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Veröffentlicht am 26.10.2016 | von Sophia Sailer

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ADULESCENS – Ataxia

Adulescens - Ataxia CD-Kritik

Can you hear my beating heart
There’s something about to start
You walk away and leave behind
All the people and the cities flashing lights
And everything could be alright
But something
Something is on my mind

(Adulescens – Ataxia)

Adulescens, nicht zu verschwechseln mit den californischen Adolescens, stammen aus dem tiefsten Bayern. Seit geraumer Zeit machen die fünf schon Musik – bis zum aktuellen Debütalbum ‚Ataxia‚ hat es überraschend lang gedauert, nachdem sie 2011 bereits einen Bandcontest gewonnen haben. Aber jetzt ist es da: nach bandinternen Besetzungswechseln, 3 Jahren, genauso vielen Studios und zwei Produzenten später.

Das ist schon ok so, dafür klingt das Album nämlich jetzt genau so, wie sie es sich immer vorgestellt haben. Ziemlich experimentell, irgendwo zwischen Indie und Post Punk angesiedelt mit mehr als einem Hauch Elektronik bestückt. ‚Ataxia‘ beginnt mit dem ausufernden Song ‚Wyet‚, von dem man im ersten Moment nicht sicher ist, ob es sich dabei nicht um ein Intro handelt. Tatsächlich versteckt sich darin aber nicht nur einer der besten Titel des Albums, sondern auch einer, der mit aufgebrochener Struktur und wenig Gesang den Ton angibt.

Immer wieder geht es auf der Platte weg von standardisierten Formen, hin zu Liedern, die länger als die durchschnittlichen 3,5 Minuten dauern und sich ausgefallenen Arrangements hingeben, stets gezeichnet vom An- und Abschwellen der ausgetüftelten Gitarrenparts (‚Hold Me Down‚ und ‚No New Answers‚). Entgegen stehen dem Songs wie ‚Evermore‚ oder ‚My Modest Monster‚, die Vorabsingle. Sie sind weitaus eingängiger, strukturierter und fokussierter auf ihre markanten Refrains.

Es fällt schwer, die Band in eine Schublade zu stecken – und das im besten Sinne. Obwohl die Elektronik ihre Indie-Arrangements durchwebt wie der ideale rote Faden, wirkt die Platte an keiner Stelle öde oder künstlich konstruiert. Die Zeit, die sich Adulescens für ihr Debüt genommen haben, war es definitiv wert. Man merkt ihnen an, dass sie lange an ihrem eigenen Stil gefeilt und ihn letztlich auch gefunden haben. In einem Song heißt es „There’s no future for you and me“ – wir hoffen das Gegenteil.

3-4von5

Adulescens – Ataxia
VÖ: 28. Oktober 2016, Listen Records
www.adulescensmusic.de
www.facebook.com/adulescens

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