft für die Menschlichkeit wie nur möglich, besinnt sich der Musiker hier auf seine Rockwurzeln und stellt dabei die Gitarre als sein Hauptinstrument in den Mittelpunkt.

War sein Vorgängeralbum Ricky Music aus dem Jahr 2020 noch mit einer umfangreichen Produktion versehen, liegt der Fokus bei den insgesamt elf neuen Songs auf einer Klangpalette aus zwei Gitarren, Keyboard, Live-Schlagzeug und einer Drum Machine. Ganz klar sind hier die Einflüsse aus Maines Teenagerjahren um Pop-Punk, Grunge und Bands wie den Ramones und Nirvana herauszuhören, wenn die neuen Stücke härter, schneller und lauter erklingen als jemals zuvor auf einer Porches-Platte. Direkt und pointiert hören wir hier eine feierliche Sammlung energetischer Songs, die nur einen kleinen Moment benötigen, um den Hörer einzunehmen. So verschwendet Maine auch im Opener Lately keine Zeit, um in ein Meer aus Synthies, Schlagzeug-Becken und Gitarren einzutauchen, um so seinem Gemütszustand während dieser verrückten Zeit mit der ersten Zeile auf den Punkt zu bringen: “My vibe has been pretty fucking / Crazy, crazy, crazy, crazy / Lately, lately, lately, lately.” Wie in einem tranceartigen Zustand ist der Song von stark repetitiver Natur, die Worte scheinen mit jeder Wiederholung an Dringlichkeit und Bedeutung zu gewinnen, wenn da zum Schluss die Frage steht: “Crying out, how’s everybody holding up out there?”

Auch der als erste Single gewählte Song Okay entspringt der inneren Gefühlswelt eines Musikers, die er so ehrlich und unverblümt wie möglich mit seinem Umfeld teilen möchte. Ein funkelndes, an Elliott Smith erinnerndes Gitarren-Fingerpicking stellt die Bühne für Maines Bekenntnis mit unverhüllten Textzeilen wie “I wake up / Like a big black hole / Put a coffee in me / Light one up and leave everybody alone.” Mit I Miss That liefert uns Maine in gewohnt bittersüßer Art das Stück, welches wohl direkt aus einem gebrochenen Herz zu fließen scheint. Die Erkenntnis, das zu vermissen, was man zuvor vielleicht doch als zu selbstverständlich angesehen hat, schmerzt und hallt hier durch ein Bett aus Synthieflächen: “I couldn’t believe what I had so I threw it away / I was bad, just thinking.”

Es ist diese Ehrlichkeit, der man sich als Hörer auch schon auf Porches vorigen Alben immer so nahe gefühlt hat, die uns auch auf All Day Gentle Hold ! wieder packt. Mit den Erfahrungen der vergangenen Monate ist Maines Songwriting dringlicher denn je, sodass die Songs uns noch schneller fesseln und mit einer melancholischen Ruhe erfüllen.

Porches – All Day Gentle Hold !
VÖ: 8. Oktober 2021, Domino Records
www.porchesmusic.com
www.facebook.com/porches

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