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Veröffentlicht am 6.03.2017 | von Merle

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PETER SILBERMAN – Impermanence

When my nerve wore down
I was assailed by simple little sounds:
Hammer clangs, sirens in the park
Like I never heard New York

Blaring brakes, trapped trucks
Honking horns, hissing buses stuck
Shrieking trains barreling berserk
Like I never heard New York
Like I never heard New York

When the room grew loud
I learned to stand in back
Behind the crowd
Dam canals with cork
Like I never heard New York

(Peter Silberman – New York)

Ein Raum, in dem vollkommene Stille herrscht. Ein Mann, der beginnt Gitarre zu spielen. Zaghaft, vorsichtig. Dann eine zerbrechliche Stimme. Und nach und nach füllt sich diese Stille mit Musik, minimalistisch und fragil wie die ersten Akkorde auf der Gitarre. Das mag furchtbar kitschig klingen, doch das Soloalbum des The Antlers-Sängers Peter Silberman ist ein wundervoll intimes Album geworden.

Vor einigen Jahren wurde bei Silberman eine temporäre Taubheit auf dem linken Ohr und ein schwerer Tinnitus diagnostiziert. Der Arzt verordnete ihm Ruhe, doch der Sänger, der die ständigen Geräusche um ihn herum gewöhnt war, begann stattdessen, die „tosenden Niagarafälle“ in seinem Kopf mit Klangmeditation zu bekämpfen. Eine Erfahrung, die er ohne seine Bandkollegen machen musste, und so scheint es auch die logische Konsequenz zu sein, dass Impermanence sein erstes Soloalbum geworden ist.

Die sechs Titel, die Teil der Therapie waren, klingen, als würde Silberman die Stille und Ruhe nun erst richtig wertschätzen. Er nimmt sich Zeit, was nicht nur an dem fast neunminütigen Opener Karuna zu hören ist, sondern sich als Charakteristika durch das ganze Album zieht. Dazu der Gesang, der ebenso entschleunigt klingt und wie in Ahimsa hier und da wie selbstverständlich von Vogelgezwitscher oder Grillenzirpen begleitet wird.

I‘m listening for your silence, But God, there‘s so much noise“, klagt Silberman in Gone Beyond. Stimme, Gitarre und Becken, das sich nach einigen Minuten hinzufügt, klingen so traurig, dass man glaubt, Silbermans Schmerz recht gut nachempfinden zu können. Gleichzeitig ist da etwas Tröstendes, die Stimme, die immer wieder mit der Jeff Buckleys verglichen wird und eine Melodie, die auch einem Wiegenlied gut stehen würde.

Der Titeltsong, der auch gleichzeitig das Album beendet, kommt als einziger ohne diesen Gesang aus. Man wird zurückgelassen mit einem Rauschen im Ohr. Vielleicht sind das diese Niagarafälle, von denen Silberman spricht. Doch das Geräuscht verebbt und so lässt hoffen, dass auch Peter Silberman nun wieder die Stille hört.

Peter Silberman – Impermanence
VÖ: 24. Februar 2017, Transgressive
www.petersilberman.com
www.facebook.com/psilb

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