Film

Veröffentlicht am 30.10.2012 | von Julia

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JAMES BOND 007: SKYFALL – Filmkritik



I like you better without your Beretta.

(James Bond – James Bond 007: Skyfall)

Vor genau 50 Jahren, im Oktober 1962, feierte ‚James Bond: Jagd auf Dr. No‚ in London Premiere. Und auch im Jubiläumsfilm ‚James Bond 007: Skyfall‚, spielen der Aston Martin, hochprozentige Drinks und tiefdekolletierte Frauen nach wie vor eine Rolle – aber Dank der großartigen Regie von Sam Mendes erfährt der Zuschauer eben auch sehr viel mehr über das Innenleben der Figuren und damit auch mehr über ihre Vergangenheit. Bond-Kenner wissen, was sie dem obligatorisch bedeutungsschwangeren Vorspann bereits entnehmen können. Diese wenigen Minuten der Vorfreude, denen die Britin Adele ihre glamouröse Stimme für den Titelsong leiht, deuten bereits Konflikte und Schauplätze des neuen Abenteuers an.

Sein Hobby sei Auferstehung, behauptet James Bond in ‚Skyfall‘ und tatsächlich, nachdem in der fulminanten Eröffnungssequenz eine Mission in Istanbul schief läuft und 007 von der Bildfläche verschwindet, taucht er erst wieder auf, als das MI6 unter Beschuss gerät und eine Reihe von weltweiten Undercover-Agenten enttarnt werden. Das Dauerthema „Terrorismus“ macht eben auch vor der 23. Bond-Mission nicht Halt.

Der Erzählstil von Oscar-Regisseur Sam Mendes (‚American Beauty‚) nimmt den Zuschauer mit, verzichtet auf hohe Komplexität und führt Figuren zur richtigen Zeit in die Handlung ein. Der neue Spionagebeauftragte des Geheimdienstes Gareth Mallory (Ralph Fiennes) bringt frischen Wind in das MI 6 und stellt M (Judi Dench) vor neue Herausforderungen. Auch in der Entwicklungsabteilung darf man sich mit einem Generationswechsel bekannt machen. Den neuen Q (Ben Wishaw, ‚Das Parfüm‚) mimt zeitgemäß ein jugendlicher, bebrillter Nerd, der nach eigenen Angaben in seinem Pyjama mehr Schaden anrichten kann als Bond im Außeneinsatz.

Tatsächlich scheint es, als habe Bond all die Verletzungen, Explosionen oder Sprünge aus gigantischen Höhen nicht ohne Weiteres weggesteckt. So zielgenau trifft er nicht mehr. Wie also soll er seinem Gegenspieler, dem Bösewicht Raoul Silva (Javier Bardem) die Stirn bieten? Dazu verlegt sich die Handlung in den Untergrund und in die Schatten, wo Bond sich nicht nur mit hinterlistigen Ratten auseinander zu setzen hat, sondern auch das Verhältnis zu den eigenen Autoritäten überprüfen muss. Dabei wird seine Aufmerksamkeit des Öfteren von der schönen Kollegin Eve (Naomie Harris) oder der mysteriösen Severine (Bérénice Marlohe) abgelenkt…

‚Skyfall‘ gibt sich zum Jubiläum very british und spielt einen Großteil der 143 Minuten auf dem britischen Festland, wo auch Regisseur Mendes die meiste Zeit seines Lebens verbrachte. Der Zuschauer folgt James Bond in die menschenwimmelnde Metropole London oder zu melancholischen Landschaften im Norden der Insel. Es ist überaus ratsam, den Film im englischen Originalton zu schauen, um sich nicht um die Freude über den Akzent und die Wortspiele zu bringen. Die Kombination von Bildexperimenten, wie beispielsweise Spiegelungen und Schattenspiele, mit der klassischen Filmmusik, typischen Bond-Attributen und einer Oscar-Besetzung vor und hinter der Kamera bildet ein gelungenes Geburtstagsgeschenk und einen zeitgemäßen und somit jetzt schon klassikerverdächtigen Bond-Film! Darauf einen Martini!

Eine Randnotiz: Wenn auch dieser neue Bond dem Zuschauer sehr viel plausibler erscheint als seine Vorgänger, bleiben einige Fragen bezüglich seines Gegenspielers bis zum Fall des Vorhangs offen: Warum bleicht sich der Latino Silva die Haare und Augenbrauen? Will er dem Superagenten vielleicht sogar ähneln?

Skyfall (UK 2012)
Regie: Sam Mendes
Darsteller: Daniel Craig, Javier Bardem, Judi Dench, Ralph Fiennes, Naomie Harris, Ben Wishaw
Kino-Start: 1. November 2012, Sony Pictures

httpvh://www.youtube.com/watch?v=ML0KxLngGN8

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