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Veröffentlicht am 22.03.2021 | von Lea Kleisinger

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TUNE-YARDS – sketchy.


Foto-© Pooneh Ghana

Parents are children
Parents are children
Parents were children all of the time
Parents they made us
They tried to raise us
But parents betrayed us even when they tried.
They held us close and dear
And told us lies that they’ve been telling themselves for years
They’ll suffocate me so I..
Hold myself now
I have to hold myself now
No choice of when and I don’t know how
But I will hold myself now.

(Tune-Yards – hold yourself)

Was mit einer Ukulele, Kassettenspieler und Loopmaschine begann hat sich mit jedem der fünf vorherigen Alben ein Stück weiterentwickelt. Die neueste Entwicklung ist das sechste Studioalbum, sketchy. Das Resultat stundenlanger Jam-Sessions und dem tauschen von Computer-Samples gegen Live-Instrumente. Mit Frontfrau Merril Garbus an den Drums und Bandkollege Nate Brenner am Bass sind elf Tracks entstanden, die trotz ernster Themen gute Laune verbreiten.

Nowhere, man schleudert sich dem Hörer praktisch entgegen und läutet das Album somit ganz nach dem Tune-Yards Geschmack ein. Abgedämpfter Gesang, dissoziierte Melodien, die verschachtelt aufeinander aufbauen und ewig groovige Bassspuren. Hypnotized ist dagegen überraschend eingängig und überzeugt durch einen Refrain mit starkem Ohrwurmpotenzial. Mit silence pt. 1 werden die System-kritischen Stimmen von Garbus lauter. Keyboard, Drums und gelooptes Seufzen schaffen einen epischen Charakter. Sie singt „she said change yourself to change the world, and I am gonna try“ und plötzlich wird es wirklich für eine Minute totenstill. Es folgt hold yourself. Es scheint das Herzstück des Albums zu sein, denn mit klaren Worten drückt Merril Garbus darauf ihr Anliegen aus. Ihr geht es insbesondere um das Gefühl von ihrer Elterngeneration im Stich gelassen worden zu sein und in ihrem momentanen Verhalten die zukünftige Generation im Stich zu lassen. Ihre Antwort ist, dass jeder Mensch für sich verantwortlich ist und auf keinen Fall die Bedeutung seiner Handlungen kleinreden sollte.

Ganz anders wird es gegen Ende des Albums mit my neighbor. Ein grandioser Track der zurückgelehnt, soulig und vor allem sexy wirkt. Die Lyrics haben es jedoch mal wieder in sich und gehen an Orte, die wehtun. Zum Abschluss scheppert mit be not afraid nochmal ordentlich der Bass und unterstreicht den Abwechslungsreichtum des Albums.

In einem Interview hat Merril Garbus die Erkenntnis geteilt, dass sie sich daran erinnern musste, dass ihre Fans zu ihnen kommen um Freude, Unterhaltung und Motivation zu erfahren. Und so ist sketchy. letztendlich ein heiteres, vielfältiges Album, das viel positive Energie in die Welt sendet, damit wir alle genug Mut haben, um selbst die Veränderung zu sein, die wir so dringend brauchen.

Tune-Yards – sketchy.
VÖ: 26. März 2021, 4AD
www.tune-yards.com
www.facebook.com/tuneyards

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