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Veröffentlicht am 17.11.2021 | von Christian Weining

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ALL THE LUCK IN THE WORLD – How The Ash Felt


Foto-© Anika Zachow

Waves can sing a voice is carried just above the ocean floor
Even little onеs that break upon the open shorе
Waves can sing
They tell me things I can’t ignore
I’ve heard them in my dreams before
Waves can sing

(All The Luck In The World – Waves Poem)

“Euphancholie” taufte Benedict Wells in seinem Coming-of-Age Roman Hard Land diesen magischen Gefühlsmix von Melancholie und Euphorie. Ein positiv aufgeregtes Traurigsein, das Energie gibt, ein kleiner Rausch, in dem man trotz des Traurigkeitsanteils verharren möchte. Wenn Wells sie auch nicht in seiner dazugehörigen Playlist aufgenommen hat, All The Luck In The World bringen dieses Gefühl zum Klingen wie kaum eine andere Band. Mit ihrem dritten Album How The Ash Felt setzen sie dies fort.

Die Songs erinnern darauf wieder viel mehr an ihr gefeiertes Debütalbum, als an das 2018 erschienene Zweitwerk, das deutlich weniger in Erinnerung blieb und ein wenig von dem Zauber ihres irischen Indie-Folks verloren hatte. Die Kunst der drei Iren liegt in der richtigen Mischung aus dichter Folk-Instrumentierung und eingängigen Pop-Melodien. Fast jeder Song wird spätestens im Refrain zu einer kleinen Hymne an die Freundschaft, das Unterwegssein, das irische Storytelling oder das weite kalte Meer.

Während die melodiöse Lead-Gitarre die nötige Leichtigkeit bringt, treiben Schlagzeug und Rhythmus-Gitarre die Stücke an und versuchen irgendetwas einzuholen, was jedem Takt vorauszugehen scheint. Träumerische Klangflächen treffen auf starke Melodien – und vor allem auf diese kumpelhaften, nicht ganz makellosen aber nahbaren Stimmen, die häufig im Chor ihre beste Wirkung entfalten.

Ihr Umzug nach Berlin scheint dabei auch an Neil Foot, Kelvin Barr und Ben Conolly nicht ganz
vorbei gegangen zu sein. Hier und da ergänzen elektronische Klänge den sonst immer noch recht ruralen Folk Klang. Doch auch wenn die Effekte teilweise mal gewöhnungsbedürftig sind (z.B. bei Wave Poems oder Talons), rundet der elektronische Beat auf Sparky die Nummer ganz besonders schön ab: Die Wicklow Mountains treffen auf Berlin-Friedrichshain, Euphancholie pur.

Neben den wohldosierten Neuerungen, die das Album erfreulicherweise mitbringt, sind aber auch typische ATLITW Hits wie Equinox, Five Feathers oder Rue De L’Enfer unter den 11 Stücken, die unterstreichen, dass die Jungs zufrieden scheinen mit dem, was sie können und tun. Und das macht zuversichtlich für alles was kommt, während man sich melancholisch aufwühlen lassen darf. Was für ein Geschenk!

All The Luck In The World – How The Ash Felt
VÖ: 12. November 2021, Humming Records
https://alltheluckintheworldmusic.bandcamp.com
www.facebook.com/alltheluckintheworld

All the Luck In The World Tour:
06.04.22 Hannover, Lux
07.04.22 Köln, Gebäude 9
08.04.22 Hamburg, Bahnhof Pauli
09.04.22 Berlin, Gretchen
10.04.22 Dresden, Polimagie Festival
11.05.22 Münster, Gleis22
12.05.22 Mainz, schon schön
13.05.22 München, Kranhalle
14.05.22 Nürnberg, Club Stereo

YouTube video

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