Kritik

Veröffentlicht am 10.06.2021 | von Dominik

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CRISIS – Filmkritik


Foto-© Philippe Bosse

Unser Produkt wird das erste nicht süchtig-machend Schmerzmittel!

(Dr. Bill Simons – Crisis)

Drogen und der Handel damit gilt seit jeher als gern genutztes Thema für spannende Kino-Unterhalung – da verwundert es kaum, dass der amerikanische Regisseur Nicholas Jarecki 9 Jahre nach seinem hochgelobten Spielfilm-Debüt Arbitrage – Macht ist das beste Alibi sich mit der Opioidkrise in USA befasst – und das auf besondere Weise! Wir haben uns zum Heimkinostart Crisis angeschaut!

DEA-Agent Jake Kelly (Armie Hammer) ist mitten in einem in einem Undercover-Einsatz und versucht die Drahtzieher zweier Drogenkartelle, die große Mengen Fentanyl von Kanada in die USA schmuggeln, zu überführen. Während er sich in große Gefahr begibt, hat seine Schwester selbst mit ihrer Drogensucht zu kämpfen. Auch die Architektin Claire (Evangeline Lilly) ist den Kartellen auf der Fährte, vermisst die sich gerade von einer Oxycodone-Sucht erholende Mutter doch ihren Sohn. Dr. Brower (Gary Oldman) hat dagegen ganz andere Probleme, ist ihm doch bei einer Medikamenten-Studie zur Zulassung eines neuen Schmerzmittels, das angeblich nicht süchtig machen soll, aufgefallen, dass die Auswirkungen des Präparats viel schlimmer sind – weshalb das Pharmaunternehmen ihn Mundtot machen will.

Einige Story-Baustellen also, die Jarecki, der auch das Drehbuch schrieb und den Film produzierte, da ausgelegt hat, um ein großes Bild der Problematik abzubilden und die ganze Wucht dieser in verschiedenen Formen zu zeigen. Doch leider hat er es nicht geschafft die Stränge so zu einem stimmigen Film zusammen zu fügen, dass sie dem eigenen Anspruch gerecht zu werden scheinen. So kreuzen sich zwar die Pfade von Hammer und Lilly – was sich auch leider schon recht konstruiert anfühlt – während Oldman sich alleine als Nebenkriegsschauplatz verdient. Gleichzeitig will trotz des vorhandenen Potentials in den einzelnen Teilbereichen der Handlung nicht wirklich Spannung aufkommen – und wenn der Film dann zum Ende hin ein wenig Fahrt aufnimmt, geht ihm schon nach kurzem Aufbau die Puste aus. Hier wären weniger Story-Baustellen und mehr Konzentration auf die Einzelschicksale sicherlich die besser Wahl gewesen – so ist es leider hauptsächlich das verschenkte Potential, dem man nachtrauert. Umso mehr bei diesem großartigen Cast (neben den bereits genannten Hauptdarstellern sind auch noch unter anderen Greg Kinnear, Michelle Rodrígez, Luke Evans dabei), der hier leider so gar nicht in Form kommen kann.

Crisis (CAN / BEL 2021)
Regie: Nicholas Jarecki
Darsteller: Gary Oldman, Armie Hammer, Evangeline Lilly, Greg Kinnear, Michelle Rodríguez, Luke Evans, Lily-Rose Depp, Kid Cudi, Veronica Ferres
Heimkino-VÖ: 21. Mai 2021, Capelight Pictures

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