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Veröffentlicht am 15.06.2016 | von Jonathan Hirschhäuser

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FEWS – Means

Fews - Means CD-Kritik

I keep on telling myself I’m understood
I keep on telling myself that we do good
I keep on telling myself

(Fews – Keep On Telling Myself)

Wer sind FEWS? Noch nie was von denen gehört. Auf dem Cover von ‚Means‚ sind vier junge Männer in weißen Turnschuhen zu erkennen. Drei Blicke gehen zu Boden, einer direkt in die Kamera. Gesichter erkennt man keine – will sich das Quartett verstecken? Lieber mal ein bisschen im Internet recherchieren: Drei Schweden und ein US-Amerikaner mit Homebase in London. Haben sich über MySpace kennengelernt und sich in den darauffolgenden Jahren durch exzessives Touren Dan Carey als Produzent für das erste Album geangelt. Nicht schlecht, denn der hat schon mit Größen wie Tame Impala zusammengearbeitet. So weit, so gut. Aber was ist mit der Musik?

Verstecken wollen sich FEWS sicher nicht. Der Opener ‚I.D.‚ ist ein treibender Postrocksong mit feinster Gitarrenarbeit, straightem Beat und genügend Opulenz. So ein Song hätte auch auf dem letzten Werk Mogwais erscheinen können. Ein starker Einstieg in ein Debüt. Diese Energie und Abgeklärtheit höchstens noch im zweiten Lied, der Vorabsingle und einzigem richtigen Hit ‚The Zoo‚ zu erkennen. Hört man weiter, setzt sich langsam aber sicher ein doofer Gedanke fest: „Das ist immer das gleiche.

‚Means‘ wirkt größtenteils festgefahren und uninspiriert. Die meisten Songs sind nach dem gleichen Schema aufgebaut. Dazu hier ein wenig Foals, da ein bisschen DIIV. Der Gesang ist eher nervig als mitreißend. Zwei Songs wurden sogar mit dem exakt gleichen Outro versehen. Warum nur? Das es auch anders geht, hört man bei der vielleicht einzigen Perle zwischen all den Steinen. ‚Keep On Telling Myself‚ ist das einzige Lied, bei dem sich FEWS trauen, aus ihrem Rahmen zu fallen. Es ist langsam und getragen. Zu Beginn ist nur eine einsame Gitarre zu hören. Der Titel wird dazu mantra-artig wiederholt. Langsam entfaltet sich eine wunderschöne, düstere Ballade, wird rauer und eindringlicher. Wie zu besten Zeiten von Porcupine Tree.
Die Hoffnung ist also lange nicht verloren. Die junge Band muss ihren eigenen Sound noch finden, anstatt den Sound ihrer Vorbilder zu recyceln oder unmotiviert Schema F zu wiederholen. Das Potential ist unüberhörbar. Das nächste Album kann groß werden.

2-3von5

Fews – Means
VÖ: 20. Mai 2016, PIAS
www.fewsmusic.com
www.facebook.com/fewsmusic

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