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Veröffentlicht am 2.03.2021 | von Lea Kleisinger

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SMERZ – Believer


Foto-© Benjamin Barron & Bror August

Maybe soon I will ask you to help me
I’ve been all over your game lately
You think I’m good if I just have my boyfriend?
Love is quite hard work, I alrеady mentioned
Maybe soon I can borrow your mind?
All my big drеams been lost for some time
And I will need some compensation for this
And I keep wondering if I’m getting restless.
I’m not giving up on loving you
Lovers always down, I’ll be down with you
I see everything from the outside
When did this start, seeing everything from outside?
I’m not giving up on loving you
Lovers always down, I’ll be down with you
I see everything from the outside
When did this start, seeing everything from outside?

(Smerz – Because)

Das norwegische Duo Smerz besteht aus Henriette Motzfeldt und Catharina Stoltenberg. Leben tun die beiden mittlerweile in Kopenhagen und das Großstadtleben spiegelt sich in ihrem Debütalbum Believer wider. Desorientierte, kratzende Elektrobeats und konfuse Vocals prägen das außergewöhnliche Album. Tirzah trifft Björk trifft HVOB. Aber auch Oneohtrix Point Never könnte auf ihrer Liste musikalischer Vorbilder auftauchen. Inspiration finden die beiden in ihren vergangenen Jahren im Kinderchor, Familienurlauben in der unberührten Natur Norwegens und auch in Filmen. Kontrast stellen bei diesen Inspirationsquellen, die rein am Computer produzierten Beats der Musikerinnen dar.

Während die 2018 erschienene EP Have fun mit grandiosen und vor allem zugänglichen Tracks wie Bail on me und No harm geglänzt hat, stellt Believe ein viel anspruchsvolleres Hörerlebnis dar, bei dem man zu oft das Gefühl bekommt, dass die beiden sich im experimentellen Klang verloren haben. Hester verbreitet ein unüberwindbares Gefühl von Aufregung und Beklemmung. Das Rap Interlude besteht aus disharmoniertem Gesumme und purem Sprechgesang. Missy arbeitet mit Druckwellenartigen, sich wiederholenden Rhythmen, ohne den Zuhörer am Ende zu erlösen. Ganz anders wirkt Versace Strings mit klackernden Beats und schönem mit Echo unterlegtem Frauengesang. The favourite versetzt den Zuhörer zurück in die sonderbare Ära der barocken Kammermusik. I don´t talk that much bedient sich eines jahrhundertealten norwegischen Volkstanzes, dem Hallingdans. Der gelungene Einsatz von Violinen-Klängen harmonisiert einzelne Tracks und komplexe Rhythmusstrukturen verleihen ihnen dazu etwas Episches.

Believer ist eine Ode an das Düstere und Verschrobene in der Welt. Zwischen sinnlichen Vocals, Folklore, Techno und Rap schaffen die Norwegerinnen manchmal unheimliche, andermal beschwichtigende Stimmungen. Sauberen Hörfluss sowie Zugänglichkeit kann man dem Album jedoch nicht zusprechen. Es gleicht einer impressionistischen Tanzaufführung, bei der man ab und an nicht anders kann, als ihr einen karikativen Charakter zuzuschreiben. Nichtsdestotrotz lohnt es sich dem Debütalbum von Smerz eine ehrliche Chance zu geben, vor allem wenn man seine Hörgewohnheiten herausfordern will.

Smerz – Believer
VÖ: 26. Februar 2021, XL Recordings
www.smerz.no
www.facebook.com/Smerzno

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