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Veröffentlicht am 8.11.2021 | von Christian Weining

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SWINDLE – The New World


Foto-© Lauren Luxenberg

As I look to the skies
I can’t help but ask why

All of these trials and tribulations
Like suffering’s just a part of this particular manifestation

Manipulate and, regulate your own space
It’s what you make of it, no use of complaining
We’re practicing raising, new ways of sustaining source

Energy transmitting, frequency

Self destructive tendencies make your spirit bleed

(Swindle feat. Greentea Peng – What More)

Wie oft haben wir sie alle beschworen, die neue Welt nach Corona. Dass sich unser Zusammenleben verändern muss, scheint jedenfalls unumstößlich. So auch für Swindle und seine Gastmusiker:innen, die mit The New World das nun vierte Studioalbum des britischen Produzenten herausbringen. Und nein, es ist kein Lockdown Album, es ist ein Post-Lockdown Album. Und das hört man. Denn alle neun Tracks klingen nach real life Kollaborationen, nach stundenlangen Studio Sessions, nach rauchenden Kugelschreibern und chronischem Kopfnicken in einer Phase des Durchatmens, als sich die ersten Lockdowns in Europa wieder gelockert hatten und Freude aufkam. Die legendären Real World Studios von Peter Gabriel gaben dafür den perfekten Ort ab.

Doch das Jahr vor dem Beginn der neuen Welt war nicht nur ein Pandemiejahr, sondern auch das Jahr der Tötung von George Floyd und so ist es kein Zufall, dass sich Swindle zwei Wochen lang mit der geballten POC Power britischer HipHop und Soul Künstler:innen einschloss, um Trauer aber vor allem Hoffnung zum Klingen zu bringen. Der Mix aus Soul, Hip-Hop, Dub,  Grime, Funk, R’n’B schließt dabei ebenso ursprünglich schwarze, wie britische Musikrichtungen ein, die sich wie eh und je wunderbar zusammen denken lassen, sich abwechseln und verbinden. Swindle vereint das besten aus den Welten. Das Album klingt auf diese Weise ebenso nach Straße (Blow Ya Trumpet; Lost), wie nach wohligem Sonntagmorgen (No Black, No Irish; Sunday Best). Die Stimmen, die sich dabei abwechseln sind Stimmen von Genre-Königinnen und Königen, wie auch von weniger großen Namen, die sich bestens in die Neue Welt einfügen: Greentea Peng, Loyle Carner, Kojey Radical, Joel Culpepper, JNR Williams, Poppy Ajudha, Daley, Maverick Sabre, Knucks und Joy Crookes. In animierter Superheldenästhetik schwebt Cameron Palmer mit ebendieser Crew in den dazugehörigen Videos in Welten zwischen Stadt, Wald und Weltraum. Ein bisschen wie Superhelden. die mitten aus der Welt kommen, die sie besingen und die hoffnungsvoll darauf aufmerksam machen, dass die neue Welt eben noch nicht Realität ist, sie zu erschaffen jedoch in unserer eigenen Hand liegt.

Was so bedeutungsschwer zu lesen ist, klingt um so leichter und das macht Swindles neues Album aus. Es groovt und flowt ganz natürlich, unaufdringlich und wahnsinnig cool. Die neue Welt könnte ein schöner Ort sein. Swindle & Co machen es uns vor.

Swindle – The New World
VÖ: 19. November 2021, BMG Rights
www.swindle.world
www.facebook.com/swindleuk

YouTube video

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