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Veröffentlicht am 17.12.2019 | von Lea Kleisinger

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STORMZY – Heavy Is The Head


Foto-© WMG

Young black king, don’t die on me
You my brother, you my keeper,
I need you to keep an eye on me
And no more fightin‘ on the streets
Walking ‚round with all this pride on me
Well, shit, shit’s tough for us already,
know that you can still rely on me
Please, just stay alive for me
And my young black queens, don’t quit now
Yeah, you’re the only ones that got us
I could never let my sis‘ down
You’ve been too strong for too long,
yet still you never sit down.

(Stormzy – Superheroes)

Heavy Is The Head ist das zweite Album des britischen Rappers, Produzenten und Aktivisten Michael Omari, alias Stormzy. Begründet wütend aber auch überraschend verletzlich und sanft zeigt er sich auf seinem neuesten Werk. Pünktlich zum Erdrutschsieg der Konservativen im britischen Parlament ertönt erneut Stormzys frustrierte Stimme aus den Lautsprechern „fuck the government and fuck Boris“. Sein Album behandelt nicht nur seine Schwierigkeiten mit Ruhm, sondern spiegelt die Stimme einer ganzen Genration in England wider. Eine starke, kreative und bunte Generation, deren Stimme durch die verstaubten älteren Generationen erstickt wird. Wenn es in England nicht Vorwärts geht, geht es dafür in seinen Liedern ordentlich vorwärts und seine Stimme ist klar und laut genug, dass alle hören, was er zu sagen hat.

Heavy Is The Head zeigt uns Stormzy wie wir ihn kennen. Kräftiger britischer Akzent, brillanter Flow, drückender Bass und verzwickte Lyrics. Aber es zeigt uns auch eine neue Seite des Künstlers. Neben den an seinen früheren Grime-Style erinnernden Beats kommen auch Streicher, Brassband, Chöre, akustische Gitarre, elektronische Spielereien, Afrobeat Rhythmen und eingängiger RnB zur Geltung. Die dazugewonnene Finesse wird von Kollaborationen mit Tiana Major9, Yebba, H.E.R. und Ed Sheeran vervollständigt, wobei letzteres etwas befremdlich wirkt.

Mit Big Michael gibt uns Stormzy einen klassischen Einstieg in das Album. Er baut einen kleinen Rückblick auf seinen epischen Auftritt als erster schwarzer Künstler als Headliner des Glastonbury Festivals ein. Im Laufe des Albums lässt er erkennen, dass er den Auftritt, bei dem er die von Banksy designte, schusssichere Veste trug, als Test Gottes empfand. Wie er in einem Interview verriet, hatte er schon immer ein starkes Pflichtbewusstsein, wenn es um seine Kariere geht. Er scheint sich seiner Position als Vorbild und Aktivist sehr bewusst zu sein. Mit Rainfall kommt das erste Mal der verspielte Afrobeat Rhythmus zur Geltung. Der Track Handsome ist eingängig und der Refrain durch seine stark verzerrte Stimme besonders. Das verträumte Don´t Forget to Breathe mit der souligen Stimme von Yebba ist so zart, dass man nochmal guckt, ob man das richtige Album hört. Die Message des schönen Superheroes ist eindeutig: Stormzy adressiert die junge, schwarze Generation in England und bestärkt sie ihre Träume nicht aufzugeben. Lessons ist ein sehr persönlicher Track, in dem er von einer Ex-Freundin erzählt, über die er nicht hinweg zu kommen scheint.

Alles in allem ist Heavy Is The Head ein abwechslungsreiches und ausgewogenes Album, das Stormzys Position in der britischen Musikszene bestärkt und die Wichtigkeit seines Schaffens unterstreicht. Wer möchte, kann das alles auch live erleben, denn nebenbei hat der Künstler für 2020 eine riesige Welttour angekündigt.

Stormzy – Heavy Is The Head
VÖ: 13. Dezember 2019, Warner Music International
www.stormzy.com
www.facebook.com/stormzyofficial

Stormzy Tour:
20.02.20 Columbiahalle, Berlin
24.02.20 Docks, Hamburg
28.02.20 Carlswerk, Köln
01.03.20 Altes Postlager, Mainz

YouTube video

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