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Veröffentlicht am 30.12.2009 | von Dominik

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BAKJWI (Durst) – Filmkritik

„Dafür können wir in die Hölle kommen“

(Sang-hyeon – Durst)

Sang-hyeon (Kang-ho Song) ist ein junger Priester, dessen Leben häufig mit dem Tod in Kontakt kommt. Denn nicht nur die Patienten in einem Krankenhaus, in dem er freiwillig Dienst leistet, stehen kurz vor eben diesem, sondern auch seine sonstigen Schäfchen beschäftigen sich damit. Um etwas zu leisten und gleichzeitig etwas Gutes zu tun, meldet er sich freiwillig zu einem Medikamententest, bei dem ein Gegenmittel gegen das tödliche Emmanuel Virus gefunden werden soll. Doch genauso wie alle anderen Versuchsobjekte infiziert er sich mit dem Virus und stirbt – zumindest für kurze Zeit. Dann wirkt die zuvor getätigte Bluttransfusion, das Herz des Priesters fängt wieder an zu schlagen und seine Symptome verschwinden spurlos. Als lebendes Wunder kehrt er in seine Gemeinde zurück, um zu merken, dass er sich verändert hat: Die Blutkonserve hat ihn in einen Vampir verwandelt!

Vampirfilme haben aktuell ein neues Hoch im Kino. Doch mit im Sonnenlicht glitzernden Teenie-Schönheiten hat Park Chan-wooks Film „Durst“ nicht viel zu tun. Hier geht es nicht um kitschige Jugendliebe, sondern vielmehr um Lust, Schuld und den Verlust von moralischen Vorstellungen. So entwickelt der junge Priester schon nach kurzer Zeit als Untoter, Gelüste und lebt seine Triebe hemmungslos mit der Frau eines ehemaligen Schulfreundes aus (was sich der Film traut auch explizit zu zeigen). Diese wiederum will aus ihrem häuslichen Gefängnis ausbrechen und benutzt den Priester dazu soweit sie kann.

Wer erwartet, dass der südkoreanische Meisterregisseur mit seinem neuen Film an „Oldboy“ anknüpft, könnte vielleicht enttäuscht werden. Hier wird zwar gemordet und gesaugt, aber die Gewalt wird verharmlost dargestellt um die seelischen Qualen der Charaktere noch weiter hervorzuheben. Aber auch gerade durch das Auslassen der üblichen Schockmomente, die außergewöhnlichen Blickweisen und dem grandios dargestellten inneren Konflikt des ehemaligem Diener Gottes sticht dieser Film aus der aktuellen Flutwelle der Blutsaugerfilme bzw. überhaupt aus dem Filmeinheitsbrei heraus. Bei „Durst“ handelt es sich um ein Filmjuwel und einen der Filme des Jahres 2009, wenn nicht den Film des Jahres!

Bakjwi (Südkorea 2009)
Regie: Park Chan-wook
Darsteller: Song Kang-ho, Kim Ok-bin, Shin Ha-kyun, Kim Hae-sook
DVD-VÖ: 18. Februar 2010, Ascot Elite Home Entertainment

httpvh://www.youtube.com/watch?v=rlCxQADutqQ

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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