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Veröffentlicht am 19.02.2019 | von Susan

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BETTER OBLIVION COMMUNITY CENTER – Better Oblivion Community Center


Foto-© Nik Freitas

Drinking cold, black coffee
I shake and shake, still won’t get off me
Another blissed out fantasy
Where animals and objects talk to me
Always try and hate it
But then you laugh, it sounds outrageous
Spend another day sleepwalking

(Better Oblivion Community Center – Sleepwalkin’)

Wenn man in etwas gut ist, hat man häufig eine ganz gute Grundlage, noch besser werden so können. Hierbei muss man sich nicht gleich an Usain Bolt orientieren. Manchmal reicht es vollkommen, den Maßstab an seinen eigenen körperlichen und geistigen Grenzen zu setzen. Einen ganz guten Maßstab haben hier ganz offensichtlich Phoebe Bridgers und Conor Oberst mit ihrem Projekt Better Oblivion Community Center gefunden. Während Bridges noch im letzten Jahr zusammen mit Julien Baker und Lucy Dacus die Band Boygenius ins Leben rief und damit die Jahresbestenlisten anführte, scheint ihr in diesem Jahr Folk-Liebling Oberst ganz gut in die Tüte zu passen. Denn ihr gleichnamiges Debüt, das am 24. Januar veröffentlicht wurde, arrangiert den klassischen Indierock einfach mal eben neu.

Schon im Alleingang rührten die beiden mit ihren gut arrangierten Songs ihre Hörerschaft das ein oder andere Mal zu Tränen. Zu lieblich die Stimmgewalt der beiden, zu wundervoll die Lyrics. Doch während sie damals gerade kleinere Bäche zum Überlaufen bringen konnten, kann man sich bei ihrer neuen Platte schon eher an der größe der hiesigen Ozeane orientieren. Zwar gibt Oberst bei den 10 Songs das Zepter nicht ganz aus der Hand und bleibt musikalisch durch sein von Melancholie durchzogene und sehr viel prägnanteres Organ federführend, doch bei Songs wie Didn’t Know What I Was In For, bleibt dennoch kein Auge trocken.

Doch während Sleepwalkin’ und Service Road geradewegs Lust auf mehr Emotionen machen und mit ihren tiefgründigen Lyrics bei Hören große Gefühle einsäuseln, möchte man bei Dylan Thomas einfach in den Arm genommen werden, oder die beiden Musiker in den Arm nehmen, wer eben gerade zur Verfügung steht. Dies liegt nicht minder an Yeah Yeah Yeahs-Mitglied Nick Zinner, der für den Gitarrensound der Platte verantwortlich ist.

Den allgegenwärtigen Ohrwurm wird man allerdings bei dem ganzen Treiben vermissen. Dies schien auch nicht das Ziel gewesen zu sein. Vielmehr wollte man in dem was man gut kann, über sich hinauswachsen und das haben die beiden allemal geschafft.

Better Oblivion Community Center – Better Oblivion Community Center
VÖ: 24. Januar 2019, Dead Oceans
www.betteroblivioncommunitycenter.org
www.facebook.com/betteroblivioncommunitycenter


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