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Veröffentlicht am 14.04.2020 | von Christian Weining

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MEADOWS – The Emergency Album


Foto-© Samuel Asberg

Deep beneath the cobble stone
Wrapped up in your holy robe
This is where I like to roam

Underneath a sick old tree
Waiting like a pile of leaves
The ground will get the best of me

Like a snake I eat my day
And watch it as it fades away
But this is not where we will stay

(Meadows – Emergency Song)

Mit The Emergency Album bringt das Ein-Mann-Projekt Meadows dieser Tage sein lang ersehntes Debutalbum bei AntiFragile Music heraus. 2016 schon erschien die erste EP The Only Boy Awake, die für viele Songwriter-Folk Liebhaber um den Globus Grund zur Vorfreude auf Neues und hohe Erwartungen war. Tourneen weit über die europäischen Grenzen heraus und die Verwendung des Titeltracks seiner EP in der Netflix-Serie Tote Mädchen lügen nicht bescherten dem Schweden Christoffer Wadensten eine Fangemeinde, die sich nun für das Warten belohnen lassen will.

Wer an Folk, Songwriter und Schweden denkt, dürfte nicht lange brauchen, bis ihr/ihm José Gonzalez in den Kopf kommt. Wesentlich poppiger und eingängiger, weniger virtuos an der Gitarre aber ebenso sanft und emotional könnte man Meadows kurz mit Blick auf den schwedischen Großmeister beschreiben. Dass er an der Gitarre jedoch ebenfalls ein Profi seines Fachs ist, beweist er gleich im Opener Fjäril (schwedisch für Schmetterling), was mit schnellem und träumerischem Picking fast etwas an John Butler erinnert.

Und so entwickelt sich aus diesem doch etwas virtuosen Start, Stück für Stück ein sehr kraftvolles und eingängiges Folk Werk, wie man es wohl erwartet hatte. Melancholisch und hoffnungsvoll, leise aber nicht zu überhören. Handgemacht mit Gitarre, analogen Synthesizern, ein wenig Piano und noch weniger Percussion. Mal sehr melancholisch wie in Addicted, mal fröhlicher wie im Emergency Song oder dem federleichten Walking on the Water und mal schwelgend wie im instrumentalen Incommunicado, was cineastischer kaum sein könnte. Potenzial für neue Serien-Soundtracks ist nicht nur damit definitiv vorhanden. Nicht zu vergessen ist auch die einzige Gastmusikerin des Albums, die Niederländerin Roosmarijn, die auf dem Duett You Never Know ziemlich überzeugt.

Wadensten muss sich mit diesem Debut definitiv nicht hinter Kollegen wie Bear’s Den oder Mighty Oaks verstecken. Das ist zwar alles absolut nichts Neues, aber dafür wieder mal ein Album, das uns daran erinnert: wir brauchen nicht immer die großen Sprünge, wir brauchen manchmal einfach etwas, was sich echt anfühlt.

Meadows – The Emergency Album
VÖ: 27. März 2020, AntiFragile Music
www.meadows.se
www.facebook.com/meadowseverbleeding

YouTube video

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