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Veröffentlicht am 9.11.2021 | von Saskia Böttjer

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FRENCH FOR RABBITS – The Overflow


Foto-© Emma Brittenden

The overflow when it all gets too much.
Flat to the bed, but looking at an open door.
It’s just a river, a current.
It’s just a heartbeat out of time.

(French For Rabbits – The Overflow)

French For Rabbits sind Künstler des Subtilen. Gehauchte Gesänge über innere Konflikte verstecken sich hinter wohligen Drempop-Melodien. Diese intimen Songs der Neuseeländer sind kein Geheimnis mehr, dafür sind die fünf mittlerweile bis über ihre Landesgrenzen bekannt. Sanfter Gesang, der sich ins Ohr schmiegt, häufig durch wohltuende Harmonien verstärkt, dazu eingängige Melodien und mehrschichtige Instrumentierung, die die Vielfältigkeit der Band auf ihrem dritten Album The Overflow verdeutlichen.

Es ist genau diese vielschichtige Atmosphäre, die French For Rabbits ihrer Heimat zuschreiben: Inspiriert von der Nähe zur Natur, die in Neuseeland von überwältigend und beängstigend, zu vertraut und tröstend gehen kann. So gegensätzlich sieht es im Songwriterin und Frontfrau Brooke Singer ebenfalls aus. Das Album nimmt uns mit in ihren ständigen Konflikt zwischen Herz und Verstand, dem sie sich auf The Overflow stellt und der im Titelsong eingefangen ist. Sie als selbsterklärte, ängstlich introvertierte Person übernimmt die Rollen als Trösterin und Richterin zugleich. Singer thematisiert die Mechanismen einer Panikattacke, um diese zu rationalisieren – all das, während der Song federleicht, fast optimistisch und glänzend in seiner Ausführung bleibt. Es ist diese subtile Gegenüberstellung, die den Kern des musikalischen Schaffens von French For Rabbits ausmacht.

Und es sind die Feinheiten, die es wert sind hinzuhören. Am besten kommen diese in den Songs zutage, in denen sie der inneren Konflikte musikalisch an Tiefe verleihen. In Walk the Desert gelingt das durch eine poppige Melodie, die sich mit den Schichten aus Gesang und Synthies harmonisch zusammenfügt. Money or the Bag zeigt dagegen, wie verletzlich Klaviertöne und Streicher klingen können.

Sounds wie Milch, die sich cremig fluffig im Tee verteilt, mit denen French For Rabbits uns auf The Oveflow ihre Arme öffnen und mitnehmen in diese pudrige Welt, die auf ihre Weise versucht nichts abzudecken, sondern eine Schönheit der Natur wiederzugeben und durch eine verträumte Distanz, den inneren Konflikten noch mehr Wirkung verleiht. Wo Angus & Julia Stone oder Rue Royale zu wenig in die Tiefe gehen, schaffen es French Rabbit zeitgemäßer und dadurch auch nahbarer zu sein und wir fühlen uns, als würden wir sie und uns selbst dadurch ein bisschen besser kennen und verstehen.

French For Rabbits – The Overflow
VÖ: 12. November 2021, AAA Records
www.frenchforrabbits.com
www.facebook.com/frenchforrabbits

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